Full text: Die Lehrerin : Organ des Allgemeinen Deutschen Lehrerinnenvereins - 32.1915/1916 (32)

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Summe von 14800 4 gezeichnet worden war. Die Goldſamm- 
lung an der Anſtalt erreichte biöher die Höhe von 58 500 H. 
Auch andere Schulen berichten gleichzeitig von Kriegsanleihe 
und Goldſammlung. | 
Das Privatlyzeum Dittrich in Berlin zeichnete für die dritte 
Anleihe 25 500 &. Die Goldſammlung der Schule iſt biSher auf 
97 710 4 geſtiegen. 
Lyzeum und Oberlyzeum Stralſund berichtet: Die Zeich- 
nungen auf die Kriegösanleihe unter den Schülerinnen des Ly- 
zeuny13 hat -ergeben: 36 500 H, die Goldgeldſammlung 23 100 4%, 
die Sammlung in der Buchwoche 887 Bände und die Taſchen- 
tuchſammlung für die Austauſchverwundeten 900 Taſchentücher. 
Nachrichten. 
Über Notprüfungen von Lehrerinnen ſchreibt das „Poſener Tage- 
blatt“: Der Weltkrieg, der ſchon manche Erſcheinungen ge= 
zeitigt hat, die man in Frieden3zeiten für unglaublich ge- 
galten hätte, hat wieder eine neue beachtenöSwerte Tatſache 
gezeitigt: Notprüfungen für Lehrerinnen. Die Ein- 
berufung einer ſehr großen Zahl von Volksſchullehrern hatte 
im Schulbetriebe teilweiſe Zuſtände gezeitigt, die im Intereſſe 
de3 Unterrichts wie des Heranwuchſes unſerer Schuljugend 
als unerwünſcht bezeichnet werden müſſen. So verzeichneten 
wir in der leßten Woche die eigenartige Tatſache, daß an einer 
- hieſigen Volksmädchenſchule ſämtliche Lehrer zum Kriegsdienſte 
einberufen ſind, .und daß der Unterricht jezt durc< Lehrerinnen 
und ſonſtige Lehrperſonen aufrechterhalten wird. Aber auch 
die Lehrerinnen, .die vor dem Krieg3ausSbruch kein öffentliches 
Lehramt bekleideten, ſind bereits ſämtlich an den Schulen be- 
ſchäftigt. Um dem infolge der Neueinziehungen immer größer 
werdenden Lehrermangel abzuhelfen, hatte der Miniſter die Ab- 
haltung von Notprüfungen für Seminariſtinnen unter Kür- 
zung der AuzSbildungzzeit um ein halbes Jahr angeordnet. 
Die erſten derartigen Notprüfungen in unſerer Provinz wurden 
an den beiden beſtehenden Lehrerſeminaren in der vergangenen 
Woche abgehalten, in Liſſa i. P. (katholiſches Seminar) 
und in Hohenſalza (evangeliſc<e3 Seminar). In Liſſa 
i. P. beſtanden ſämtliße 26 Bewerberinnen die Prüfung, 
 
davon 10 unter Befreiung von der mündlichen Prüfung, 
und in Hohenſalza 22 unter dem Vorſiß des Seminar- 
direftor8 Konopka. Sämtliche junge Damen dürften ſofort 
in unſerer Prüfung in das Lehramt kommen. 
Tagungen. 
Tagung der Zentralſtelle für Volkswohlfahrt 
vom 26.--28. Oktober 1915 im großen Sißungsſaal 
de3 Reichötages. 
Alle dort ſtattfindenden Verhandlungen ſollen der Frage 
Erhaltung und Mehrung der deutſ<en Volkskraft 
dienen. 
Folgende Tagesordnung wird zur Verhandlung kommen: 
Einleitung: Die deutſche Volkskraft und der Weltkrieg. Geh. 
Obermedizinalrat Prof. Dr. Abel, Jena. 1. Die Mehrung des 
Nachwuchſes. Prof. Dr. Oldenberg, Göttingen, Stabs5arzt a. D. 
Dr. Chriſtian, Berlin. 2. Erhaltung und Kräftigung des Nach- 
wuchſes. a) Säuglings- und KleinkindeSsalter. Kabinett5rat a. D. 
Dr. von Behr-Pinnow, Berlin, Prof. Dr. Hecker, München ; 
b) Schulpflichtiges Alter. Dr. Lewandows5ki, Berlin; ec) Schul- 
entlaſſene Jugend. Geh. Sanitätsrat Dr. Gottſtein, Charlotten- 
burg, Frau Direktorin Eliſe Deutſch, Charlottenburg. 3. Schuß 
der Volksgeſundheit. a) Wohnung8- und Siedlung5weſen. Städ- 
tiſches Wohnung3- und Siedlungsweſen. Prof. Dr. Albrecht, 
Berlin-Lichterfelde, Ländliches Siedlungsweſen, Geh. Reg.-Rat 
Prof. Dr. Sering, Berlin; b) Volksernährung, Geh. Med-Rat 
Prof. Dr. Rubner, Berlin; ce) Volksſeuchen (Tuberkuloſe, Ge- 
ſchlechtsfranfheiten, AlfoholiSmus). Berichterſtatter no< un- 
beſtimmt. 4. Hebung der Raſſe (Zuſammenfaſſung), Geh. Med.- 
Rat Prof. Dr. v. Gruber, München. An die Tagung wird ſich 
die Jugendpfleger- und Jugendpflegerinnenkon- 
ferenz der Zentralſtelle für Volkswohlfahrt am Donner3tag, 
ven 28. Oktober 1915, nachmittags 4 Uhr, anſchließen. -- 
Zur Teilnahme an den beiden Zuſammenkünften ſind auch 
Gäſte willkommen. Teilnehmerkarten können koſtenlos durch 
die Zentralſtelle für Volk8wohlfahrt, Berlin W 50, Augsburger 
Straße 61, bezogen werden. 
 
