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nach vier Jahren bereits in neuer Auflage erſcheint. Und es
iſt wahr, es enthält eine nicht geringe Zahl von Gedanken und
Ausſprüchen alter und neuer Zeit, wel werth ſind. Unter den Rubriken: „Der Menſ<, ſeine Beſtim-
mung und Würde ; Werth und Weſen einer guten Erziehung z
Pfiichten der Aeltern und Lehrer ; Pflege des Körpers, erſte
Erziehung, Herablaſſen zu den Kindern, häusliche Erziehung,
Erholung, Spiele; Aelternverehrung ; Erziehung in Rüücht
der Verſchiedenheit des Geſchlechts; Bildung der verſchiedenen
Fähigkeiten und Geiſtesvermögen in innerer Harmonie z; die Spra-
Hen , die Naturwiſſenſ Geſchichte, die Mathematik, Arithmetik und Geometrie, die Lec:
türe, die Dichtkunſt, die Muſik, die Zeichen- und die Maler-
funſt; religiöſe und ſittlihe Bildung; die Zuc ſpiel“, ſind eine Menge ſehr beac vielen namhaften und. in der pädagogiſ ten Männern, ſowie von Philoſophen, Dichtern, Geſchichtsſ bern, Geiſtlichen, Kirhenlehrern u, A,, zuſammengetragen, Nicht
nur, daß man den Namen Comenius, Niemeyer, Schwarz, Pe-
ſtalozzi, Jean-Paul, v. Raumer u, A,, Leibniß, Kant, Jacobi,
Hegel Eberhard, Garve, Krug u, A. Herder, Wieland, Göthe,
Schilter 26. Moſes, Salomo, Jeſus Sira<, David, Paulus 2c.
Laktanz, Auguſtin, Luther 26. Fiſc der, Schleiermacher 2c, Loe, Rouſſeau 2. begegnet; auch Con-
fucius, Zoroaſter, Menu, Tſ tes, Pythagoras, Seneka, Cicero, Thucydides, Plutarch, Xeno-
phon, Pölitz, Friedrich d, Gr. 2e. Rotte>, die franzöſiſche Ency:
klopädiſten u. A, m. ſind mannichfac< benußt. Vornehmlich iſt
Zſce häufig herangezogen, und ſelbſt an Greßler (!) iſt ge-
da des Gedankens kann man ſi< nic wohl hier und da räthlicher für unſere ſen wäre, ihnen nicht religiöſe Grundanſc vorzuhalten, die nichts weniger als Shäße ſind. Im Weſent-
lichen zieht ſich durc< die pädagogiſ ſcwohl in älterer, als neuerer Zeit, ein Princip, das in den
Philanthropen gipfelt, und durc< die religiöſen, das durc< Zi Witſchel, Röhr, Fiſcher und ihre Geſinnungsgenoſſen vertretene
Princip der Natur: und Vernunftreligion. Das iſt in der
That doH< re Beſſeres ? und es iſt unverkennbar niht ohne Abſicht faſt allen
neueren Männern ausgewichen, die mit dem ſtrengen bibel-
gläubigen Chriſtenthum re<ßten Ernſt machen , obwohl es bei
dieſen weder an Geiſt, Bildung, Gemüth und Erfahrung fehlt.
Hirr waltet alſo ein empfindliher Mangel, um ſo ſtörender, als
man unſeren Recht entſc wünſchen muß, als heidniſche von noh ſo alten, gefeierten Perſön:
lichkeiten. Dieſer Mangel muß mit Re unbedingte Empfehlung des vorliegenden Schaßkäſtleins erween,
als er gerade leiHt zu dem Jrrthum verleitet, der darin gebo
tene Jnhalt ſei das allein Beſte, was über padagogiſc hungen ausgeſpromßen fei, Man möchte nun einen zweiten
Theil des Schaßkäſtleins von Ausſprüchen kir ger Pädagogen und Philoſophen geſammelt ſehen, um das rechte
Verhältniß m der Auffaſſung beider herzuſtellen. €.
an a venere eren er Brent
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Dr. Friedr, Shödler: Programm der Realſchule zu Mainz,
Oſtern 1861. Dru> von Seifert. |
Viel zu ſpät kommt uns dieß Programm zu. CECrhielten
wir von allen großh. heſſfiſMen Realſchuſen die Programme
rechtzeitig, ſo würden wir eine intereſſante Ueberfiht geben kön-
nen. Vereinzelte Berichte nehmen uns zu viel Zeit und Raum
und führen zuleßt auF nicht weit, Wir geben indeſſen Eini-
ges. Sechs Claſſen mit 33 -=“ 38 Stunden; 14 Lehrer und
Hülfslehrer ; 288 Schüler zu Anfang, 268 zu Ende des Jah-
res. Mit einer furzen Anrede an die Schüler verbindet der
Hr, Director ein kurzes, klares Wort über die Verſchiedenheit
der Begriffe „Schüler“ und „Lehrling“ und Über die: Noth-
wendigkeit, daß die Schule nicht unreif verlaſſen werde.
Ed. D.
GP an gfededmnne an geef ad 05 2ER MIRRE TR EEd
Zur Schulgeſchichte.
Baris, Als Baron Charles Dupin ſeine Karte Über
den Grad des in den verſchiedenen Departements von Frank-
reim verbreiteten öffentlichen Unterrichts herausgab, hatte man
no< nicht alle die Anſtrengungen gemac würdig iſt es, die Ziffern des mittleren Unterrichts vor 140 Jah-
ren mit denen des leßten Jahres zu vergleihen, Im J. 1850
befanden fim in 57 Lyceen 19,269 Schüler und deren 31,700
in 305 Gemeinde-Collegien. Im Jahr 1860 wurden in 71
Lyceen 27,996 und in 245 Gemeinde-Collegien 27,983 Sc<ü-
lex unterrichtet, Dann empfingen in den Schulen 4,016,923
Kinder die Wohlthaten des Primairunterrihts, und außerdem
wurden in Privakanſtalten, geiſtlihen und weltlichen 68,708
Kinder erzogen. Der Kriegsminiſter conſtatirte neuerlim, daß
mehr als drei Achtel der Conſeribirten, bei den Corps ankom-
mend, leſen und ſc Regimentsſ holt werden kann. --3--
* Bad- Ems. Hr. Suringar, der befannte menjc freundli hieſige Kleinkinderſchule, freute ſich über das kindlich-frohe Leben
unter den Zöglingen, ſpielte ſelbſt mit und fuc - Methode zu vertiefen, weßhalb er denn auh ſämmtliche S ten beſtellte, naM welchen die Erzieherin Delp aus Darm:
ſtadt lehrt. Die Kleinkinderſ von Badegäſten ſehr beſuFHt und findet in Ems ſelbſt gute
Anerkennung.
Poſen. Sc Ordentliche, Vorſc Zeiten herſtamme, und doh hatte die Provinz Poſen i. J. 1815
nur 1 katholiſches Prieſterſeminar, 1 katholiſches und fein evan-
geliſ Stadt: und Dorfſ lern , wogegen fie i. I. 1860 3 katholiſche Prieſterſeminare,
3 kath. Lehrerſeminare, 1 evangeliſches Lehrerſeminar, 6 Gym-
naſien, 3 Realſchulen und 1200 Stadt- und Dorfſhulen mit
2200 Lehrern und mehr als 200,000 Schülern hatte.
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