Full text: Deutsche Land-Erziehungsheime in Schloss Bieberstein i. d. Rhön, Haubinda i. Thür., Ilsenburg i. Harz, Gaienhofen a. Bodensee und Sieversdorf b. Bukow - 11.1908,1 (11)

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Arbeit und Erfolge im D. L. E. H. Haubinda. 
Nach Urteilen von Lehrern und Eltern aus dem 
November 1908. 
Vorbemerkung. Im November 1908 ging mir eine Fülle von 
Äußerungen von Seiten von Eltern und Mitarbeitern über unsgere Arbeit zu. 
Ich habe zie allen ERiltern unterbreitet, Die nachfolgenden wenigen, aber ein- 
gehenden, dürften auch für weitere Kreise von Wert gein, weil 3ie zeigen, was 
wir wollen und wie wir verfahren. Übelwollende könnten allerdings der Ver- 
öffentlichung dieges oder jenes Urteils durch mich minderwertige Beweggründe 
unterlegen. Wer mich aber kennt, wird wissen, daß jedes Sichrühmenlassgen mir 
fernliegt, und daß bur die Notwendigkeit der Klarstellung gegenüber Ver- 
leumdungen mich zur Flucht in die Öffentlichkeit nötigt. 
Als ich im Januar dieges Jahres zugleich mit Herrn Dr. Lietz nach 
Haubinda kam, war ich mir von vornherein der Schwierigkeit meiner 
Aufgabe bewußt. Zugleich aber hatte ich mir fest vorgenommen, 
mein Ziel, die Jungen vorwärts zu bringen, nicht durch äußere Mittel, 
Sondern dadurch zu erreichen, daß ich die Schüler für mich gewinne. 
Ich gebe zu, daß wir Lehrer anfangs einen harten Stand hier 
hatten. Es mag dies großenteils an den Verhältnisgen gelegen haben, 
die vor ungrer Ankunft hier geherrscht hatten. Aber daß wir 
wirklich Schon etwas erreicht haben, das haben mir -- abgesSehen 
von meiner eigenen Beobachtung -- Schon mehrere Schüler unauſf- 
gefordert gegagt. Ich denke dabei besonders an zwei, bei denen 
es freilich nicht ohne harten Zugammensgtoß abging, aber Jetzt 
gehts doch, wenn auch langsam, mit beiden vorwärts. 
Mit den Schülern, die Sich mir begonders angeschlosSgen haben, 
anfangs 8, Jetzt 13, Stehe ich durchweg in freundlichem Verhältnis. 
Ich beschränke meinen Verkehr mit ihnen nicht auf die 8S0ogenannten 
Familienabende, Sondern Suche auch Sonst möglichst mit ihnen in 
Fühlung zu bleiben. Die Tischgemeingchaft trägt Ja auch viel dazu 
bei. Es fällt mir aber gar nicht ein, mich den Jungen aufzudrängen. 
Wer mich aufsucht, wird mich immer bereit finden, mich ihm zu 
widmen. Damit ist aber noch lange nicht gesgagt, daß ich es nicht 
für meine Pflicht hielte, beSonders kleineren Schülern nachzugehn 
und ihnen in großen und kleinen Nöten beizustehn. | 
Aus meiner Familie kommen hier besonders 8 in Betracht: A. war, 
als er vom L, E. H. Üsenburg hierherkam, gern etwas vorlaut, um nicht 
zu Sagen, frech. Es war das nicht nur meine eigene Beobachtung, Sondern 
auch die vieler Seiner Kameraden und Seines Vaters. Als er merkte, 
daß er mit diegem Benehmen nichts bei mir erreichte, wurde es
	        

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