Full text: Zeitschrift für Kinderforschung - 34.1928 (34)

Tagungen. 2591 
Führungen werden nach Bedarf wiederholt. Weitere Mitteilungen während 
des Kongresses. Während der Kongreßtage wird in den Räumen der Hilfs- 
Schule am Johannisplatz 7 eine Ausstellung veranstaltet von den Leipziger 
Hilfsschulen, der Schule für Sehschwache, dem Krüppelheim, dem Tagesheim 
für berufliche Erziehung u. a. m. Gleichzeitig findet dort auch eine Aus- 
Stellung von Lehrmitteln statt. Die Ausstellung ist geöffnet vom 11. bis 
14. April von 10 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags. 
Der Schularzt in den höheren Schulen. 
YVon 
Prof. Dr. Lewandowski, Berlin. 
XXII Jahresvergammlung des Deutschen Vereins jür Schulgesundheitspflege 
am 14. und 15. September 1927 in Saarbrücken 
Zwei wichtige Fragen waren zur Berichterstattung und zur Aussprache 
gewählt. Der Schularzt der höheren Schulen und die Infektionsgefahren der 
Schulanfänger. * Nicht ohne Verwunderung wird man vernehmen, daß das 
Thema „Der Schularzt in den höberen Schulen“ gewählt 
worden ist. Mit Recht kann die Frage aufgeworfen werden, ob denn die 
Verhandlungen über dieses Problem wirklich heute noch einen akuten Wert 
haben, ob wir es denn nicht in der Sozialen Hygiene, besonders in der 
Schulgesundheitsfürsorge, in der Schulhygiene 80 herrlich weit gebracht 
haben, daß der Schularzt an den höheren Schulen zum gesicherten und nicht 
mehr umstrittenen Begitz ungerer fürgorgerischen Kinrichtungen gehöre. 
Warum also noch eine langwierige Unterhaltung über einen nicht mehr irag- 
liehen Punkt? Dem so eingestellten Frager muß. leider die wenig erfreu- 
liche Antwort erteilt werden, daß zwar in den letzten Jahren mit der 
Bestellung von Schulärzten an den höheren Schulen in bestimmter Weise 
vorgegangen ist, daß aber immer noch an entscheidenden Stellen Wider- 
Stände bestehen, die es zu begiegen gilt. Ein großer Teil der Bundesstaaten 
hat, Sich zum Schularzt an den höheren Schulen bekehrt, zuletzt noch 
Bayern. Aber vor allem in Preußen ist es immer noch nicht gelungen, die 
'Staatlichen früher königlichen höheren Schulen unter eine schulärztliche 
Überwachung zu stellen. Auch in Hessen bestehen ähnliche bedauerliche 
Verhältnisse. Nach unverbürgten Gerüchten Sollen in Preußen die Hinder- 
nisge in rein finanziellen Erwägungen liegen, während die beiden 80nst noch 
ressortmäßigen Ministerien unermüdlich für die neue Linrichtung eintreten 
Sollen. So gind also in Preußen dadurch in den Städten mit staatlichen 
höheren Schulen die Besucher gesundheitlich in einem wesgentlichen Nach- 
teil gegenüber den Kindern der städtischen Schulen. Wahrlich ein doch 
unbegreiflicher und unhaltbarer Zustand! 
Vom Standpunkt des Arztes aus besprach Stadtarzt Dr. Heuß - Heil- 
bromn Notwendigkeit, und Aufgabenkreis des Schularztes an den höheren 
Lehranstalten. Durch die Umschichtung der wirtschaftlichen und Sozialen 
Verhältnisge ist die Anstellung von Schulärzten zur dringenden Notwendig- 
1 Kin Bericht über diesen Teil der Tagung wurde aus Raummangel und 
weil er nicht im unmittelbaren Interessenkreis der Leser dieser Zeitschrift 
liegt. nicht veröffentlicht.
	        

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