Full text: Zeitschrift für Kinderforschung - 34.1928 (34)

Gegehwisterschaft, Schultüchtigkeit und Charakter. 47 
gondern die Frage auf die Alternativen „lenksam -- uvnlenksam?' 
beeinflußbar --- unbeeinflußbar?“ eingeengt. Es wurden zwei mit-- 
einander verwandte Begriffspaare geboten, um Mißverständnisse: 
bezüglich der gemeinten Eigenschaft auszuschließen und außerdem. 
- dem urteilenden Lehrer die Möglichkeit zu bieten, Sich Je nach der 
Lage des Falls verschiedenartig auszudrücken. In der Regel haben. 
die Urteilenden Sich des Terminus „lenksam“ (bezw. „unlenksam“) 
bedient. - 
Der Grad der „Lenkgamkeit“ eines Mengchen ist von großer 
Bedeutung für den Erzieher, und eben darum ist es jedem Erzieher 
möglich, ein Urteil über diege Bigenschaft Seines Zöglings ab- 
zugeben. Oft genug Kommt er in die Lage, ein gewisses Maß von. 
;hr vorauszugetzen, nicht ganz Selten aber ist auch der Fall, daß, 
er an ihre Grenze Stößt. Es Scheint infolgedessen den befragten. 
Lehrern nicht Schwer gefallen zu Sein, ein Urteil in dieser Richtung: 
zu fällen. Auf die beiden Schulen verteilen Sich die Urteilshäufig-- 
keiten folgendermaßen: 
lenksam unlenksam ohne Urteil 
Mn. .... .- 339 5,4 60,7 
M... - 67 15.0 8,3 
Sehr viel häufiger also als die Lehrer der Knabenmittelschule: 
haben die Lehrerinnen und Lebrer der Mädchenmittelschule ein. 
diegbezügliches Urteil abgegeben. Dasgelbe Verhältnis besteht in. 
den anderen charakterologischen Angaben. Vielleicht gründet das. 
in einem Stärkeren psychologischen und persönlichen Interesse der 
Lehrerinnen, es können aber auch jußere Umstände entscheidend. 
gewirkt haben. 
Wir ermitteln zunächst, wie viel Prozent der Kinder einer 
Geschwistrigkeitsart das Prädikat „lenksam“ bezw. „unlenksam'“* 
(bezw. „beeinflußbar“ -- „unbeeinflußbar“) erhalten haben. Bs. 
ergibt Sich: 
Gegehwisterzahl: ÜÖ 1 2 3 4-9 
Kn lenksgam . . - 22 33 36 50 44 
unlenkgam . - 9 9 4 0 0 
Md lenksam . . . 15 61 72 48 39 
'unlenkgaam 8 12 1 15 26 
Überragchenderweise verhalten Sich beide Gegschlechter ent-- 
gegengesetzt, jedes für Sich genommen aber eindeutig: 
Je mehr Geschwister ein Knabe hat, desto- 
häufiger erhält er das Prädikat lenkgsam, desto 
g61tener das Prädikat unlenkgam; Je mehr Ge--
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.