Hierzu eine Beilage des Verlages Friedrich Andreas Perthes A.-G. in Gotha, ſowie Beilagen von B. G. Teubner in Leipzig und Berlin, die 
der Beachtung der Leſer empfohlen werden. 
 
Auszug aus dem Stellenvermittlungsregiſter des Allgemeinen Deutſchen Lehrerinnenvereins. 
Zentralleitung: Berlin W 62, Bayreuther Straße 38, Gartenhaus pt,, Telephon- Amt Kurfürſt 2415. 
1. Sofort ſucht Oberamtmannsfamilie, Hannover, für ein 
Mädchen von 13 und einen Knaben von 8 Jahren eine 
evangeliſche geprüfte Erzieherin. Gehalt bei freier Sta- 
tion nac< Übereinkunft. 
. Sofort ſucht gröfliche Familie, Schleſien, für ein Mädchen 
von 13 und einen Knaben von 10 Jahren eine evange- 
liſche “ geprüfte Lehrerin. Muſikkenntniſſe erwünſcht, Latein 
Quinta. Gehalt 1000 4 bei freier Station. 
3. Sofort ſucht adlige Familie, Pommern, für zwei Knaben 
von 8 und 9 Jahren und ein Mädchen von 7 Jahren eine 
evangeliſche geprüfte Lehrerin. Latein Sexta erwünſcht. 
Gehalt bei freier Station nac<h Übereinkunft. 
4. Sofort ſucht adlige Familie, Mark, für ein Mädchen von 
15 Jahren eine evangeliſche geprüfte Lehrerin. Sprachen 
im Ausland vertieft und Muſikkenntniſſe. Gehalt nach 
Übereinkunft. 
. Sofort ſucht Direktorsfamilie, Lauſiß, für ein Mädchen 
von 15 Jahren eine evangeliſche geprüfte Lehrerin. Muſik- 
kenntniſſe Bedingung. Gehalt bei freier Station nad) Über- 
einfunft. 
6. Sofort ſucht Oberförſter38familie, Pommern, für zwei Mäd- 
<hen von 11 und 9, und einen Knaben von 8 Jahren eine 
1 
St 
 
evangeliſche geprüfte Lehrerin. Gehalt bei freier Station 
nach übereinfunft. | 
. Sofort ſucht Landratsfamilie, Pommern, für einen Knaben 
von 10 und ein Mädchen von 8 Jahren eine evangeliſche 
geprüfte Lehrerin. Gehalt bei freier Station nach Über- 
einkunft. 
8. Sofort ſucht Förſter8familie, Oſtpreußen, für zwei Mädchen 
von 10 und 13 Jahren eine evangeliſche geprüfte Lehrerin. 
Gehalt bei freier Station nac<h Übereinkunft. 
9. Sofort ſucht gröfliche Familie, Oſtpreußen, für zwei Knaben 
von 10 und 7 Jahren und ein Mädchen von 9 Jahren eine 
evangeliſche geprüfte Erzieherin. Latein einſ<!l. Quarta 
Bedingung. Gehalt bei freier Station 1000 6. 
10. Sofort ſucht Arztfamilie, Harz, für zwei Mädchen von 8 
und 10 Jahren eine evangeliſche geprüfte Lehrerin. Gutes 
Franzöſiſch erwünſcht. Gehalt bei freier Station 900 H. 
11. Sofort ſucht Amtsrichterfamilie, Sachſen, für zwei Mädchen 
von 10 und 6 Jahren eine geprüfte evangeliſche Erzieherin. 
Gehalt bei freier Station nach Übereinkunft. 
12. Sofort oder 1. Januar ſucht Fabrikbeſizersfamilie, Meck- 
lenburg, für ein Mädchen von 12 und einen Fnaben 
von 9 Jahren, eine evangeliſche geprüfte muſikaliſche Ex- 
zieherin. Gehalt bei freier Station 800 H. 
=] 
Die Adreſſen der Lehrerinnen und Stellen dürfen nicht weitergegeben werden. 
Bedingungen für den Nachweis der Stellen verſendet die 
Zentralleitung der Stellenvermittlung des Allgemeinen Deutſchen Lehrerinnenvereins, Berlin W 62, Bayreuther Str. 38, Gartenhaus pt. 
Tel. - Amt Kurfürſt 2415. Sprechſtunden wochentags von 12-- 3 Uhr, Sonnabends 11-1 Uhr. 
Beitrittserklärungen ſind an die Geſchäftsſtelle de3 Vereins, Berlin W 62, Bayreuther Str. 38, Gartenhaus pt., zu richten. 
Die Stellenvermittlung für akademiſch gebildete Lehrerinnen iſt jeht mit der Zentralleitung, Berlin W 62, Bayreuther Str. 38, 
Gartenhaus pt. (Sprechſtunde von 12--3 Uhr, Sonnabends von 11-1 Uhr) vereinigt. |
	        

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