Full text: Zeitschrift für Kinderforschung - 34.1928 (34)

48 A. Busemann: 
SChwiSter ein Mädchen hat, desto Seltener er- 
hält es das Prädikat lenkg8am, desto häufiger 
das Prädikat unlenksgsam. 
Diese Paradoxie ist nicht leicht zu erklären, 80 deutlich gie 
auch aus den mitgeteilten Werten ergehen werden kann. Man 
könnte die Erklärung in folgendem 8suchen: Je größer eine Familig 
iSt, desto größer ist für ein Kind die Wahrscheinlichkeit des Be- 
Sitzes andersgeschlechtlicher Geschwister. Knaben mit vielen Ge- 
Schwistern Stehen also mehr unter dem Einfluß von (lenksamen) 
Schwestern, Mädchen in gleicher Lage unter dem Einfluß (unlenk- 
Samer) Brüder. Es würde g8ich also um Angleichungen an das 
andere Geschlecht handeln, wobei die Mädchen als im allgemeinen 
Jenkgam, die Knaben als an Sich unlenksgam in Rechnung gegtellt 
werden. 
Wenn dem 80 ist, Steht eine deutliche und starke Beziehung 
zwiSchen der „Lenksamkeit“ und dem Begitz gleich- bezw. anders- 
geschlechtlicher Geschwister zu erwarten. 
Die Vergleichung der Geschwisterreihen ergibt tatsächlich eine 
etwas größere Häufigkeit der Schwestern in den Geschwisterreihen 
der lenksamen Kinder, eine größere Häufigkeit der Brüder in den 
AieSchwisterreihen der unlenkSamen: 
Jenksgame wmnunlenkgame Kinder 
Anzahl der Brüder . . . . . . . 148 37 
» »„ Schwestem . . . . . . 167 34 
Aber diese Differenz ist nicht 80 groß, daß gie zur Erklärung 
:auszureichen Scheint, und wir müssen Vorläufig dahingestellt Sein 
Jassgen, wie unger Befund zustande gekommen Sel. 
ZwiSchen der Stellung des Kindes in der Geschwisterreihe und 
der Beurteilung der Lenksamkeit ist keine Beziehung zu erkennen. 
Ü. Die „Schwatzhaften“ und „zappeligen“ Kinder. 
23) Die Schwaätzhaftten Kinder fallen dem Lehrer 
dadurch auf, daß gie durch Geschwätz mit Platznachbarn den 
Unterricht stören. Auf Lehrerurteile in dieser Richtung kann man 
größtes Vertrauen Setzen, denn kaum eine andere Eigenschatt des 
„Schülers drängt Sich dem Lehrer 80 unvermeidlich auf und prägt 
Sich ihm 80 gut ein. Andergeits handelt es Sich um eine Bigen- 
Schaft, die das Kind nur mühgam unterdrückt. Endlich. ist an- 
Zunehmen, daß die Neigung zum Schwatzen eine enge Beziehung 
zum Milieu bat. Zwar dürfen wir in vielen Fällen Schwatzgucht
	        

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