beerſträucher. Die Arbeiten, die hier zu erledigen ſind, können auch die Schwächſten
vollbringen. Das Umſeßen der Kompoſthaufen, der Laub- und Frühbeeterde, das
Durchwerfen durch das Sieb und das Karren nach oder von den Frühbeeten,
erfordert zwar mehr Körper-, aber wenig Geiſteskräfte, Wie mannigfaltig ſind
ſodann die Arbeiten in den Quartieren des Gemüſebaues, der Blumenzucht und
der Stecklingskulturen, vor allem auch in den Frühbeeten und in den Gewächs-
häuſern. So können alle ihren körperlichen und geiſtigen Kräften entſprechend
beſchäftigt werden, und ſomit ſyſtematiſch ihre Arbeitsfähigkeit und Arbeits?
freude zur Entwicklung kommen.
Der Erfolg, den dieſe Gartenarbeit zeitigt, iſt durchaus zufriedenſtellend. Nicht
nur körperlich, ſondern auch geiſtig und beruflich machen unſere Zöglinge die
beſten Fortſchritte. Die verſchiedenen beruflichen Fähigkeiten zeigen und ent-
wickeln ſich, wenn die Körperkräfte und der Arbeitswille vorhanden ſind. Auch
gärtneriſche Fähigkeiten zeigen ſich, ſo daß wir jedes Jahr einige unſerer Zög?
linge als Gärtnerlehrlinge unterbringen können. Darum haben wir jetzt einen
weiteren Schritt in der Entwicklung unſeres Berufsſchulgartens getan und haben
bei der Fachkammer für Gartenbau in Dresden den Antrag auf Anerkennung als
Lehrgärtnerei geſtellt, Gleichwohl aber bleibt oberſter Grundſaß, daß das Tages-
heim für berufliche Erziehung mit der gärtneriſchen Beſchäftigung der Jugend-
lichen in erſter Linie die körperliche, geiſtige und <arakterliche Ertüchtigung
bezweckt, Es gilt hier im beſonderen, was der Ende 1929 heragusgegebene Bericht
im allgemeinen ſagt: „Es kommt uns zunächſt gar nicht ſo ſehr auf die Berufs-
ausbildung der Schwachſinnigen an, ſo ſehr es auch den Anſchein hat. Sie iſt
uns vielmehr nur Mittel zu dem Zweck, den geiſtigen Zuſtand unſerer
Schüler zu heben, ihre geiſtige Entwicklung zu fördern (S, 24). So iſt das Ziel
unſerer Arbeit in erſter Linie nicht die berufliche Ausbildung, ſondern die
berufliche Erziehung der Heimjugend, Das kommt ſchon darin zum Aus-
druF, daß unſere Anſtalt nicht Tagesheim für berufliche Ausbildung, ſondern
für berufliche Erziehung genannt wurde“ (S, 27).!
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Planſchbecken im Schulgarten.
Mit 1 Tafel. -/
Von Max Müller,
Schulgärten größeren Umfanges, in denen ſich außer den Arbeitsbeeten der
Oberſtufe auch Pläße für die Grundſchule ſchaffen laſſen, ſollten neben den
Einzelbeeten, dem Sandbaukaſten und der mindeſtens 500 qm umfaſſenden
Spielwieſe wenn irgend möglich auch ein PlanſchbeXen aufweiſen. In Form,
Größe, Waſſerhöhe uſw. wird man an ein ſolches andere Forderungen ſtellen
1 Berufserziehung als Jugendfürſorge, Bericht über das Tagesheim ſür berufliche Erziehung
in Leipzig, Von A, Böttger, 1929, Kommiſſionsverlag: Dürr'ſche Buchhandlung in Leipzig,
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