Full text: Zeitschrift für Kinderforschung - 34.1928 (34)

34 A. Bugemann : 
Pergönlichkeit charakteristisch. Unbekannt aber Sind uns noch die 
Faktoren, die diese Linstellung bestimmen. Sicher Spielen auch 
hier die Anlagen eine große Rolle, das legt Schon die Breite des 
Geschlechtsgunterschieds in vorliegender Hingicht nahe.“ Aber 
Sich&t beeinflußt auch das Milieu die Reflektion und die vStellung- 
nahme des Mengchen zu gich gelbst. Strenge Erziehung z. B. lenkt 
gewaltsam den Blick auf das moralische Verhalten und die 
Leistungen; Umgang mit reflektierten Erwachgenen begünstigt ver- 
mutlich das Bewußtwerden des Innenlebens auch bei Kindern. 
ZwiSchen der Art der Selbstdarstellung, ihrer Zugehörigkeit 
al80 zu einem der eben Skizzierten Typen, und dem Ausfall der 
Selbstbeurteilung besteht eine deutliche, wenn auch nicht Strenge 
Beziehung. Zählt man, wie viele Selbstdarstellungen des Typus 1, 
1, IH usw. mit dem Urteil 8z, zz, nz enden, 80 ergeben Sich folgende 
prozentuelle Häufigkeiten (alle Zugehörigen je eines Typus = 100 
gesctzt): 
(Kn. 4- Md.) 
Typus der Selbstdarst. Ausfall der Selbstbeurteilung: 
8Z 272 NZ 
1. (Verhältnisss) . . . . . . 47 51 2 
H. (Körper) . 29,5 59 12 
IH. (Leistungen). . u 4 89,5 6,5 
IV. (Moral) uu u A 76,5 22,5 
V. (Gefüb) . . . . . . . O 58 42 
Die Ungunst der Selbstbeurteilung Steigert Sich also im Durch- 
Schnitt proportional der Verinnerlichung der Reflektion: Je mehr 
die Selbstdarstellungen wirklich Darstellungen der eigenen MO- 
ralisch-geistigen Persönlichkeit Sind, desto ungünstiger fällt das. 
Urteil über die eigene Person aus. Die Häufigkeit der nz-, zz- und 
SZ-Urteile bei einer Gruppe von Kindern kann uns darum in 2e- 
wisSen Grenzen Anhalt bieten für Schlüssg auf den Grad der Re- 
flektiertheit dieser Kinder. Denn im großen und ganzen gilt die. 
Regel:-Je ungünstiger die Selbstbeurteilung, desto mehr liegt wirk- 
liche Selbstbeurteilung, nicht bloße Beurteilung der Verhält- 
NISSG VOr. 
Khe wir die Beziehungen zwisSchen der Geschwisterzahl usW. 
und dem Ausfall der Selbstdarstellungen nachgehen, Sei kurz die 
Altersverteilung der Selbstbeurteilung mitgetellt. Sie bestätigt 
1 Über die Unterschiede zwichen Kn und Md hinsgichtlich des Inhalts 
der Selbstdarstellungen, des Ausfalls der Selbstbeurteilung und der Ent- 
wicklung der Reflektion vgl. „Die Jugend im eigenen Urteil“.
	        

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