Full text: Zeitschrift für Kinderforschung - 34.1928 (34)

18 A. Bugemann: 
Den höchsten Klassenplatz haben danach durchschnittlich die 
Knaben mit drei, die Mädchen mit zwei Geschwistern, tiefer Sitzen 
durchschnittlich die Kinder mit mehr und mit weniger Ge- 
SChwistern. Auffallend ist, daß nicht die geschwisterlogen, Sondern 
die eingeschwistrigen Kinder am niedrigsten Sitzen. Diese eigen- 
artige Ersgcheinung erklärt Sich aus Begonderbeiten unsgeres Ma- 
terials, nämlich aus der KEKinrichtung des Schulgeldes. Dieses 
gesStattet minderbemittelten Eltern nur dann ein Kind auf 
die Mittelschule zu Senden, wenn die Kinderzahl Sehr niedrig, das 
betreffende Kind aber außerordentlich begabt ist. Dieser Umstand 
bewirkt eine ungewöhnliche Häufigkeit Sehr Schultüchtiger einziger 
Kinder aus ärmeren Familien, die bei Fraktionierung des Materials 
nach Berufen der KEKiltern in Erscheinung tritt. Diese bestätigt zu- 
gleich die Gesetzmäßigkeit eines Optimums bei mittlerer Kinder- 
zahl durch die Übereinstimmung aller Berufsgruppen in dieger 
Hingicht -- mit Ausnahme eben der Arbeiterfamilien, die vor- 
wiegend nur ganz besonders tüchtige Kinder mit geringster Ge- 
SChwisterzahl auf eigene Kosten zur Mittelschule Schicken, durch 
Gewährung von Preistellen allerdings auch besonders tüchtige 
Kinder mit auffallend hoher Geschwisterzahbl. Diese aber be- 
einflussgen wegen ihrer geringen absoluten Anzahl nicht 80 das 
Gesamtregultat wie die „begabten“ geschwisterlogen. 
Es Sitzen durchschnittlich 
1.. 
geSchwisterlose Söhne von Selbst. Gewerbetr. im 6,7. Neuntel, Töchter im 6,8. 
eingeschwistrige +; » » » „ 39. „ " »„ 5,8. 
zZWweigeschwistrige „ u m »„ „ 530. „ » „ 4,5. 
dreigeschwistrige »" ," " , » 3,8. "" »" » 4,5. 
vier- u. mehrgeschw. „, » " „ „ 549. .. » »„ %5. 
2. 
geschwisterlose Söhne von mittl. Beamten im 8,0. Neuntel, Töchter im 7,0. 
eingeschwistrige „ » » »„ „ 3%. » „ 6,7. 
ZWweigeschwistrige „ »„» » »„ »„ 2%. +. „4,7. 
dreigeschwistrige „ ». . » 2,7. „ m „ 5,0. 
vier- u. mehrgeschw. „ »„» » »» „ 9,0. „, +. .„ 9,6. 
Während diese vier Zahlenreihen das oben gefundene Gegsetz 
bestätigen: Optimale Schultüchtigkeit bei zwei 
oder drei GesCchwiStern, zeigen die Arbeiterkinder, letzt- 
lich infolge der Einrichtung des Schulgelds und der, wie hier nicht 
im einzelnen auszuführen ist, dadurch bewirkten Auslege ein genau 
entgegengesetztes Bid:
	        

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