Full text: Zeitschrift für Kinderforschung - 34.1928 (34)

Gegschwisterschaft, Schultüchtigkeit und Charakter. 37 
ihres Entwicklungsgrades 8ei. Die präpuberale Erregungsphase, 
die durch Häufigkeit der Diapsychie ausgezeichnet ist, zeitigt 
keinesSwegs besonders erfreuliche Fortschritte in intellektueller 
Hingicht, ist vielmehr oft als eine Phage des Stillstandes oder 80gar 
der Abnahme intellektueller Fähigkeiten erwiesen worden. * Die 
. Sanze wötruktur der PerSönlichkeit Scheint in den Erregungsphasen 
S0 gewandelt zu Sein, daß die ErfasSung von Sachverhalten er- 
Schwert, das Bewußtwerden eigener Emotionen erleichtert ist, 80 
daß man die Erregungsphasen geradezu als „emotionale“ Phasgen 
den „intentionalen“ Beruhigungsphagen gegenüberstellen kann. 
Diese Antitypik des diapS8Sychischen, emo- 
tionalen, intellektuell aber behinderten Men- 
Schenunddes SympSychischen, intentionalen, 
intellektuell begünstigten Menschen, die wir als 
eine Antitypik zweier in der Jugend wechsgelnder Phagenformen 
anderwärts nachweisen konnten, * tritt auch in der hier vor- 
liegenden Vergleichung von Kindern verschiedener Geschwisterzahl 
In ErScheinung, nun aber als Antitypik milieu- 
bedingter Art. Unter den geschwisterlogen und ein- 
geschwistrigen Kindern finden wir häufiger als Sonst den diapsy- 
chischen, emotionalen, intellektuell behinderten Typ, unter den 
2---3 geschwistrigen Kindern häufiger den Typ entgegengesgetzter 
Beschaſfenheit. 
Die Analyse der Niederschriften gelbst bestätigt diese Auf- 
fasgung. Sie läßt außerdem erkennen, daß die Entwicklung der 
Reflektion unter Vverschiedenen Milieus verschiedene Richtungen 
einschlägt, 80 daß der Unterschied zwisSchen der Reflektion ge- 
Schwisterarmer Kinder und mehrgeschwistriger nicht nur als ein 
quantitativer, Sondern auch als ein qualitativer Sichtbar wird. 
Berechnen wir, wie Sich die Kinder einer Geschwistrigkeitsart 
auf die fünf Typen der Selbstdarstellung prozentuell verteilen, 80 
ergibt Sich folgendes: 
 
(Kn 4- Md) 
Zahl der Gegehwigter 0 1 2 3 4-9 
Typus 1 (Verhältmisse) . . . 40,5 36 44.5 31,5 42 
D (Körper) . . . . . 13,5 10 7,5 8 95 
TIT (Leistungen). . . . 19,5 28 26 49 33,5 
IV (Moral) . . . . . 20 20 20 9,5 12 
V(Gefil , . . . . G 6 2 2,5 2,5 
1 Literatur in der Abhandlung über Erregungsphasen. 
? A. Bugemann, „Die Sprache der Jugend als Ausdruck der Ent- 
wicklungsrhythmik“. Jena 1925.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.