Full text: Die Lehrerin : Organ des Allgemeinen Deutschen Lehrerinnenvereins. Beiblatt B - 36.1919/1920 (36)

dn 
36, Jahrgang 
Beiblatt B 
nr. 5 
 
 
 
Zehrerin 1 
Organ des Allgemeinen Deutſchen Cehrerinnenvereins 
Beiblatt des Derbandes Deutſcher Dolksſchullehrerinnen 
Sektion des Allgemeinen Deutſchen Lehrerinnenvereins 
Berausgegeben vom Setktions-Dorſtand 
Schriftleitung: Sranziska Ohneſorge in Dresden zx Verlag von B. G. Teubner in Leipzig und Berlin 
1. Juni - | 
- 1919 
 
 
Alle Manuſkripiſendungen für dieſes Beiblatt 3 ſind zu richten an Sräulein Sranziska Ohneforge, Dresden, Alemannenſtraße 11 
Unverkangt eingeſandte Manuſkripte können nur zurüFgeſandt werden, wenn ausreichendes Rückporto beigefügt iſt. Anzeigenannahme: B.G.Teubner, Leipzig, Poſtſtr.3. 
 
 
Wu vix Weilglieder des Verbandes Deutſcher Foribitldungs: und 
Fachichullehrerinnn . oon in u u u S 9 
Neuregelung der zweiten Prüfung in Vreußen . . . . . . „9 
Hauswirtſchaftliche und andere Kurſe für erwerhsloſe Franen. ,, 10 
10 
Gewerbeſchule für Frauen und Mädchen in Düſſeldorf . . = „, 
Ausbildung von Landſürſorgerinnen . , uus u, OO. 11 
Die Siedlungsfrage . ces is iui iur „M 
Bürger- und Bonernbundkarten von Dr. Georg Wilti;elm 
Shile . . . . ooiooioeioein oe ie eee om „12 
 
An die Mitglieder des Verbandes Deuticher Fort- 
bildungs- und Fachſchullehrerinnen. 
München, den 18. Mai 1919, 
Mitteilung, 
Laut Beſchluß ves Vorftandes hält der Verband Deutſcher 
Vortbildungs- und Fachſchullehrerinnen au Pfingſten d. I. im 
Anſchluß an die 15. Generalverſammlung des A. D. L.-V. 
eine Vorſammlung des engeren und weiteren Vorſtandes ab. 
Da BVerkehrsſc<wierigkeiten eine Sikung des Vorſtandes in 
der Zeit ſeit der letzten ordentlichen Verſammlung nicht er- 
möglichten, aber wichtige Fragen zur Beratung ſtehen, glaubte 
der Vorſtand zunächſt eine Vorſtandsſizung abhalten und die 
ordentliche Verſammlung für ſpäter in Ausſicht nehmen zu 
jollen. Die eingetretenen anßerordentlichen Verhältniſſe mögen 
die außerordentliche Maßnahme rechtfertigen. 
Mit kollegiaſem Gruß 
Helene Sumper, Vorſitzende. 
Neuregelung der zweiten Prüfung in Preußen, 
Ju Preußen wird jeßt die zweite Prüfung für die 
Volksſchulehrerinnen zur Bedingung der feſten Auſtellung ge- 
macht, die für die preußiſchen Volk3ſchullehrer ſchon lange 
beſtand. Die betreffende Verordnung lantet: 
In Abänderung und Ergänzung der Prüfung3ordnung für 
die endgültige Anſtellung der Volksſchullehrer vom 13. Juli 
1912 bejtimme ich folgendes: 
1. Der ſchriftliche Teil der Prüſung fällt für Schulamts- 
bewerber fort, die als ſolche Kriegsdienſt iin Sinne des 8 3 
der Berordnung, betreffend die Anrechnung de5 Kriegsdiouſte3 
auf daz Beſoldungsdienſtalter der Lehrer und Lehrerinnen 
an öffentlichen Schulen, vom 30. Dezember 1918 geleiſtet 
haben. 
Der nündliche Teil der Prüfung beſchränkt ſich für ſolche 
Bewerber auf eine Reviſion des Unterrichte3 nach Vorſchrift 
des 8 9 der Prüfungs5ordnung mit anſchließender Beſprechung, 
in der dem Lehrer in engem Anſchluß an die vorgeführten 
Lehrproben Gelegenheit gegeben wird, zu zigen, in welcher 
Weiſe ex pädagogiſche und methodiſche Grundſätze für ſeine Ar- 
beit fruchtbar zu machen und dieſe durch Hinweis auf jene zu 
begründen verſteht. Außerdem hat er hinreichende Kenntnis 
der im Bezirk geltenden wichtigeren Schutverordnungen nach- 
zuweiſen. | 
Auf Grund der beſtandenen Prüfung erhält der Bewerber 
ein Zeugnis nach dem durch 8 11 ver Prüfungzordnung vor- 
geſchriebenen Muſter. 
 
