Full text: Die Lehrerin : Organ des Allgemeinen Deutschen Lehrerinnenvereins - 32.1915/1916 (32)

Eng 
"Auf dem Gebiete de8 Wohnungs3weſen3, da8 auch zu nor- 
malen Zeiten ein Hauptfeld der Tätigkeit der Zentralſtelle 
bildet, wurden in einer von dem Geſchäftsführer geleiteten 
Krieg3tagung von Vertretern der Deutſchen Baugenoſſenſchaft3- 
verbände wichtige Anregungen gegeben, wie dem nach dem 
Kriege mit großer Wahrſcheinlichkeit zu erwartenden Mangel 
an Kleinwohnungen vorgebeugt werden kann. Auch haben die 
wiſſenſchaftlihen Beamten in zahlreichen Organiſationen mits- 
gearbeitet, deren Tätigkeit auf dem Gebiete der Kriegs5wohl- 
fahrt3pflege ſich mit den Aufgaben der Zentralſtelle berührt. 
Auch hat die Zentralſtelle ein Ernährung5merkblatt für die 
: Krieg3zeit in mehr als vier Millionen StüF in amtlichem Auf- 
trage verbreitet. 
Nachrichten. 
Über das Erziehungsheim für ſ<wac<befähigte Mädchen in Bre8- 
lau gibt der Jahresbericht der Anſtalt eingehende Mitteilung. 
Die Zahl der Zöglinge betrug zu Beginn des Berichtsjahres 
20; davon waren 18 aus Breslau, 2 aus der Provinz. Der 
Unterhalt wurde bei 11 Mädchen von der ſtädtiſchen Armen- 
verwaltung beſtritten ; für 5 Mädchen zahlten die Eltern ihren - 
Verhältniſſen entſprechende Beiträge ; aus eigenen Mitteln ge- 
währte das Heim 5 Mädchen freien Unterhalt. Im Laufe 
de3 Jahres verließen 11 Zöglinge das Heim. Von ihnen 
gingen 3 in Stellung als Dienſtmädchen, 2 auswärtige Mädchen 
mußten nach Ausbruch des Krieges zur Vertretung der zum 
Heere3dienſte eingezogenen Brüder ins Elternhaus zurüc= 
kehren; 3 weitere gingen nach erfolgter AusSbildung ebendahin 
- zurück, um im HauShalte tätig zu ſein und zum Teil die dem 
Arbeitö3verdienſt nachgehende Mutter zu erſezen. 1 Mädchen 
mußte wegen gänzlicher Unfähigkeit, ein anderes wegen Ber- 
ſc<hlimmerung eine38 vorhandenen <roniſchen Leidens entlaſſen 
werden; ein weiteres ſtarb im Krankenhaus. Die wirtſc<haft- 
liche Lage des Heim3 blieb dank der Fürſorge der ſtädtiſchen 
- Behörden und der Unterſtüzung durch Freunde und Gönner 
auch während 'der ſc<hweren Kriegszeit günſtig. 
 
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Das Schulweſen Charlottenburgs hat der Magiſtrat der größten 
Berliner Vorortſtadt zum Gegenſtande einer ausführlichen Dar- 
legung in ſeinem leßten Verwaltungs3berichte gemac<t. Danach 
wurden die öffentlichen und privaten Schulen am Ende des 
Winterhalbjahres v. I. von nahezu 38 000 Schulkindern beſucht. 
An den zehn höheren Knabenlehranſtalten genoſſen 4480 Schü- 
ler und an den fünf höheren Mädchenſchulen über 3100 Schüle- 
rinnen Unterricht. Die Beſuch3ziffer der ſtädtiſchen Gemeinde- 
ſchulen, der Hilfsſchulen und der Schwerhörigenſchule ſtellte ſich 
auf über 27000; die 15 Privatſchulen wurden von rund 2900 
Kindern in Anſpruch genommen. Die von der Stadtgemeinde 
für die körperlich ſ<wachen Schüler und Schülerinnen der höhe- 
ren Lehranſtalten im Grunewald eingerichtete Waldſchule, deren 
Unterhaltungskoſten faſt durchgängig durc< Schulgeld aufgebracht 
werden, hatte biäSher günſtige Erfolge aufzuweiſen, da bei den 
meiſten der dort untergebrachten Kinder eine Kröftigung und 
Stärkung, ſowie eine Hebung des Geſamtbefindens feſtgeſtellt 
werden konnte. Ebenſo hat ſich die Einrichtung des orthopädi- 
ſchen Turnunterricht8 an der Sophie-Charlotten- und der Kö- 
nigin-Luiſe-Schule bewährt; die Koſten dieſes unter ärztlicher 
Aufſicht ſtehenden Unterrichts fallen den Schülerinnen zur Laſt. 
Die zehn ſtädtiſchen Schulkindergärten, die zum Teil von noch 
nicht ſchulpflichtigen Kindern beſucht werden, und an denen 
Sprachheilkurſe eingerichtet ſind, haben gleichfalls günſtige Er- 
folge erzielt. (Nach der „Dtſc<. Tages8-Z3Ztg.“.) 
Verſammlungen. 
Die Groß - Berliner Auskunftsſtelle für Frauenberufe lädt die 
Lehrerkollegien und in3beſondere die Lehrerinnen Groß-Berlins zu 
einer Beſprechung 
über den Einfluß der Schule auf die Berufswahl der jungen 
Mädc<en auf Montag, den 30. Auguſt, abends 8 Uhr, in ihre Ge- 
ſchäftsſtelle, Genthiner Straße 13, ein. 
 
- Hierzu Beilagen von B. G. Teubner in Leipzig und Berlin, die der Beachtung der Leſer empfohlen werden. 
 
