Full text: Zeitschrift für Kinderforschung - 34.1928 (34)

49 A. Bagemann: 
Die Zahl der Fälle ist in den anderen Geschwistergruppen 
':zu gering, -- Ebenso deutlich, wie die erwartete Abhängigkeit 
bei den Knaben ist, 80 wenig ist Sie bei Mädchen erkennbar. * 
Vergleichen wir weiter die Häufigkeit, mit der die fünf Typen 
'der Selbstdarstellung vorkommen: 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
| Pv I UU Jun IV YV 
/ ? Pn 0) 0 0/ 0 0/ 0 % 0 
Knaben, eingeschwistrig . . . . .| ig 60 12 12 3 4 
. - I g 29 11 48 7 4 
zweigeschwistrig . . . .| igg 92 0 8 0 0 
glg 56 1 33 0 0 
| ggi 67 0 83 0 0 
Mädchen, eingeschwistrig . , ., .| ig 31 D 19 26 10 
1 gi 14 18 832 32 5 
zweigeschwistrig . . . . | igg 16 0 33 50 0 
gig 22 11 33 33 0 
gel 17 | 11 28 33 11 
Diese Werte bestätigen, daß Knaben, die in der Geschwister- 
reihe unten Stehen, reflektierter Sind als ihre älteren Geschwister, 
daß bei Mädchen ähnliches Sich nur andeutet, zeigen aber außer- 
dem, daß es Sich um eine Steigerung der Reflektion im Sinne der 
Beachtung eigener Leistungen handelt. 
c) Beziehungen ZwiSchen Reſlektion und dem 
Besitz andersgeschlechtlicher Geschwister. Man 
könnte annehmen, daß der Begitz andersgeschlechtlicher Ge- 
Schwister die Entwicklung der Reflektion begünstigt. Diese An- 
nahme könnte auf dem Umstande gründen, daß golcher Begitz die 
Schulleistungen mindert, also wie es Scheint die Diapsychie be- 
günstigt, zum andern auf der Überlegung, daß Mädchen im all- 
gemeinen reflektierter Sind als Knaben, der Begitz von Schwestern 
also die Knaben in der Entwicklung der Reflektion zu fördern 
vermöchte. | 
In Wirklichkeit findet Sich diese Beziehung nicht. Wir vVer- 
gleichen die drei Gruppen von Kindern mit Geschwistern des 
1! Zur Erklärung wird man daran denken dürfen, daß das „kleine 
Mädchen“ eine KBrhöhung Seines Selbstgefühls darin finden kann, klein, 
Zz. B. das jüngste Kind in der Geschwisterreihe, zu gein. Während der 
Knabe alles Große liebt und Selbst groß Sein will, unter Kleingein also 
leidet, liebt das Mädchen alles „Niedliche“ und fühlt Sich gelbst durch „Nied- 
lichkeit“ wertvoll. Ygl. meine Untersuchungen über Megalophilie und 
Leptophilie, Zang Ps 24, 345f., 1924.
	        

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