Full text: Zeitschrift für Kinderforschung - 34.1928 (34)

46 A. Bugemann: 
8. Die Kinder im Urteil ihrer Lehrer. 
Die Auswertung der Urteile, welche die Lehrer über ihre 
Schüler auf VeranlasSung des VerſfagsSers abgaben, zeigte zunächst, 
daß derartige Urteile um 80 brauchbarer gind, je näher die zu be- 
urteilende Kigenschaft des Schülers der Schultüchtigkeit desselben 
liegt, daß Sie aber um 80 weniger zu gebrauchen Sind, je weniger 
die fragliche Kigenschaft mit der Schultüchtigkeit zu tun hat. 
Um es vorweg zu nehmen: eindeutige Beziehungen ZWwIiSChen. 
Schwatzhaftigkeit und Geschwisterzahbl ließen Sich aus den Ur- 
teilen der Lehrer über diese Bigenschaft ihrer Schüler ohne 
weiteres erkennen, ebenso zwiSchen Lenkgamkeit des Schülers und. 
Geschwisterzahl. Ganz unregelmäßig und undurchgichtig dagegen 
verteilen Sich die Häufigkeitswerte für die Urteile über gesgelliges, 
ungeselliges, heiteres und gedrücktes, verschlossenes und offenes. 
Wegen. * Zur Erklärung dessen bedarf es nur des Hinweises ,daß. 
es einem Lehrer auffallen muß, wenn ein Kind schwatzbhaft ist und. 
dadurch den Unterricht stört, ebenso, wenn ein Kind Seinen Be- 
einflusSungsverguchen Widerstand entgegensgetzt und damit Seine 
Erziehungsabsichten zum Scheitern bringt, daß dagegen das Urteil 
des Lehrers über die andern genannten BEigenschaften in viel- 
höherem Maße von Zufälligkeiten der Beobachtung abhängt, unter 
Umständen auch infolge des Unterschiedes zwiSchen Schulleben - 
und außerschulischem Leben durch eine besondere BSchul- 
einstellung des Kindes geradezu in die Irre geführt werden kann. 
Natürlich könnte man eine Erklärung auch darin guchen, daß- 
die zuletzt genannten Ligenschatten (gegellig, heiter, offen) mehr 
anlagebedingt geien als die zuerst genannten (Schwatzbhaft, lenk- 
Sam) und aus diesem Grunde keins Variation ihrer Häufigkeit bei 
Vergleichung der Geschwistrigkeitsgruppen zeigten. Ein Ppogitiver 
Schluß aber in dieser Richtung ist nach dem Ausgeführten nicht. 
wohl erlaubt. 
1 Lenksamkeit, 
Von besonderer Bedeutung erschien es, die etwaige Beziehung 
zwiSchen Geschwisterschaft und Erziehbarkeit zu ermitteln. Ab- 
Sichtlich wurden die Lehrer nicht gebeten, ein Urteil über den 
Grad der Erziehbarkeit zu geben -- ein 80 diffuser Begriff hätte: 
zu viele Möglichkeiten der Beurteilungsweiss offen gelassen --.. 
2? Ihre sStatistiSche Bearbeitung ist' darum auch nicht mitgeteilt worden. |
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.