Auszug aus dem Stellenvermittlungsregiſter des Allgemeinen Deutſchen Lehrerinnenvereins. 
Zentralleitung: Berlin W 62, Bayreuther Straße 38, Gartenhaus pt. , Telephon- Amt Kurfürſt 2415. 
1. Sofort evtl. zum 1. Oktober ſucht Oberamtmannsfamilie, 
' Poſen, für zwei Mädchen von 11 und 9 Jahren eine evaiu- 
geliſhe, für höhere Schulen geprüfte Lehrerin mit Muſik- 
- Fenntniſſen. Gehalt 800 4 und freie Station. 
2. Zum 1. September evtl. 1. Oktober ſucht freiherrliche 
- Familie, Oſtpreußen, für ein 10*/5 jähriges Mädchen eine 
evangeliſche geprüfte Lehrerin mit Muſikkenntniſſen. Ge- 
halt nach Übereinfunft. 
3. Zum 1. September ſucht Gutsbeſitßer3familie, Oſtpreußen, 
* für zwei Knaben, 9 und 7 Jahre alt, eine evangeliſche, 
für höhere Schulen geprüfte Lehrerin mit etwas Exr- 
fahrung. Muſikkenntniſſe ſind ſehr exwünſcht. Gehalt nach 
Übereinfunft. - 
4. Zum 1. Oktober ſucht adlige Familie, Pommern, für 
ein 11jähriges Mädchen eine evangeliſche geprüfte Lehrerin 
mit etwas Erfahrung und Sprachkenntniſſen. Muſik er- 
- wünſcht. Gehalt nach Übereinkunft. 
5. Zum 1. Oktober ſucht adlige Familie, Mecklenburg, für 
.“ einen Knaben, 16, ein Mädchen, 8 Jahre alt, eine evan- 
geliſche geprüfie Lehrerin mit Lateinkenntniſſen (Quarta). 
Muſik Bedingung. Gehalt nach Übereinkunft. 
6. Zum 1. Oktober ſucht gräfliche Familie, Oſtpreußen, für 
einen Knaben von 72/5, ein Mäd<hen von 6 Jahren, eine 
evangeliſche geprüfte Lehrerin mit mehrjähriger Erfahrung 
und Muſikkenntiniſſen. Latein - Bedingung. Gehalt nach 
Übereinkunft. 
7. Zum: 1. Oktober ſucht gräfliche Familie, Oſtpreußen, für 
' zwei Knaben, 10 und 7, ein Mädc<hen, 9 Jahre alt, eine 
evangeliſche geprüfte Lehrerin mit mehrjähriger Erfahrung 
und Lateinkenntniſſen. Gehalt 1000 4 bei freier Station. 
Bedingungen für den Nachweis der Stellen verſendet die 
 
8. Zum 1. Oktober ſucht Rittergutsbeſißersfamilie, Schleſien, 
für drei Mädchen, 12, 8 und 7 Jahre alt, eine evangeliſche 
geprüfte, junge Erzieherin mit Muſikkenntniſſen. Gehalt 
nach Übereinkunft. 
9. Zum 1. Oktober ſucht adlige Familie, Weſtpreußen, für 
zwei Mädchen, 12 und 9, einen Knaben, 10 Jahre alt 
(geht zur Schule), eine evangeliſche geprüfte Lehrerin mit 
perfektem Franzöſiſ; und Muſikkenntniſſen. Gehalt nach 
Übereinkunft. 
10. Zum 1. Oktober ſucht freiherrliche Familie, Oſtpreußen, für 
ein 13 jähriges Mädchen eine evangeliſ<e geprüfte Lehrerin 
mit guten Sprach- und Muſikkenntniſſen. Gehalt 1200 H 
bei freier Station. 
11. Zum 1. Oktober ſucht adlige Familie, Pommern, für ein 
Mädchen, 7*/,, einen Knaben, 6 Jahre alt, eine evan=- 
geliſche geprüfte Lehrerin mit etwas Unterrichtserfahrung 
und Muſikkenntniſſen. Gehalt nach Übereinkunft. 
12. Zum 1. Oktober ſucht adlige Familie, Pommern, für 
ein 12 jähriges Mädcen eine evangeliſche geprüfte Lehrerin 
mit etwas Erfahrung und guten Sprach- und Muſikkennt- 
niſſen. Gehalt nach Übereinkunft. 
13. Zum 15. Oktober ſucht adlige Familie, Pommern, für ein 
Mädchen, 13, einen Knaben, 6 Jahre alt, eine evangeliſche, 
für höhere Schulen geprüfte Lehrerin mit Sprachkenntniſſen. 
Gehalt nah Übereinkunft. 
14. Zum 1. November ſucht Rittergutsbeſitßer8familie, Oſt- 
preußen, für zwei Mädchen, 12 und 10 Jahre alt, eine 
evangeliſche, für höhere Schulen geprüfte Lehrerin mit 
mehrjähriger Erfahrung. Gehalt nac< Übereinkunft. 
Die Adreſſen der Lehrerinnen und Stellen dürfen nicht weitergegeben werden. 
Zentralleitung der Stellenvermittlung des Allgemeinen Deutſchen Lehrerinnenvereins, Berlin W 62, Bayreuther Str. 38, Gartenhaus pt. 
Tel. - Amt Kurfürſt 2415. Sprechſtunden wochentags von 12--3 Uhr, Sonnabend8 11-1 Uhr. = 
- Beitrittserklärungen ſind an die Geſchäftsſtelle des Verein3, Berlin W 62, Bayreuther Str. 38, Gartenhaus pt., zu richten.
	        

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