Full text: Zeitschrift für Kinderforschung - 34.1928 (34)

Die minderjährigen Rechtsbrecher. 69 
in der Woche; die übrigen 11 ,9%, trinken gelegentlich (nicht Seltener, 
als 2--3mal monatlich). 
31,69/, Schnupiten Kokain tagtäglich; 37,19/, 4--5mal wöchent- 
lich, je nach dem „Verdienst“; 18,8*/, Schnupften nur gelegentlich 
ihauptsächlich wenn Sie Sich zum Geschäfte vorbereiteten), immerhin 
aber nicht weniger als 2mal wöchentlich; bei den übrigen 12,50/, 
truyg das Kokainschnupfen einen gelegentlichen, unsystematischen 
Charakter. 
In 21,40, der Fälle fanden wir bei den Kokainisten eine Per- 
foration der Nagenscheidewand, 43,4/, erzählten von Sinnestäuschungen, 
13,7% von ParaostheSien; 18,3%/,; wurden in den Trrenanstalten 
und Entziehungsanstalten bebandelt. Die Anlässe zu der Narkomanie 
waren Sehr verschiedenartig: an erster Stelle stand die Nachahmung 
der Kameraden und Erwachsenen, was durch die bei den Minderjährigen 
fest eingewurzelte Meinung, daß der Kokainierte viel mutiger und 
Schlagfertiger Sei, daß er viel leichter einer Verfolgung entweichen 
könne, begonders begünstigt wird. 
Auch andere Motive des Kokaingenusses kommen bei ungeren 
Probanden vor: aus Unart, aus Neugierde, um gich aufzuheitern, ge- 
Sellschaftshalber; als Anlässe zur Narkomanie, müsgen hier auch die 
mit diegem oder jenem Mißerfolge zugammenhängenden Verstimmungen 
genannt werden. 
Die Anwendung des Kokains wegen körperlicher Schmerzen (Zahn- 
weh, rheumatischer Schmerzen u. dgl) kommt im Unterschiede von 
den Erwachgenen äußersgt gelten vor. 
Dies alles Sind nur Anlässe; die Urgache liegt in der über- 
wiegenden Mehrzahl der Fälle in konstellativen Faktoren, deren -Kin- 
fluß desto ausschlaggebender gein wird, je labiler das Subjekt nach 
Seinen konstitutionellen Begonderheiten erscheint. Nach unseren 
Materialien ist die Anzahl der Narkomanen unter den reaktiv-labilen 
Zöglingen eine bedeutend größere und gie rezidivieren viel ragcher, 
als es bei den anderen Gruppen, insbesondere bei Schizothymen und 
Schizoiden der Fall ist. 
Wir möchten hier noch bemerken (ohne irgendwelche verall- 
gemeinernde Schlügse ziehen zu wollen, da die Zahl der Beobachtungen 
eine zu geringe iSt), daß wir bei ungeren minderjährigen chronigchen 
Kokainisten in 7 Fällen epileptiforme Anfälle vermerken konnten, -- 
deren Urgache wir mit einem gewissen Wahrgscheinlichkeitsgrade , als. 
im ZuSammenhange mit dem Kokainmißbrauche Stehend, betrachten 
können.
	        

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