Full text: Zeitschrift für Kinderforschung - 34.1928 (34)

16 A. Busemann: 
mit der Durchschnittsnote 11 hatten im Durchschnitt 2,32 Ge- 
Schwister, die mit der Durchschnittsnote 111 2,89 Geschwister, die 
mit der Durchschnittsnote 1V 3,41 Geschwister, die mit der Durch- 
Schnittsnote V 5,93 Geschwister.“ 
F. Lenz deutet diesen Befund folgendermaßen: „Zum kleinen 
Teil mögen die Leistungen in der VYortbildungsschule gewiß durch 
ungünstige häusliche Verbhältnisse gerade in den kinderreichen 
Vamilien beeinträchtigt werden. Nach dem, was wir oben über den 
Einfluß der häuslichen Verhältnisse auf die Schulleistungen gehört 
haben, dürfte diesem Umstand eine größere Bedeutung aber nicht 
zukommen. Im wegentlichen erklärt Sich das Ergebnis vielmehr 
daraus, daß die intelligenteren Khepaare ihre Kinderzahl klein 
halten, während die unintelligenteren das wenig oder gar nicht 
tun.“ Wenn diese Deutung richtig ist, werden wir in ungerem 
Material ähnliche Beziehungen zwisSchen Klassenplatz und Ge- 
Schwisterzahl erwarten dürfen. Diese Erwartung aber wird ge- 
täuscht, und es Stellt Sich bei näherer Untersuchung eine wesent- 
lich andere Beziehung heraus, die eine Deutung aus Vererbungs- 
gegetzen ausschließt oder doch dem Milieu eine viel bedeutendere 
Rolle zuweist, als nach dem von Fürst Mitgeteilten anzunehmen 
wäre. Unsere Befunde liefern geradezu den exemplarischen Be- 
weis dafür, daß das familiale Milieu einen Sehr wesentlichen Ein- 
fluß auf die Schulleistungen ausübt, auch wenn von ÖkonomiSchen 
Faktoren abgesghen werden kann. 
Um die KlasSsenplätze der Vverschieden großen Schulklassen 
vergleichbar zu machen, teilen wir die KlasSsen in Neuntel ein und 
ermitteln für jedes Kind das KlasSenneuntel, in dem es „Sitzt“. 
Bruchteile von Plätzen werden bei dieser Umrechnung vernaech- 
lässigt, wodurch die „Neuntel“ nicht in jeder Klasse unter Sich 
gleich umfangreich ausfallen, das Regultat aber im Ganzen Uu- 
beeinflußt bleibt. 
Zunächst Sei mitgeteilt, wieviel Geschwister die Kinder jedes 
Klassenneuntels durchschnittlich haben. 
Neuntel: 1. 2. 3. 4. I. 6. 7. 8. 9. 
Anzah] der / Kn 2,25 1,68 1,0 1.42 227 1,70 181 122 116 
Geschwister" 1 Md 1,84 1,333 1,96 1.83 2,00 2,03 129 169 1,87 
Diese Werte zeigen Keine einfache Beziehung zwiSchen 
Klassenplatz und Kinderzabl. Wollte man 8ie mit Gewalt aus- 
1 Man beachte, daß die Anzahl der Geschwister genannt ist. Die 
Anzahl der Kinder der entsprechenden Familien ist überall um 1,0 größer.
	        

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