Full text: Die Deutsche Schule : eine allgemeine Zeitung für Unterricht, Schulwesen u. Pädagogik überhaupt - 2.1833 (2)

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Eine allgemeine Zeitung für Unterricht, Schulweſen und Pädagogik Überhaupt. 
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J8ahrheit, nichts 
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als Wahrbeit. Den 18. Juli 13833. 
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Von der deutſchen Schule erſcheinen wöhentlic) 2 Numern, jede von 
nicht getrennt wird, koſtet 4 Thater oder 7 Fl. 12 Kr. Rhn., 
werden. Alle 
oder an das K. Preuß. Grenzpoſtamt in Halle. 
und auf Verlangen honorirt- Die Namen 
1/ Bogen in gr. 4+, alſo jährlich 104 Numern« 
wovon halbjährlich 2 Thaler oder 5 
Buchhandlungen und Poſtämter nehmen Beſtellungen anz 
Die Verſendung geſchieht 
der ſich nicht ſelbſt nennenden Mitarbeiter und Korreſpondenten bleiben gewiſſenhaft verſchwiegen. 
Der Jahrgang, welcber 
Fl. 30 Kr. vorauSbezablr 
die lestern wenden ſich an die K. Sächſ. Zeitungsexpedition in Leipzig 
wöchentlich. =- Plangemäße Beiträge werden mit Dank angenommen 
 
Snhalt. 
4) Neve Organiſation des Bürgerſchulweſens in Leipzig. 
2) Sendſchrewven an Herrn Profeſſor Nobbe 2e. 20. 
5) Korreſpondenznachrichten aus Dresden und Gelle« 
3) Generalkorreſpondenz und Miscellen« 
 
Neue Organiſation des Bürgerſchulweſens in Leipzig. 
(Aus dem Programm des Dir, der Bürgerſ<hule, Hrn. D. Vogel.) 
Die Geſammzahl der ſchulpflichtigen Kinder in Leipzig 
beträgt ungefähr 6000, wovon 2800 völlig unentgeltlichen Unter: 
richt in der Armenſchule, der Rathsfreiſchule, der Wendler'ichen 
Freiſchule und der Schule am Arbeitshaufe für Freiwillige 
erhalten. Die übrigen, mit Ausſchluß der Gymnaſialichüler 
etwa 2300, machen den eigentlichen Beſtand der Bürgerſchule 
aus. Die meiſten derſelben werden jeßt in Privatſchulen (16) 
unterrichtet. Man beabſichtigt nun, für den Unterricht diefer 
Kinder durch dffentliche Anſtalten beſſer zu ſorgen. Zu dieſem 
Zwecke ſollen für die Kinder vom 6ten bis 8ten Lebensjahre 
Clementarſchulen in mehrern Stadtvierteln errichtet werden, 
deren Unterrichtsgegenſtände Sprech? , Leſes und Gedächtniß 
übungen, die ertten Elemente des Religionsunterrichts, die An: 
fangsgründe des falligraphiſchen und orthographiſchen Schreie 
bens, Rechnen , beſonders Kopfrechnen , Singen und die An! 
fangsgründe des Zeichnens, jedoch nur auf der Schiefertafel, 
ſind. Jede dieſer Elementarſchulen wird in zwei Kla? 
ſen , jede Klaſſe in zwei Abtheilungen zerfallen , und erhält 
einen Ober- und einen Unterlehrer, 
Wer das Ziel der Elementarſchule erreicht hat, geht in 
die bereits organiſirte Bürgerſchule über. In ihr ſind die 
Geſchlechter getrennt, und jedes derſelben wird in 6 Klaſſen 
unterrichtet. Sie umfaßt zwei Bildungsſtufen, deren ertie 
(die Mittelſchute, Klaſſe 6, 5 und 4) eine Fortſeßzung und 
Erweiterung des Elemeniarunterrichts bildet und Knaben und 
Mädchen ohne Rückſicht ihrer weitern Beſtimmung aufnimmt, 
während die zwette (die eigentliche Bürgerſchule, Klaſie 3, 2 
und 1) nur für folche Schüler veſtimmt iſt, die ihren Schuls 
curfüs in dieſer Unſtalt beendigen. Meligionsunterricht, beſon; 
ders Bibelfande, deutſche Sprache in häufigen müntligen und 
ſchriftlichen Uebungen , practiſches Rechnen im Kopfe und auf 
der Tafel bis zu möglichſt großer Fertigkeit und Gewandtheit, 
Geographie, vaterländiſche Geſchichte und Verfaſſungs kande, 
das Nördigſte aus der Naturkunde, mit beſonderer Deorückiich: 
tigung der Technologie, und endlich Zeichnen und Singen = für 
die Mädchen auch weibliche Arbeiten = bilden die Gegenände 
des Unterrtcbts in dieſer Schule. 
T):e dritte Stufe des bürgerlichen Schulwefens bildet die 
Realſchule (höhere Bürgerſchiie), welche als Fnabenſchule 
auf die gehdrige allgemeine wiſſenſchaftliche Vorviidung der 
Knaben berechnet iſt, Welche ſich etnem techniſch practſchen 
Berufe beſtimmen, der mehr als Dandfertigkeit und medanticdhe 
Uebung fordert, aiſo der großen Klaſſe von Fabrikanten, Künſt? 
lern, Kaufleuten, Deconomen, Berg, Forſt» und Poſibeamten, 
ferner Subalternen bei den Verwaltungsbedödrden, Rechnunvgs: 
führern 2c. 3 als Mädchenſchule aber einen volhnändigen Curſus 
hößerer weiblicher Bildung beabjichtigt. Die Reatchute für 
Knaben ſoll 4 Klaſſen erhalten und Schüier vom 12ten bis 
16ten Lebensjahre unterrichten. Als Lehrgegenſtände jind bes 
ſtimmt : Mathematik und Naturwiſſenſchaften, Zeichnen, neuere 
Sprachen, wiſſenſchaftlicher Religionsunterricht, Geographie, 
Geſchichte, Geſang- Die Realſchule für Mädchen (vom 12ten 
bis zum vollendeten 15ten Jahre) ſoli 3 oder 4 Kiaſen erhais 
ten, je nachdem die Zahl der Schülerinnen es erfordern wird. 
Der Lectionsplan iſt weit einfacher, als der der Knabenſchule. 
Namentlich fällt der Unterricht in der reinen Mathematik (mit 
Ausſc<luß des Rechnens) weg. 
Von höhern Lehranſtaiten würden folgende in Beziehung 
zu einer Realſchule für Knaben ſtehen : 
1) eine vollſtändige polytechniſche Schule z 
2) eine Handelsſchule (die bereits in Leipzig beſteht) ; 
3) Berg: , Forſt/, Daus und landwirthſchafiliche Ucademien 
und Inttitute. 
An die Bürgerſchule, als ſelbſtſtändige Anttalt, könnte fich 
eine Gewerbeichuie, oder auch eine Sonntagsſchule, zur Förs 
derung der Strebſamkeit des Handwerksjtandes, antchließen. 
Für die Erhaltung wiſſenſchaftlichen Intereſſes bei den der 
Sulz? Gntwachſenen läßt ſich künftig, vielletdt durch ys; 
puläre Vorleſungen über allgemein iniereſſante Gegenſtände, 
leicht ſorgen , ſobald nur erſt tüchtige und zweadmäſig 575
	        
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