Full text: Zeitschrift für Kinderforschung - 34.1928 (34)

Jugendstrafvollzug und Heilpädagogik. 
Von 
Fritz Kleist, | 
ptrafanstaitsoberlehrer an der Jugendabteilung des ptrafgefängnisges Breglan. 
Die Behandlung der Rechtsbrecher, die -- wisgenschafflich und 
empirigch unterbaut -- an die Verwirklichung der Bestimmungen der 
Dienst- und Vollzugsordnung für die Gefangenenanstalten der Jugtiz- 
verwaltung in Preußen vom 1. August 1923, 8 52 Abg. 2, S 120 
Abs. 1, 8 145 Abs. 2 und 3, der Schulordnung für die Gefangenen- 
anstalten der Justizverwaltung in Preußen vom 27. Juni 1924 und 
des Erlasses: Der Preußische Justizminister VIII 1016, Strafvollzug 
in Stufen, vom 2. 1. 1925, Ziff. 16 Abs. 2, herangeht, --- der Straf- 
vollzug Soll 80 gestaltet werden, daß er die Erziehung fördert --- wird -- 
als mit der wichtigsten und wesentlichsten Gegebenheit --- mit der 
Tatsache rechnen müggen, daß fast ansschließlich alle Ingaggen der 
Strafhäuser Sich infolge ihrer individuellen oder gegellschaftlichen Ver- 
hältnisge oder der Einwirkung und Folgen der Haft von dem Begriff 
normal absondern. In Sgeltenen Fällen finden wir übersteigerten In- 
tellektualisemus, häufig intellektuelle Unaufgeschlosgenheit oder Rück- 
Ständigkeit, bedingt oder verbunden mit Sinnes- auch Intelligenz- 
defekten, auch Gemüts- und Willensdefekte treten in die Ergcheinnng. 
Offensichtliche Störungen des Sprach-, Gehör- und Sehvermögens gind 
nicht Selten. Die abgearteten Erscheinungen des Seelenlebens ver- 
binden Sich häufig mit asozialen Komplexen. Alle gind Psychopathen 
im Sinne der Auffassung ungerer Zeit- und w1SSenschafisgemäßen 
Heilpädagogik: Menschen, die in der Gegellschaft nicht fertig werden, 
und die die Gegellschaft in ihren offenen Lebengsverhältnisgen gtören. 
Wenn der Strafvollzug Sich die Erziehung als wegentliches Ziel 
Setzt, 80 will er damit den Anklang und eine wirkliche Ausbildung 
aller der Kräfte der gefangenen Menschen anstreben, welche den Zu- 
Sammenhang und den ZuSammenklang des Rechtgbrechers mit der 
Sozialen Gegellschaft zu bewirken vermögen, mit der Akzentuierung, 
daß der zu Erziehende im lebendigen Begreifen durch Selbsttätigkeit 
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