Full text: Die Lehrerin : Organ des Allgemeinen Deutschen Lehrerinnenvereins - 32.1915/1916 (32)

Heſthen dafür benußten und nicht3 dagegen hätten, dein 
Kalender davon entlaſtet zu ſehen. 
Das Sommerhalbjahr wird genügen, um die Wünſche 
unſeres Verbandes hinſichtlich der endgültigen Geſtaltung 
unjeres Kalenders zum Ausdru> zu bringen. Der Fortfall 
des für ein volles Schuljahr beſtimmten Notizenteils läßt 
zugleich den Zwang wegfallen, den Ericheinungstermin des 
Kalenders auf den 1. April feſtzulegen; wir werden ihn 
daher wieder, wie alle anderen Kalender, zu Weihnachten 
erſcheinen laſſen und damit vielfach ausSgeſprochenen Wünſchen 
nachfommen. 
Wir bitten unſere Vereine dringend, alle Adreſſen- 
veränderungen umgehend der Geſchäſtsſtelle des 
A. D. L.-V., Berlin W 62, Bayreuther Str. 38, anzuzeigen.“ 
Der Vorſtand des A. D. L.-V. 
I. A. Helene Lange. F. Rommel. 
Der Deutſche Lehrerinnenkalender für 1915 ift gegen Gin- 
jendung von 55 Pf. portofrei ſowohl durch W. Moeſer, Buch- 
handlung, Berlin 814, Stallſchreiberſtraße 34/35, als durch 
unſere Geſchäftsſtelle zu beziehen. Von ſechs Exemplaren an 
wird er mit 40 Pf. berechnet; gegen Ginjfendung von 2,50 4% 
erfolgt alſo die Zuſendung von ſechs Exemplaren portofrei. 
Nachrichten. 
Lehrerinnenüberfluß in der Schweiz. Während in den deutſchen 
Bunde3ſtaaten infolge des Krieges zurzeit die Lehrerinnen ge- 
eignete Stellen, vor allem auch Vertretungen finden, herrſcht in 
der Schweiz ein Überfluß an Lehrerinnen. Der „Züricher Tage3- 
anzeiger“ ſchreibt darüber: „Schon vor einiger Zeit ging durch 
die Breſſe die Nachricht, daß im Kanton Zürich ein Überfluß an 
Lehrerinnen herrſcht, der es ratſam erſcheinen läßt, in der 
 
Auzsbildung weiblicher Lehrkräfte mehr Zurückhaltung zu üben. 
Die jezigen Verhältniſſe haben den Zuſtand noh verſchlimmert. 
Im laufenden Jahr ſtehen der zürcheriſchen Erziehungs8direktion 
über 300 ſtellenloſe Lehrkräfte zur Verfügung, darunter 190 
weibliche, wovon eine Anzahl ſeit 4--6 Jahren vergeblich auf 
eine definitive Anſtellung warten. Da man ſc<on vor zwei, drei 
und vier Jahren nicht alle patentierten Lehrerinnen verwenden 
fonnte, empfahl man ihnen einen zeitweiligen Aufenthalt im 
Ausland, in der Hoffnung, ſie ſpäter zurückrufen und ihnen Brot 
bieten zu können. De38 Krieges wegen müſſen verſchiedene 
früher, als beabſichtigt, in die Heimat zurückkehren, und ihre 
Zahl nimmt immer zu.... Viele Eltern, welche ihre Töchter 
dem Lehrerinnenberuf zuwenden, glauben, der Staat habe die 
Pflicht, naG Erwerb de8 Patentes für eine Anſtellung zu - 
ſorgen. Dem iſt nun nicht ſo, denn ſo wenig wie ein Juriſt oder 
andere Angehörige der Intellektuellen haben ſie einen eigentlichen 
Anſpruch auf eine Staatsſtelle. Die gegenwärtigen Verhältniſſe 
mit ihrem Überfluß an Lehrkräften dürften füglich. als Lehre- 
vinnenelend bezeichnet werden und bilden ein warnende3s Bei- 
ſpiel an Eltern, die ſich mit der Abſicht tragen, ihre Töchter 
dem Lehramte zuzuwenden.“ 
Berichtigung 
zu dem Artikel: „Aus Bismar>s Kindheit und Scüler- 
jahren“. 
In dem Bismar>- Artikel der vorigen Nummer (52 des 
31. Jahrgangs) iſt durch ein Verſehen ein Saß ausgelaſſen 
worden, was den Leſerinnen wohl ſchon durch die Zeichenſezung 
an der betreffenden Stelle bemerkbar geworden iſt. 
Seite 395, Spalte 2, Zeile 26 muß nach dem Wort „wenn 
er fortfährt:“ ergänzt werden: „Was eine Mutter dem Kinde 
wert iſt, lernt man erſt, wenn es zu ſpät, wenn ſie tot iſt; die 
mittelmäßigſte Mutterliebe, mit allen Beimiſchungen mütterlicher 
Selbſtſucht, iſt doch ein Rieſe gegen alle kindliche Liebe.“ M.T. 
 