| 
 
Die Veſtimmung de3 Erlaſſe3 vom 13. Auguſt 1914, wo- 
nach Kriegsteilnehmern hinreichend Zeit zu laſjen iſt, ſich nach 
ibrxer Rückkehr in den Schuldienſt zunächſt wieder gründlich 
einzuarbeiten, iſt mit bejondecemm Wohlwollen zu haudhaben. 
2. Die Befähigung zur endgültigen Anſtellung als Volts- 
j<ullehrerin iſt vom 1. April 1920 ab durch Ablegung 
einer Prüfung nach Maßgabe der Prüfungz5ordnung für die 
endgültige Anſtellung der Volksſchul:ehrer vom 13. Juli 1912 
itud den dazu ergangenen Nachträgen darzutun. Von dem ge- 
nannten Seitpuntte ab tritt die einſchlägige Anordnung des 
Srlaties vom 11. Januar 1911 außer Kraft. 
). Für die Prüfung von Schulamtsbewerberinnen iſt in der 
Regel eine Lehrecin öffentlicher Unterrichtöanſtaltein des Be 
zirks als drittes Mitglied des Prüfnngsausſchuſſes (8 2 der 
Prüfungösordnung) zu berufen. 
4. Bei der Bildung des Prüſung5ausſchuſſe2 für Lehrec 
und Lehrerinnen iſt darauf Dedacht.zu nehmen, daß als dritte 
Mitglieder Perſönlichfeiten beſtellt werden, die ſich in der Ar- 
keit ait der Volksſchule ſelbſt längere Zeit bewährt haben. 
Sie ſind im Benehmen mit dem zuſtändigen Bezirks 
(ehrerrat auszuwählen, ſofern ein ſolcher beſteht und den 
Borausſezungen des Erlaſſes vom 5, April 1919 entſpricht. 
Ihre Zahl iſt jo zu bemeſſen und die Au3wahl nach Mög- 
lichkeit jv zu treffen, daß die bei den eimzelnen Prüfungen be- 
leiligten dritten Mitglieder keine oder nur kurze Wege zum 
Präfungsort zurückzulegen haben. 
Die Aufgabe für die ſchriſtliche Hausarbeit (8 7 der 
Prüfungsordnung) ſoll möglichſt individuell gewählt werden ; 
ſie ſoll die Eigenart der jeweiligen Verhältniſſe und der Um- 
gebung berücjichtigen, innerhalb deren ſich die unterrichtliche 
und erzieheriſche Tätigkeit des Lehrers (der Lehrerin) voll- 
zieht. Sie kann auch in einem Bericht des Prüflings über 
einen beſonders wichtigen Teil ſeiner unterrichtlichen oder er- 
zieherijchen Arbeit an den ihm anvertrauten Kindern beſtehen. 
6. Nach hierher gelangien Mitteilungen ſcheint der wiſſen 
jhaftliche Teil der Prüfung (8 10 der Prüfungsordnung) 
noch immer nicht überall im Sinne der .Priffungzordmung 
oder der dazu ergangeitein Erläuterungen abgehalten :uwndon. 
Mit Entichiedenheit iſt einem Verfahren entgegenzutreten, 
aus der Prüfung für die endgültige Anſtellung eine Art Wie 
dverholung der Seminarentlajſungösprüfung zu machen. Es 
handelt jim nicht darum, jezt nochmals feſtzuſtellen, ob und 
in welchem Umfange der Lehrer das für ſeinen Veruf erforder- 
lime Sachwijjen beherrſcht. Die Prüfung ſoll vielmehr dazu 
dienen, vor der endglltigen Anſtellung des Lehrers (der Leh- 
rerin) über ſein (ihr) Unterrichts Sverfahren und überhaupt 
über ſeine (ihre) praktiſche Arbeit ein ſicheres Urteil zu -ge- 
vinnen, Nn -- ' u
	        

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