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Phyſiologie des menſchlichen Körpers und über Diätetik ein-
gerichtet find. Eine Sc falls zur Verfügung. Außer den curfirenden Lehrern erhalten
auch ſämmtliche Zöglinge des hieſigen k. Seminars und eine
Knabenklaſſe einer Bezirksſ ri einen jährigen Lehrcurſus dur gung eine Prüfung abgehalten wird, zu welcher eine ſchriſft-
lihe Arbeit zu liefern iſt, die ſich meiſt auf die pädagogiſche
Auffaſſung der Sache bezieht. Die mündliche Prüfung wird
zum Theil vom Director der Anſtalt, zum Theil von dem
Profeſſor der Anthropologie abgenommen. Die Lehrer, welche
dieſe Prüfung beſtehen, erhalten folgendes Zeugniß :
Herr N. N., Lehrer 2c., hat von Michaelis 18.. bis da-
hin 18.. die k. Turnlehrer-Bildungsanſtalt allhier beſucht und
hierauf in der am heutigen Tage beſtandenen öffentlichen Prü-
fung fich
in dem Theoretiſchen der Turnkunfi: |
in dem Praktiſ in Anatomie, Phyſiologie und Diä-» vorzüglich, gut u.
tetit:
in der praktiſ erwieſen, worauf ihm die Befähigung , ſowol zur Uebernahme
eines ſelbſtändigen Turnlehreramtes, als zur Ertheilung des
Turnunterrichtes neben einem ſtändigen Sc und hierüber gegenwärtiges Prüfungszeugniß zugefertigt wird.
Dresden , den 2c.
| Die Prüfungs-Commiſſion.
Bis jeßt hat die Anſtalt 70 Lehrer aufgenommen, wovon
24 die vom k, Miniſterium angeordnete Prüfung beſtanden,
32 die Anſtalt ohne dieſe Prüfung wieder verlaſſen haben und
die übrigen an dem zuleßt begonnenen Lehrcurſus Theil neh-
men. Man beabſichtigt , der Anſtalt geeignetere Localitäten in
Der Nähe der Dresdener Hauptſhulen einzurichten, um eine
Muſter-Turnjhule gründen zu können, in welcher der Unter-
richt für die einzelen Klaſſen na< Alter und Geſchlecht aus-
geprägt wird. Außer dem Director Kloß ſind zwei Hilfslehrer,
und für den mediciniſ dung der General-Stabsarzt Prof. Dr. Günther angeſtellt.
Für eine beſſere Drganifation des Turnunterrichtes bei
den öffentlihen Shulen iſt hisSher no< Nichts geſ tf. Cultusminiſterium hat vorderhand den Director Kloß im
lezten Sommer die Scul-Turnanſtalten im Lande bereiſen
laſſen, um eine Ueberfiht über den Stand des Sculturn-
weſjens zu gewinnen. .
genügend.
Preußen. Den katholiſchen Gymnaſien der öſtlihen Pro-
vinzen iſt unlängſt unter Billigung der weltlihen Auffichts-
behörde, eine Inſtruction Seitens der geiſtlihen Obern zuge-
gangen, welche ein intereſſantes Analogon zu den gleichen
Beſtrebungen im S religidſe Erziehung wird für das Hauptmoment der geſammten
Sculbildung erklärt , und deßhalb au< dem Religionslehrer
eine ganz excluſive Stellung im Lehrperſonal angewieſen. Der
Titel Oberlehrer ſoll ihm in Zukunft nicht beigelegt werden,
weil dur; Crtheilung dieſes Titels es den Schein gewinnen
würde, als ſtände der nicht als Oberlehrer prädicirte Religions-
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lehrer unter den Oberlehrern oder der mit dieſem Titel Be-
gabte ihnen coordinirt, während der Religionslehrer vielmehr
einen ganz ſelbſtändigen Rang als ein zweiter Director zu
beanſpruchen habe. Bei allen Beſprechungen über den Scul-
plan, bei Abſtimmungen über Verſezungen ſoll ihm die Haupt-
ſtimme eingeräumt werden, das Urtheil über die fittliche Reife
überhaupt das maßgebende über den Schüler ſein. Die Wo-
richtet werden und nur um der unvermeidlichſten Hinderniſſen
wegen eine Ausſezung erfahren. Ihnen ſollen nicht nur die
gerade mit der disciplinariſchen Auffiht beauftragten, yondern
möglichſt alle Lehrer der Anſtalt beiwohnen. Alle 6 Wochen
jollen die Schüler zum heiligen Abendmahl gehen, und zu
Oſtern ſoll dieſe Verpflihtung den Lehrern mit jenen gemein-
jam ſein. Falls Geiſtliche in irgend einem Fache Unterricht
an dem Gymnafium ertheilen wollen, ſoll ihnen dies jedenfalls
mit der größten Bereitwilligkeit geſtattet werden.
