Full text: Zeitschrift für Kinderforschung - 34.1928 (34)

Zehn Jahre Heilerziehung. 93 
Schöpferische pädagogische Phantasie, die von all denen gefordert 
werden muß und auch tatsächlich aufgebracht wird, die Sich 
SoOlcehem Werke widmen. Und daß die Erfolge nicht etwa nur 
vereinzelt Sind, hat Sich erst jetzt wieder beim zehnjährigen Ge- 
burtstagsfest des Heims gezeigt. Yreilich haben Sich die „EKhe- 
maligen“ vielfach erst nach Beendigung unserer Feier und ihrer 
'Tagegarbeit eingefunden und 80gar eine eigene Vereinigung be- 
gründet. Soweit die dreihundertzwanzig jungen Menschen, die bis- 
ber durch das Heim gegangen. Sind, bereits im Leben Stehen, Sind 
es vielfach ganz gesunde, rohe, innerlich-Selbständige Menschen 
geworden. Auch rein wirtschaftlich Kann Sich also der Erfolg des 
Heims gehen lassen. Die Einzelheiten der Berechnung gehören 
nicht hierher. Setzt man aber die Arbeitsverdienste der aus 
dem Heim jährlich vollerwerbsfähig und lebenstüchtig zur Ent- 
lassung kommenden Jungen und Mädchen an, bringt in Abzug den 
Anteil, der nach den Regeln der Wahrscheinlichkeit durch Krank- 
heiten und Unglücksfälle vorzeitig ausscheidet, rechnet aber hinzu 
die voraussichtlichen Ersparnisse an Krankenhaus-, Gefängnis-, 
Unterstützungskosten, 80 Kommt man bei Sehr vorsichtiger Kal- 
kulation auf eine jährlich Steigende, Schon nach einem Mengehen- 
alter mindestens 10 *?/, Verzingung des aus den jährlichen Betriebs- 
kosten errechneten Anlagekapitals. Wie froh könnten wir Sein, 
wenn alle ungere kulturellen, ja nur ungere wirtschaitlichen Unter- 
nehmungen eine Solche Rente ergäben. Die heute 80 im Vorder- 
orunde stehende Wirtschaft kann den produktiven Wert Solcher 
Sozialen Kulturarbeit gar nicht hoch genug einschätzen. Denn 
wenn ungere pasSive Handelsbilanz durch Qualitätzarbeit wieder 
aktiv werden 8011, 80 brauchen wir zunächst einmal den deutschen 
Qualitäts mengehen. Aber -- wir würden ja unsere Arbeit 
Selbst entweihen, wenn wir Sie vor allem wirtschaftlich auffaßten. 
Ist doch gelbst in den Augen weitblickender Wirtschaftsführer die 
Wirtschaft nicht Selbstzweck. Alle ihre RationaliSierung dient der 
Freimachung, ihre Erzeugnisge der äußeren Veredelung des 
deutschen Mengchen, ihre Erträgnisse -- nicht zuletzt der ma- 
- teriellen Ermöglichung unsgerer Sozialen und kulturellen Arbeit zur 
Belebung und Vertiefung ungeres jungen Volkstums aus den 
inneren geistig-gittlichen Quellen des ewigen Werdens.
	        

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