Full text: Zeitschrift für Kinderforschung - 34.1928 (34)

Geschwisterschaft, Schultüchtigkeit und Charakter. 43 
gleichen Geschlechts, mit Geschwistern des gleichen und des 
andern Geschlechts, mit Geschwistern nur des andern Gegehlechts 
nach der Häufigkeit der Urteile 82, zz, 12: 
VUrteile (*/,) S2 zz nz 
Knaben, die nur Brüder habn. . . . . . 23 64 13 
» die Brüder und Schwestern haben . 26 69 D 
» die nur Schwestern haben . . . . 24 66 10 
Mädchen, die nur Schwestern haben . . . . 11 75 14 
» die Schwegtern und Brüder haben . 17 (3 10 
» die nur Brüder haben . . . . . 12 76 12 
Die geringe, bei beiden Geschlechtern gleichginnige Ab- 
weichung der Kinder „mit Brüdern und Schwestern“ beruht darauf, 
daß in dieser Gruppe Kinder mit drei und mehr Geschwistern 
häufiger Sind als in den andern beiden. Die Vergleichung von 
Gruppen gleicher Geschwisterzahl aber ungleicher Gegehlechts- 
zuSammensetzung der Geschwisterreihe bestätigt das Fehlen er- 
kKennbarer Beziehungen. 
Der Begitz von Schwestern begünstigt algo die 
Entwicklung der Reflektion bei Knaben nicht in 
erkennbarem Maße, -- ein Ergebnis, das zur Beurteilung 
der von Koedukation bewirkten Angleichung der Gegchlechter 
bezw. der wechsgelseitigen Förderung der Geschlechter wohl Ver- 
wertung finden kann. Von einer gegengeitigen Förderung anders- 
geschlechtlicher Geschwister ist weder in Angehung der Reflektion 
noch in bezug auf die Schulleistungen etwas zu bemerken, in 
bezug auf die letzteren wie hingichtlich des Schulfleißes und 
der UnterlasSung des Schwatzeng während des Unterrichts 
finden wir vielmehr (8. im folgenden) den Begitz von Gegchwistern 
des andern Gegchlechts nachteilig wirken. 
7. Das Urteil der Kinder über einander. 
In der dritten Niederschrift, über deren Anfertigung oben 
berichtet wurde, hatten die Kinder anzugeben, welcher ihrer Mit- 
Schüler ihnen am liebsten gei, welcher der klügste, welcher der 
tröhlichste und welcher der traurigste. Diese Fragen wurden in der 
Hoffnung gestellt, in den Urteilen der Kinder über ihre Mitschüler 
Material zu deren Charakteristik zu gewinnen. 
Als „klügste Kinder“ wurden durchweg diejenigen genannt, 
die auch nach dem Klasgenplatz als besonders Schultüchtig an- 
zuSprechen waren. Diese Gruppe von Angaben vermag uns also
	        

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