Full text: Die Lehrerin : Organ des Allgemeinen Deutschen Lehrerinnenvereins. Beiblatt B - 36.1919/1920 (36)

 
] 36. Jahrgang 
3 Beiblatt B 
Ür. 8 
 
 
Die Lehrerin 
Organ des Allgemeinen Deutſchen Lehrerinnenvereins 
Beiblatt des Verbandes Deutſcher Volksſchullehrerinnen 
Sektion des Allgemeinen Deutſchen Lehrerinnenvereins 
Herausgegeben vom Sektions-Dorſtand 
Schriftleitung: Sranziska Ohneſorge in Dresden xx Verlag von B. G. Teubner in Leipzig und Berlin 
1. November 
1919 
 
 
 
Alle Manuſkriptſendungen für dieſes Beiblatt B ſind zu richten an Fräulein Sranziska Ohneſorge, Dresden, Alemannenuſtraße 1 11. 
Unverlangt eingeſandte Manuſkripte können nur zurükgeſandt werden, wenn ausreichendes Rückporto beigefligt iſt. Anzeigenannahme: B.G. Teubner, Leipzig, Poſtſtr.53. 
Gejmuſiwberta Der Zentnaſteue für Jiechtsichuß des Landess- 
vereins Preußiſcher Volksſchullehrerinnen für die Zeit vom 
1. Mai 1916 bis 30. April 1908. os oon u S. 29 
Kaſſenbericht „ „»„„„„"„“»»"»„“»““"“"„»"“»""“"'" '" » » .« » „ 30 
Erläuterungen des Preußiſchen Kultusminiſteriuni8 zu dem 
 
Die Notlage der überzähligen Schulamtsbewerberinuen un 
Preußen... ooo eis is ois oo 0 is 0 0 + S. 30 
Fürſorgebund deutſcher Lehrer und Lehrerinnen aus Poſen . ,, 31 
Die bayriſchen Vroteſtanten und der Religions8unterricht. „8381 
Mitteilungen. o.o. ooo ooo oe br + „32 
 
Begriff „eigener Hansſtand“ , 
Geſchäfisbericht der Zentralſtelle für Nechtsſc<huß 
des Landesvereins Vrenßiſcher Volksſ<hullehrerinnen 
für die Zeit vom 1. Mai 1916 bis 3). April 1919, 
Die Zentralſtelle für Rechtsſchuß hat nach Ablauf der zwei- 
jährigen Geſchäftsperiode, ohne daß eine ordentliche WVer- 
ſammlung ſtattfinden konnte, im WVereinSorgan einen Ge- 
ſchä;t8- und Kaſienbericht veröffentlicht; wir haben aber, um 
die Gleichmäßigkeit mit dem Vorſtande und den anderen Aus- 
ſchüſſen zu wahren, in folgendem den Bericht für die letzten 
drei Jahre zujammengejaßt. 
Die Zahl der Anfragen, die in den beiden erſten Krieg3- 
jahren auf 83 geſunken war, ſtieg in den Jahren 1916--18 
auf 138 und betrug in den drei Jahren, über die berichtet 
wird, 199. Von den Anfragen betrafen 83 die Beſjoldungs3- 
frage, darunter 52 die Kriegsbeihilfen und Kriegstenerung8- 
zulagen. Die übrigen betrafen die verſchiedenartigſten Wer» 
hältniſſe: Das Kommunalſteuerprivileg ergab allein 44 Ans 
fragen ; auf Kriegsvertretungen und kriegSszetraute Lehrerin 
nen bezogen ſich 11 Anfragen; 10 betrafen die Lage der 
Vertreterinnen, je 7 Beurlaubungen und Verſicherungen, 6 
die Pflichtſtundenzahl, 4 Konflikte mit Vorgeſebten, 3 die 
verheirate:e Lehrerin, je 2 Werſeßungen, den Jnſtanzenweg, 
die Staatseinkommenſteuer, Erxrjaßanſpruch bei geſundheit- 
licher Schädigung durc< die Amtstätigfeit, Erſaßanſpruch bei 
Sachſchaden durch die Amtztätigkeit; je 1 beiraf einen Konſlikt 
mit El:ern, die Haftpflicht, die Wärmegrade im Kla/jenraum, 
die Führung eine38 Titels, den Prozentſaß der Lehrerinnen 
im Verhältnis zu den Lehrern, die Lehrerinnen an den Kna- 
benſchulen, die Unterhaltspſliht gegen Angehörige, das 
Streikrecht, die Lehrerräte, das Wereinörc<t, Schule und 
Kirche, die Ferien einer Hauslehrerin; 2 Anſragen waren 
privater Natur. 
168 Fragen kamen von Volisſ<hullehrerinnen, 4 von Leh- 
rerinnen an höheren Sc<hulen, 4 von Fachlehrerinnen, 2 von 
Privatlehre:innen, 21 von Vereitien. 
Die meiſte Aufmerkſamkeit beanſpruchte das Kommunals- 
ſteuervorrecht und die Krieg3zulagen. Die erſtgenannte Fraze 
war in kein neues Stadium getreten. Eine große Stadt- 
gemeinde wollte die Befreiung von Kommunalſteuern für die 
vor dem 1. April 1909 beſchäſtigt geweſenen Lehrerinnen 
nur auf die Vertreterinnen anwenden, die eine Lehrkraft 
mit deren voller Stundenzahl vertreten hatten. Damit ſahen 
ſich faſt alle Lehrerinnen, die nur Lehrer vertreten hatten, des 
Vorrechte8 beraubt, zumal auch der Bezirk8au38 '<huß der An- 
ſicht des Magiſtrats beigetreten war. Eine Kollegin, die auf 
unſeren Rat beim Oberverwaltungsgericht klagte, erzielte 
 
