Full text: Zeitschrift für Kinderforschung - 34.1928 (34)

Zur Pädagogik des Erziehungsheims Schloß VYlehingen 1927. oll 
Statigtik genannten Zahlen, 80 ist bei 87,4% der in dieser Weise 
entlasgenen Zöglinge mit einem Dauererfolg zu rechnen. Dies würde 
also bei 157 Fällen zutreffen, Sodaß wir für 67,2% eine in dieser 
Weise gesicherte gute Prognose für weiteres Soziales Verhalten 
Stellen können. Dies entspricht dem Ergebnis der Nachuntersuchung 
von Rehm. der für 103 männliche und weibliche Fürsorgezöglinge 
nach mindegtens 5 Jahren bei 45% guten, bei 20% wechselhalten 
Erfolg, aber immerhin eine Besserung feststellt. Der erwähnte Prozent- 
Satz erhöht Sich noch dadurch, daß von den ungebessert KntlasSenen 
32 vorzeitig aus der Anstalt fortkamen, indem sie innerhalb eines 
halben Jahres (meistens nach wenigen Wochen) wegen Platzmangel 
in eine andere Angtalt verlegt wurden. Nach Ausscheidung dieser 
Fälle können wir bei 80 % eine gute Prognose stellen. 
Aus ungerer Tabelle ergeben Sich für die noch in der Anstalt 
befindlichen Zöglinge (Abschnitt A, Stand am Ende des Jahres) nach- 
Stehende Regultate: | 
1. Hin guter Erfolg kann Schon nach kurzer Zeit erreicht werden. 
Eine Starke Häufung der guten Erfolge findet aber erst in Späteren 
Erziehungsperioden Statt. Man kann tatgächlich 8agen, daß mit zu- 
nehmender HErziehungszeit auch der Erfolg wächst. Das Maximum 
igt für die über 2 Jahre in der Anstalt befindlichen Zöglinge, und 
zwar Sowohl für die bloß einmal aufgenommenen als auch für die 
rückfälligen gegeben. 
2. Die Zahl der gebesgerten Fälle nimmt umgekehrt, mit zu- 
nehmender Hrziehungszeit ab, Sie wandern nämlich in die Rubrik der 
zuten Erfolge hinüber. Eine Ausnahme bilden nur die rückfälligen 
oder die Schwerer crziehbaren Zöglinge, bei denen die Zahl der ge- 
besgerten mit der Dauer der Krziehungszeit wächst. 
3. Ungebesgert blieben nur die erst 1/, Jahr in der Anstalt be- 
findlichen Zöglinge. Es ist also bei uns für jeden unkomplizierten 
Fall nach höchstens !/, Jahr mit positivem Krziehungserfolg zu rechnen. 
Aus dem zweiten Teil der Tabelle, also für die im Laufe des 
Jahres entlassenen, erstmalig zugeführten Zöglinge ergibt sich 
folgendes: 
1. Die guten Erfolge Steigen mit Zunahme der Erziehungsdauer 
an, ihr Maximum erreichen gie bei 1--2jährigem Aufenthalt. Die 
nächste Spalte zeigt einen Abfall, weil die Fälle mit gutem Erfolg 
bereits im zweiten Jahre entlassgen wurden. Die Lage des Falles bringt 
1 Rehm, 0., Das Soziale Schicksal psSychopathischer VYürgsorgezöglinge. Zeit- 
Schrift f. d. ges. Neurologie u. Psychiatrie 1926. Bd. 106, 8. 563. 
Zeitschrift für Kinderforschung. 34. Band, 15
	        

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