Full text: Zeitschrift für Kinderforschung - 45.1936 (45)

Tagungen. 
Allgemeiner Fürsorgeerziehungstag in Kassel vom 20. bis 22. Mai 1935. 
(Nach einem Referat von Dr. Annaliese Ohland in dem „Zentralblatt 
für Jugendrecht und Jugendwohlfahrt“ 27. Jahrg., Nr. 5.) 
Diese Tagung der Mitglieder des „A... 1.“ (Allgemeiner Fürsorge- 
Erziehungstag) war die erste im 3. Reich und diente dem doppelten Ziel, 
„den Teilnehmern die Erziehungsgrundgätze und -aufgaben des National- 
Sozialismus allgemein und in ihrer Auswirkung auf die PF. E. nahezubringen 
und ihnen gleichzeitig ein Bild des gegenwärtigen Standes in der F.K. zu 
vermitteln.“ | 
Am 20. Mai fand eine halböffentliche Abendkundgebung statt, die in 
den Kreisgen der Bevölkerung für die Arbeit der F. IB. werben Sollte. Außer 
den Mitgliedern des A.F. E.T. nahmen die zuständigen Behörden KassSgels, 
Parteidienststellen und Freunde der Arbeit als Gäste teil. Heinz Vagt, 
der Referent im Hauptamt für Volkswohlfahrt bei der NSDAP.-Reichsleitung, 
Sprach als erster über das Thema „Nationalsozialigmus und Sozialerziehung“. 
Der Vorgitzende des A.F.E.T., Pastor Wolff, Hannover-Kleeteld, gab in 
Seinem Vortrag ein anschauliches Bild des Lebens in der F.E. und wies aul 
diese Arbeit als volkspädagogisch notwendig und wertvoll hin, zeigte dann 
die Wirkung des nationalsozialistigchen Umbruchs auf die Arbeit und Sprach 
die Hoffnung aus, „daß auch die Erziehungsarbeit in der F.K. durch die 
positiven Kräfte, die unger ganzes Volk heute bewegen, weiter geC- 
fördert werde“. 
Die Vorträge der Tagung selbst: 1. „Die Krzichungsaufgaben des 
Nationalsozialiemus“, von dem Reichsschulungsbeauſtragten der N.s.V., 
Gauleiter Maierhofer, Berlin. 2. „Die Auswirkungen nationalso0z1a- 
liStiScher Erziehungsgedanken und die Wandlungen, die der Nationalsozialis- 
mus auf allen entscheidenden Gebieten des deutschen Volkslebens hervor- 
gerufen hat, auf die Praxis der PF. E. außerbalb der Heime“ von Hans Wol- 
lasch, Dozent an den Sozialen Schulen des Deutschen Caritasverbandes 
Freiburg i. B. 3. „Wandlungen, die der Nätionalsozialiemus im Krziehungs- 
heim für weibliche Jugendliche gebracht hat“, von Frau Oberin Keßler, 
Leiterin des Dorotheenheims in Düsgeldorf. 4. „Wandlungen, die die männ- 
liche Heimerziehung durch den nationalsozialistischen Umbruch erlebt bat“, 
von Dr. Bendokat, Dozent an der Volkspflegerschule des Stephansstiftes 
Hannover. Das grundsätzliche erste Referat stellte die neu erkannte Bin- 
dung ungeres geistigen Lebens an die Rasse heraus, die Referate aus der 
Praxis berichteten über den Kinfluß der Volksbewegung auf die Zöglinge 
Selbst und auf die Krzieberschaft der F.E. und ihre Zielsetzung. Heim- 
bildung, Gemeinsgcbhaftsbildung würden zum Teil erst jetzt möglich. Das 
allgemeine Ziel deutscher nationalsozialistigcher Erziehung, „der politische 
Mengeh“, gelte auch in der F.K. Dr. Bendokat wandte Sich der Frage 
der Minderwertigkeit der F. E.-Zöglinge zu. Er warnte vor Überschätzung 
und vor Unterschätzung der Minderwertigkeit. „Die Verharmlogung der 
Minderwertigkeit führe zu der Folgerung, daß Arbeitsdienst, Landjahr und 
andere Formen. nationalsozialistiScher Erziehung die E.K. überflüssig 
Zeitschrift für Kinderforschung. 45. Band. 3
	        
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