Hierzu Beilagen von V. G. Tenbner in Leipzig und Berlin, die der Beachtung der Leſer empfohlen werden. 
 
uwe 
Kaszug aus dem Stelſenvermittlungsregiſter des Allgemeinen Deutſchen Lehrerinnenvereins, 
Zentralleitung: Berlin W 62, Bayreuther Straße 38, Gartenhaus pt., Telefon- Amt Kurfürſt 2415. 
1. Sofort ſucht Ritterguts3beſißers8familie, Lauſig, für zwei 
Knaben, 5 und 8 Jahre alt, eine evangeliſche geprüfte 
Lehrerin mit etwas Erfahrung und Lateinkenntniſſen 
(Duarta). Gehalt nach Übereinkunft. 
.. Sofort ſucht Gutsbeſißer3ſamilie, Neumark, für zwei Mäd- 
gen, 6 und 9 Jahre alt, eine evangeliſche, für höhere 
Schulen geprüfte Lehrerin mit etwas Erfahrung. Gehalt 
nac< Übereinkunft. , 
. Sofort ſucht freiherrliche Familie, Melenburg, für drei 
Mädchen von 12, 11 und 10 Jahren eine evangeliſche 
geprüfte Lehrerin mit einer perfekten Fremdſprache und 
etwas Erfahrung, Muſik ſehr erwünſcht. Gehalt 800 4 
und freie Station. 
4. Sofort ſucht Forſtmeiſtersfamilie, Lauſitz, für zwei Mädchen 
von 14 und 81/, Jahren eine evangeliſche, für höhere 
Schulen geprüfte Lehrerin mit Muſikkenntniſſen. Etwas 
Erfahrung iſt erwünſcht. Gehalt 720 4 und freie Station. 
9. Sofort ſucht Rittergut3beſißer38familie, Boſen, für einen 
Knaben, 10, ein Mädchen, 8 Jahre alt, eine evangeliſche, 
für höhere Schulen geprüfte Lehrerin mit Unterrichts3- 
erfahrung. Gehalt nach Übereinkunft. 
6. Sofort ſucht Rittergut5beſißer38familie, Neumark, für zwei 
Mädchen, 13 und 10 Jahre alt, eine evangeliſche, für 
höhere Schulen geprüfte Lehrerin mit etwas Erfahrung 
und guten Muſikkenntniſſen. Gehalt nach Übereinkunft. 
(. Sofort evtl. zum 15. April ſucht adlige Familie, Pommern, 
für zwei 14 jährige Mädchen eine evangeliſche geprüfte 
Lehrerin mit etwas Erfahrung. Sprachkenntniſſe und Muſik 
Bedingung. Gehalt bei freier Station 1000 4. 
iO 
[wie] 
 
3. Zu Oſtern ſucht Paſtorenfamilie, Rheinland, für zwei Mäd- 
Hen, 12 und 8 Jahre alt, eine für höhere Schulen geprüfte 
Lehrerin mit Muſikkenntniſſen. Erfahrung iſt erwünſcht. 
Gehalt bei freier Station 800 „6. 
9. Zu Oſtern ſucht Ritterguts3beſißersfamilie, in der Mark, für 
zwei Knaben, 9 und 62/5, ein Mädchen, 7*/, Jahre alt, 
eine evangeliſche geprüfte Lehrerin mit Lateinkenntniſſen 
und etwas Erfahrung. Gehalt bei freier Station 800 4. 
Zu Oſtern ſucht Rittergutsbeſizers8familie, Oſtpreußen, für 
ein 12 jähriges Mädchen eine evangeliſche, für höhere Schu- 
len geprüfte Lehrerin mit etwas Erfahrung. Gehalt nach 
übereinfunft. | 
Zu Oſtern ſucht Gut3beſitzer3familie, Oſtpreußen, für zwei 
Mädchen, 13 (Zwillinge) und einen Knaben, 6*/, Jahre alt, 
eine evangeliſche geprüfte Lehrerin mit etwas Erfahrung 
und Muſikfenntniſſen. Gehalt 700 46 und freie Station. 
2. Zu Oſtern ſuc<ht Gutsbeſitßersfamilie, in der Mark, für 
zwei Mädchen, 13 und 10, einen Knaben, 7 Jahre alt, 
eine evangeliſ<e, für höhere Schulen geprüfte Lehrerin 
mit. etwas Erfahrung. Muſikkenntniſſe ſehr erwünſcht. Ge- 
halt bei freier Station 750 4%. 
Zu Oſtern evtl. zum 15. April ſucht Familie, Oſtpreußen, 
für ein 11 jähriges Mädchen eine evangeliſche, für höhere 
Schulen geprüfte Lehrerin mit Muſikkenntniſſen. Etwas 
Erfahrung erwünſcht. Gehalt 700 4 und freie Station. 
Zum 15. April ſucht Rittergutsbeſizers8familie, Oſtpreußen, 
für zwei Mädchen von 15 und 11 Jahren (bi38 Oktober kommt 
nod. eine 16 jährige hinzu), eine evangeliſche, für höhere 
Schulen geprüfte Lehrerin mit etwas Erfahrung und Muſik- 
kenntniſſen. Gehalt 900 4 und freie Station. 
10. 
1. 
13. 
14. 
Die Adreſſen der Lehrerinnen und Stellen dürfen nicht weitergegeben werden. 
Bedingungen für den Nachweis der Stellen verſendet die 
Zentralleitung der Stelleuvermittlung des Allgemeinen Deutſchen Lehrerinnenvereins, Berlin W 62, Bayreuther Str. 38, Gartenhaus pt. . 
Tel. - Amt Kurfürſt 2415.“ Sprechſtunden wochentags von 12--3 Uhr, Sonnabends8 11---1 Uhr. . 
Beitrittserklärungen ſind an die. Geſchäftsftelle des Vereins, Berlin W 62, Bayreuther Str. 38, Gartenhaus pt., zu richten. 
Die Stellenvermittlung für akad. geb. Lehrerinnen liegt jezt in den Händen von Frl. Oberlehrerin Mathilde Wolff, 
Charloitenburg, Oranienſtr. 17 111 (Sprechſtunde: Dienstag und Freitag von 3%--4%, Uhr),
	        

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