Full text: Zeitschrift für Kinderforschung - 34.1928 (34)

20 A. Busgemann: 
Unter den drei Klasgen letzten der 6 Knabenklaggen 
waren: 
100 */, aus Familien mit höchstens 3 Kindern, aber nur 
75 ,, unter den drei Klassgenletzten der 10 Mädchen klassen. 
Höchste Schultüchtigkeit ging bei Knaben häufiger als bei - 
Mädchen mit Geschwisterreichtum einher, niedrigste Schultüchtig- 
keit ebenso mit GeschwisSterarmut. Das Sprichwort: 
Binen einzigen Sohn g8oll man Scheu'n, 
eine einzige Tochter Soll man frei'n! 
bewahrheitet Sich (wie In der ärztlichen Erfahrung, nach der Ge- 
Schwisterlosigkeit bei Knaben häufiger nervöge Störungen ver- 
urSacht als bei Mädchen) auch hier: unter den einzigen Töchtern 
Sind nicht wenige Inhaberinnen der ersten drei KlasSenplätze. -- 
Sehen wir von der Richtung ab, in der die Geschwister- 
zahl eines Kindes die Schultüchtigkeit dessgelben beeinflußt und 
Suchen wir nunmehr den Grad dieser Beeinflussung an Sich zu 
Schätzen, 80 müggen wir ein anderes rechnerisches Verfahren an- 
wenden. Wir machen zunächst einmal die Annahme, es bestünde 
überhaupt Keine derartige BeeinflusSung. Dann wäre zu erwarten. 
daß Sich die Kinder einer Geschwisterschaſltsart gleichmäßig auf 
alle Klassgenneuntel verteilen. Die 75 geschwisterlogen Kinder 
müßten in folgenden Häufigkeiten anzutreffen gein: 
Neuntel: 1. 2. 3. 4 5. 6. 7. 8. 9. 
8,3 83 8,3 8,3 83 83 83 83 83 
Die tatsächlichen Häufigkeiten weichen erheblich ab. In dem 
durchschnittlichen Betrage dieser Abweichungen haben wir offen- 
bar ein Maß für den „Sstörenden“ Einfluß der Geschwisterlosigkeit. 
Um ihn mit den bei eingeschwistrigen Kindern usw. entsprechend 
geiundenen Beträgen vergleichen zu können, müssen wir ihn aller- 
dings zu den absoluten Häufigkeitswerten, die infolge der ver- 
Schiedenen Häufigkeit der Geschwisterschaftsarten verschieden 
groß Sind, in Beziehung Setzen. Wir drücken darum die durch- 
Schnittliche Abweichung der tatSächlichen Häufigkeiten von der zu 
erwartenden durchschnittlichen Häufigkeit in Prozenten der 
letzteren aus. Im vorliegenden Beispiel betragen die absoluten Ab- 
weichungen: 
43 57 37 03 13 13 13 23 17 
im Durchschnitt = 2,4, von 8,3 Sind das 28,9*/,. 
Kntsprechend finden wir die Werte für eingeschwistrige usw. 
Kinder. Sie betragen:
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.