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Steuerbeſreiung. Derſelbe Magiſtrat machte nun in anderen 
Fällen andere Gegengründe geltend; aber auch dieſe Fälle 
ſind bereits teilweiſe zu unſeren gunſten entſchieden, teilweiſe 
ſchweben ſie noch. 
Wa3 die Kriegszulagen betrifft, ſo war ſchon die Unter- 
jcheidung in „Kriegsbeihilfen“ und „Kriegstenerungszulagen“ 
vielfach irreführend. Sodann ergab der Wuſt der darauf be- 
züglichen Verfügungen eine Fülle von Unklarheiten und 
Mißverſtändniſſen, die wir bemüht ſein mußten zu löſen. 
Von einigen größeren Ortögruppen wurden wir gebeten, 
die Arbeit der Vereinsvorſtände, die durch die zwangsweiſe 
Einführung des Vereinsorgans erſchwert worden war, durch 
eine auſklärende Beſprechung des Verbältiiyſes zwiſchen Ver- 
ein uud Vereinsorgan zu unterſtüßen. Wir taten es durch 
Veröffentlichung eines diesbezüglichen Artikels. 
Auf Wunſch des Werbeamts leiſteten wir eine kleine Mit- 
arbeit am „Ratgeber für die BVolksſchullehrerinnen Preu- 
ßens“, und im Auftrage des Vorſtande38 bearbeiteten wir 
eine Umfrage, betr. Lehrerräte; die Neſultate dieſer letzten 
Arbeit haben in einem beſonderen Bericht (ſ. Nr. 13 vom 
259. Juli 1919 des Verein8organs) vorgelegen. 
Im WereinSorgan veröffentlichten wir folgende fünf Auſj- 
jäße, deren Jiuhalt dei wms beſchäftigonden Fragen entſprach : 
1. Der Landesverein und ſein VereinSsorgan. 
2. Das Kommunalſteuerprivileg. 
3. Kriegsheihilſen und Kriegsteuerungszulagen. 
4. Noc< einmal das Kommunalſteuerprivileg. 
. Ein neuer Fall zum Kommunalſteuerprivileg. 
Die biöherigen fünf Mitglieder der Zentralſtelle konnten 
die Arbeit regelmäßig leiſten. Die Unruhen der Revolu- 
tion, das zeitweilige Schießen auf den Straßen, die durch die 
Streiks entſtandenen Hemmungen in den Verhältnijſen des 
Straßenverkehr8 und die häufige Unterbrechung der Poſt- 
und Telephonverbindung hinderten unſere Arbeit im leßten 
halben Jahre ſehr erheblich; doch bemühten wir uns, es die 
Rat juchenden Kolleginnen nicht allzuſehr empfinden zu laſſen. 
Unentgeltlicher juriſtiſ<er Nat hat uns auch in der ver- 
ſloſjenen Geſchäft3periode zur Verfügung geſtanden. 
Der XIl. ordentlichen Verſammlung wird der Antrag vor- 
gelegt, die Mitglieder der Zentralſtelle auf ſieben zu erhöhen. 
J. A.: Hedwig Jaſtrow, Vorſitzende, 
Berlin NW 23, Altonaer Str. 33. 
S1 
M 
E58 
8
	        

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