Full text: Zeitschrift für Kinderforschung - 34.1928 (34)

36 A. Bugemann : 
(Kn. 1/, 4- Md.) 
SZ 72 NZ 
zweigeschwistrig. . . . 21 72,5 6,5 
dreigeschwistrig . « . . 22,5 74,5 3 
vier- und mehrgeschwistrig 22 71,5 6,5 
Wir Sind nicht überragcht, keine einfache Beziehung zwischen 
Geschwisterzahbl und Selbstbeurtellung zu finden, dürften es aber 
vielleicht angesichts des Umstandes Sein, daß die Ungunst der 
Selbstbeurteilung im wesgentlichen die umgekehrte Beziehung zur 
Geschwisterzahl andeutet wie die Schultüchtigkeit: 
Maximalwerte der „Selbstverurteilung“ liegen bei Kleiner und 
Sehr großer Geschwisterzahl, Minimalwerte bei mittlerer Zahl 
(Kn: 2 Geschwister, Md: 3 Geschwister). Sehen wir in günsgtiger 
Selbstbeurteilung den Ausdruck glücklicher, lebensmutiger veelen- 
verfasSyng, 80 Schneiden die Kinder mit 3 bezw. 3 Geschwistern 
am besten ab. Sehen wir in ungünstiger Selbstbeurteilung ein 
Symptom verinnerlichter Reflektion, weit gedichener Selbsterkennt- 
nis, 80 Stehen die geschwisterlogen und eingeschwistrigen Kinder 
am besten da, ihnen folgen noch vor den Kindern mittlerer Ge- 
Schwisterzahl die Kinder aus den „großen“ Familien. 
Bezeichnen wir den Zustand der Unzufriedenheit mit Sich 
Selbst und des Bewußtwerdens eigener SeeliScher bezw. moralischer 
Mängel als Diapsychie, den Zustand ungebrochener Selbst- 
und Lebensbejahung als SYMPSYCHhie, 80 können wir (Vor- 
jäufig) 80 formulieren: 
GesSchwisSterarmeund (wenn auch viel weniger) Schr 
geCSChwisSterreiche Kinder neigen Zur Diapgsychie, 
Kinder mit 2-3 GeschwigStern Zur SYMPSYGHhie, -- 
Soweit unser Material erkennen läßt. 
Schultüchtigkeit und Reflektiertheit Stehen also hingichtlich 
der Milieubedingtheit im Verhältnis der Gegengätzlichkeit: die- 
jenige Geschwisterzahl, die mit den besten Schulleistungen Vver- 
knüpft auftrat, Steht hier in Beziehung zum niedrigsten Grade der 
Reflektiertheit. Das könnte überraschen, liegt doch der Gedanke 
nahe, daß Schulleisftungen Maße der Intelligenz darstellen, Intelli- 
26NnZ aber VYorausSetzung Sei für Reflektion. Allein ganz davon 
abgesehen, daß die in Schulleistungen zutage tretende Intelligenz 
doch nur eine einzelne Seite oder Art dessen iSt, Was psYCchologisch 
Intelligenz genannt zu werden pflegt, ist auch die Annahme unhalt- 
bar, daß Reflektiertheit im Sinne der Unzufriedenheit mit gich 
Selbst (Diapsychie) wesentlich eine Funktion der Intelligenz oder
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.