Full text: Mitteilungen des Vereins der Freunde Wissenschaftlicher Pädagogik in Thüringen und Franken - 59.1923 (59)

 
 
1, 
Lebenskundlicher Unterricht, 
Leitgätze von Dr. A, Reukauf-Koburg,. 
Vorbemerkung. Das Fragengebiet, das durch den Be- 
griff Lebenskundlicher Unterricht umsechlosgen wird, bedurfte 
für eine wisgengehaftliche Erörterung eigentlich einer aus 
führlicheren Darstellung, als diese Leitsätze bieten können. 
Spargamkeitsrücksichten verhinderten die Aufnahme einer 
größeren Arbeit in unsere Vereinsmitteilungen. Diejenigen, 
die gich eingehender mit dem Fragenbereich begschäftigen 
wollen, inSbegondere diejenigen, die an der Yergammlung in 
Schweinfurt teilnehmen wollen, werden auf das gleichzeitig 
mit diegen Mitteilungen erscheinende, das gleiche Thema be- 
handelnde Heft des PAdagogischen Magazins hingewiegen.?) 
1. Geschichtliches, 
1. Die Zeit der Anfklärnng, des PhilanthropisSmugs 
und Neuhumanigmusg. 
1. Vermutlich hat von Anfang an, geitdem der Mengeh 
Seines geistigen Wegens gich bewußt geworden 1ist, Sittlich- 
keit und Religion in engem Bunde gestanden, In der Knultur- 
welt des Abendlands war sittliche und religiö8e Unterweisung 
das ganze Mittelalter über verbunden; hinter allen gittlichen 
(eboten stand die Gottbeit als höchste Autorität. Die Auf- 
klärung brachte auch auf gittlichem Gebiet das Recht der 
Vernunft als gelbständige Gegetzgeberin. (Shaftesbury.) 
2, Von den deutschen Philanthropen haben 8owohl Base- 
dow wie Salzmann den Gedanken Soelbständiger gittlicher 
Unterweisuingen als Vorbereitung für Winführung In die 
Lehre der ehristlichen Roligion vertreten. Ihre Sittenlehte 
besteht allerdings vorwiegend aus reinen Nützlichkeitsgrund- 
Sätzen, | 
3, Im, Kant überwand die Aufklärung anch auf dem 
Gebiet der Ethik, indem er diese Wiggenschaft auf die dem 
. "*- 
1) A. Reukauf, Lobenskundlicher Unterricht, Päd, Mag. Nr. 939 
(Langensalza, Hermann Boyer & Söhne [Beyer & Mann]), Dort auch 
die erforderlichen Literaturangaben,
	        

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