Full text: Zeitschrift für Kinderforschung - 34.1928 (34)

A. Gregor: Zur Pädagogik des Erziehungsheims Schloß Flehingen 1927. 199 
Arbeit Anregungen zu geben oder die Kritik herauszufordern und aut 
eine oder die andere Weise die Hntwicklung zu fördern. Die Be- 
arbeitung meines Zöglingsmaterials von 1927 gibt mir Anlaß auf 
Pragen einzugehen, die auch an anderen Orten wiederkehren und alle 
an der Fürgorgeerziehung Beteiligten beschäftigen müssen. 
Flehingen ist als die größte Erziehungsanstalt des Landes Baden 
in ein System von Anstalten für Schulentlassene Jungen eingegliedert, 
indem es die innigsten Beziehungen zu den beiden anderen Staatlichen 
Anstalten, dem Psychopathenheim und dem für Schwersterziehbare be- 
Stimmten Pegtalozzihaus in Sinsheim hat. Alle drei Anstalten unter- 
Stehen der gleichen psychiatrischen Oberleitung und erhalten aus der 
Aufnahmegtation in Flehingen ihr Zöglingsmaterial. Die Beziehungen 
zu den nicht Staatlichen Erziehungsanstalten in Baden Sind lockerer. 
Diese werden von mir zwecks psychiatriScher Untersuchung aller ihrer 
Zöglinge und Besprechung der Schwierigen Fälle zweimal Jährlich be- 
Sucht. Bine Solche Verbindung ist aus mehrfachen Gründen nötig. 
Erstens um abnorme Zöglinge fachärztlich zu versorgen, zweitens um. 
durch Austaysch und Vergetzung den einzelnen Anstalten jene Zög- 
linge, für welche Sie nach ihrer Einrichtung zuständig Sind, zuzuweisen; 
drittens um Selbst bei beschränktem Raum Anstaltsfürgorge für alle 
Zöglinge, die anstaltsbedürftig Sind, zu ermöglichen. Durch eine Solche 
pergönliche Verbindung ist ein Ergatz für eine Verteilungsstation ge- 
geben, deren Bau die Finanznot Badens bisSher noch nicht ermöglicht hat. 
Wir kommen damit auf den Begriff der 
Verteilungs-, Anfnahme- und Beobachtungsstation. 
In der Literatur und in Konferenzberatungen Scheint für diese Ein- 
richtungen noch nicht genügendes Verständnis zu bestehen, weghalb 
hier kurz darauf eingegangen werden Soll. Ihre Scheidung muß rein 
begrifflich getroffen werden, um Aufnahme- und Verteilungsstelle richtig 
zu bewerten. Unter Aufnahmeabteilung verstehen wir eine heute 
ziemlich allgemein als wichtig und wertvoll erkannte Einrichtung, um 
die den Anstalten zugeführten Zöglinge genauer kennen zu lernen, 
gie ärztlich unterguchen zu lasSen, ihnen einige Erholung von den 
letzten Erschütterungen zu gewähren, die Berufswahl zu treffen, ehe 
Sie jenem Anstaltsbetrieb zugeführt werden, an dem ihre Erziehung 
und Ausgbildung erfolgen 8oll. Die Aufnahme bildet 80 eine lokale 
und begehränkte: Einrichtung, erweitert Sich aber in dem Maße, als 
die genannten Funktionen für verschiedene Anstalten einer übertragen 
und diese das Sammelbecken für Sämtliche, einer Gruppe von An- 
Stalten zugedachten Zöglinge wird. So kommen wir zur Verteilungs-
	        

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