Full text: Zeitschrift für Kinderforschung - 34.1928 (34)

Zehn Jahre Heilerziehnng. 
Von 
Stadtmedizinalrat Dr. W. Fürstenheim. 
Die Stadt Frankfurt a. M. begitzt Seit nunmehr 10 Jahren, 
nämlich Seit dem 1. September 1917, eine ärztlich-pädagogische 
Einrichtung, wie gie den meisten Städten auch heute noch fehlt: 
eine Heimschule für geelisch gefährdete Kinder. Von Anfang an 
wurden ihr nach dem Vorschlag des ärztlich-psychologischen Fach- 
beraters des Jugendamtes, der damals gleichzeitig Arzt der 
Städtischen Kinderheime war, diejenigen Kinder anvertraut, die in 
den übrigen Städtischen Kinderheimen Sich als zu Schwierig er- 
wiegen und offenbar Anforderungen besonderer Art an die Erzieher 
und die exrziehlichen Kinrichtungen stellten. Gleichzeitig aber 
wurden grundsätzlich auch Solche Kinder zur Aufnahme vor- 
gegehen, die noch in keinem Kinderheime gewesen waren, die aber 
in den Schulen und auf den Schulwegen, daheim und auf der Straße 
ähnliche Schwierigkeiten machten. V orausgetzung der Aufnahme 
war, daß die ärztlich-psychologische Untersuchung Solche Ur- 
Sachen der Schwierigkeiten in der Person des Kindes feststellte, 
die durch erziehliche Beratung von Schule und Haus oder auch 
durch Vergetzung in eins der übrigen Kinderheime aller Voraus- 
Sicht nach nicht behoben werden könnten. Um auch die Gefahren 
der Schulwege, vor allem das überaus verbreitete Schulschwänzen 
zu bannen, wurde gleichzeitig ein Lehrer für den Unterricht im 
Hause von der Schulbehörde zur Verfügung gestellt und die 
Leitung des Ganzen dem ärztlich-psychologischen Fachberater des 
Jugendamtes anvertraut, dem damals Schon eine über ein Jahr- 
zehnt umfassende heilerzieherische Erfahrung zu Gebote Stand. 
Die rechtzeitige und einigermaßen zuverlässige Erkennung 
einer anlagemäßigen Gefährdung ist der eine wegentliche Fort- 
Schritt der ärztlichen Jugendkunde; er hat eigentlich die Durch- 
führung der alten Schulpraktischen Forderung, nämlich auf Ent- 
fernung diegser Störenfriede aus den öffentlichen Schulen Schon zum
	        

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