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Heranzubilden, den bitterſten Haß gegen Lord Bentin> und
alle Oberſtatthalter ſeiner Geiſtesrihtung. „Ein junger Mann“
-- in ſolhen Worten ergeht ſich hier, wie allenthalben die
auf Geiſtesbildung mit ſelbſtſü hinbli>ende Gemeinheit = „ein junger Mann, mit Ma-
thematik angefüllt, der Shakeſpeare, Johnſon und Addijon im
Munde führt, iſt untauglich zu einem Amt, zu gewöhnlichen
bürgerlihen Geſchäften. Und wenn au , gebildete Hindu ſind
die ärgſten Gegner des Chriſtenthums , Feinde der Fremdherr-
ſchaft, namentlich wenn fie durc< die europäiſc ſchichte das Geheimniß erfahren , wie wir die Herrſchaft erlang-
ten und behaupten. Sct die Wangen der euro-
päiſ< erzogenen jungen Hindu, wel Reife gelangen , als unſere jungen Männer. Sehnſucht nach
Befreiung und Rachegefühl erfüllt ihre Herzen , wenn ſie hören,
die vielen Millionen Hindoſtans ſeien von 40 bis 50,000 Chri-
ſten beherrſcht; wenn ſie zur Einſicht gelangen, ihrer Väter
Land werde , zum großen Theil wenigſtens, für den Vortheil
Großbritanniens ausgebeutet. Verlieren wir einſtens Jn-
dien, ſ (Allg. Z.)
Preußen. Drei Regulative über die künftige Drganiſa-
tion der Seminarien und Volksſ 3. October ergangen, welche in ihrer Beziehung auf das Se-
minarweſen , die Präparandenbildung und die eigentli mentarſchule faſt das ganze Berei< des Volksſchulweſens um-
faſſen und für dasſelbe von der größten Bedeutung ſind. Die-
ſelben find bereits im DruFe erſchienen unter dem Titel: „Die
drei preußiſchen Regulative vom 1., 2. und 3. October 1854
über Einrihtung des evangel. Seminar-, Präparanden - und
Elementarunterrichts. Im amtlichen Auftrage zuſammengeſtellt
von F. Stiehl, Geh. Regierungs- und vortragendem Rathe
im Miniſterium der geiſtlihen Angelegenheiten. Verlag von
W. Hertz.“ Bis zum 1. Jan. 1855 ſollen dieſe Reglements
überall in Kraft treten. C. B.
--- Nachdem die Organiſation der Provinzialgewerbeſ in allen Theilen der Monarchie dur eine weitere Ausdehnung dieſer Inſtitute in's Leben treten. (Es
werden nämlich in Verbindung mit denſelben Fortbildung 8-
ſ ten für ſolhe junge Handwerker dienen ſollen, die keinen an-
Deren , als Elementarunterri eine Gewerbeſchule eintreten wollen. Bei einzelen dieſer An-
ſtalten ſind dergleichen Fortbildungsſ Unterrichtsgegenſtände ſind Rechnen, Geometrie, Zeichnen und
Naturlehre. GC. B.
Aus dem Großh. Boſen. Im Jahre 1853 haben im
Departement Bromberg nah amtlichen Zuſfammenſtellungen 92
evangeliſche und 75 katholiſche, zufammen 167 Lehrerſtellen,
eine Gehaltsverbeſſerung von den Gemeinden mit 4728 Thlr.
jährlich erhalten , und es find 4 evangeliſ 2 öffentlihe jüdiſ neu gegründet worden. Die Zahl der bei dieſen 12 neuen und
8 erweiterten älteren Sdulen geſtifteten neuen Lehrerſtellen be-
trägt 20. Es ſind nun überhaupt 754 Elementarſ „Verantwortliche Redactoren:
'aber auch
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Departement Bromberg , nämlich 399 evangel., 319 katholiſche,
6 Simultan - und 30 jüdiſche Schulen. Bei der preußiſchen
Reoccupation dieſer Provinz im Jahre 1815 wurden nur 289
öffentlihe Schulen im Departement vorgefunden. Es fehlen
jeßt im Verhältniß zu anderen Provinzen no beſonders katholiſche Elementarſc Provinz Sachſen. Seit dem Eingehen des im Jahre
1833 von Krauſe in Halle a. d. S. errichteten Privat-
Blinden-Inſtituts, wel von 2500 Thlrn., einen jährlihen Beitrag von 360 Thlrn.