Stuttgart, den 18. März. Der dießjährige Curs der
hieſigen Winterbaugewerkeſ eröfſnet worden war, wurde heute mit einer öffentlichen Prü-
fung und Zuerkennung von Preiſen und Belobungen an die
würdigſten und beßten Schüler geſchloſſen. Wenn ſc mündlichen Prüfung in den verſchiedenen Fächern der Fleiß und
Eifer der Schüler, die glüliche Wahl der Lehrer und die ge-
regelte und zwe>mäaßige Einrichtung der von einem ausgezeich-
neten Manne geleiteten Anſtalt auf's deutlichſte und erſreu-
lichſte hervortrat, ſo überraſchte noh mehr die damit verbundene
Aufſtellung der Zeichnungen und Modelle , welche während des
Curſes von den Schülern gefertigt wurden , dur< ihre Reichhal-
tigkeit, Mancfaltigkeit und die Schönheit und Reinheit der
meiſten Arbeiten, jowol im Gebiete der Kalligraphie , praktiſchen
und darſtellenden Geometrie , als beſonders in dem der Orna-
mentiſtik und der Architektur, aus wel<* letzterem vorzüglich
gelungene Proben des Fleißes und der Geſc ler vorlagen. Vor einer zahlreichen Verſammlung von Gäſten aus
allen Ständen wurde in Gegenwart der Hrn. Directoren des
k. Studienrathes und der Centralſtelle für Gewerbe und Handel
die Ertheilung von Preiſen an die betreffenden Schüler vor-
genommen , welche mit einem ſehr warmen und anſprechenden
Vortrage des Hrn. Oberſtudienrathes v. Klumpp eröffnet wur-
den. Aus demſelben erfyhr man unter Anderem, daß die Schule
dießmal von 110 Jünglingen, der höchſten Anzahl ſeit dem
Beſtehen derſelben, beſu ordentliche und 19 außerordentlihe Schüler, mit Ausnahme
eines einzigen, ſämmtlich Württemberger. Der Hr. Redner hob
hervor, daß die Scule ſich vor andern ähnlichen in Deutſch-
land jowol durch die Vollſtändigkeit der Fächer, als die Zahl
der Lehrer und die Abtheilung in 4 Claſſen auszeihne und in
dieſer Beziehung außer der zu Holzminden in Braunſchweig bis
jeßt die einzige ihrer Art im deutſchen Vaterlande ſei. Ex jtellte
den DruF und die Ausgabe eines Berichtes über die Schule
in Ausficht , welher die Folge haben dürfte, daß ihr auc aus
weiteren Kreiſen Schüler zugeführt würden , wozu ſie dur< ihre
bisherigen Leijtungen vollkommen berechtigt ſei, denn es werde
ſie gewiß Keiner, dem es Ernſt ſei, unbefriedigt und ohne
ſeinen Zwe erreicht zu haben, verlaſſen.
(Shw. Kr.)

Verantwortliche Redactoren: Dr. K. Wagner und Dr. K. Zimmermann, -- Dru und Verlag yon K, W. Leske in Darmſtadt.

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