aus Staatsmitteln und ſeit 1843 auch einen jährlichen Zuſchuß
von 1400 Thlrn. aus ſtändiſ 1849 aufgelöſt werden mußte, fehlt dieſer Provinz eine ſolche
Anſtalt. Zur Neubegründung einer folhen ward im JI. 1853
bei Gelegenheit der Anweſenheit des Königs in dieſer Provinz
eine Sammlung veranſtaltet, welche jezt eine Höhe yon
29,842 ZShlrn. errei melt geweſene Provinzial-Landtag hat dieſe Angelegenheit bera-
then. Der König hat genehmigt, daß der Anſtalt dex Name :
„Friedrich-Wilhelms-Blinden-Anſtalt“" beigelegt wer-
den dürfe. Dieſelbe ſoll mit dem von Magdeburg nac< Barby
zu verlegenden evangel. Sc Sc Landtags wo möglich am 1. Januar 1856, oder do April genannten Jahrs eröffnet werden, Die Koſten der Ein-
richtung dieſes Jnjtituts, der Beſchaffung des Inventars und
vollſtändigen Lehr-Apparats find auf etw : 6524 Thlr. veranſchlagt.
Die jährlichen Unterhaltungskoſten find im Etat auf 2000 Thlr.
General-Koſten und 2440 Thl. Special:Koſten feſtgeſeßt wor-
deu. Erſtere werden aus den Zinſen des etwa 31,000 Thlr.
betragenden Dotations-Capitals , ſowie denjenigen 1000 Thlrn.
beſtritten , wel der Provinz ausgeſhrieben worden find, letztere durch die für
die Zöglinge zu zahlenden Penſionsſäße gede>t, ſo daß neue
Beiträge zur Unterhaltung dieſes Inſtituts nicht nöthig werden.
Ein vor kurzem von dem in Halle verſtorbenen Tuc ſter Ehrlic der zu errichtenden Provinzal-Blinden-Anſtalt zuge-
da Teſtator ausdrüFlic< beſtimmt hat, daß es die Anſtalt nur er-
halten foll, wenn dieſelbe in Halle neu begründet wird, es
ſonſt aber dem daſigen Siechenhauſe zufallen folle. GC. B.
Frankfurt a. d. D. Am 21. Det. feierte der auch auf
dem Gebiete der Schule vielfach verdiente Oberprediger , Pro-
feſſor, Ouperintendent Dr Spieker ſein goldene8 Amtsjubi-
läum, bei welcher Gelegenheit ihm die mannichfaltigſten und
rührendſten Beweiſe der Verehrung, Liebe und Dankbarkeit
dargebra Breslau. In der Provinz Sclefien findet jezt in Folge einer
Verfügung des königl, Unterrichts-Miniſteriums eine genaue Recher über das Einfommen ſämmtlic nächſt dort, wo ſie eine Unzulänglic allmähliche Regulirung derſclben eine nach den Local-Verhältniſſen ange-
meſſene Verbeſſerung des Einkommens herbetzuführen. Die Regultrung
hat in dem Beuthener und Koſeler Kreiſe begonnen, und zwar in der
Weiſe, daß für die ſchlechter dotirten Stellen, mit Ausnahme der Or-
ganiſtenpoſten, eine Zulage von 31) Thlrn und darüber, die nac< Ver-
hältniß vom Patronat und der Gemeinde aufzubringen ſind, bewirkt
werden ſoll. (Pof. Z.)
Dr. K. Wagner und Dr. K, Zimmermann. =- Dru und Verlag von K. W, Leske in Darmſtadt.

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