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rednet.
.. -
Achtunddreißigſter Jahrgang.
R: 35.


Die freie evangeliſche Kir ihre Lehranſtalten.
Bon
Dr. König in Lauſanne.
Die freie evangeliſche Kirche des Waadtlandes entſtand im
Jahre 1845 um --- wie ſie es ſelbſt ausdrückte --- „die Rechte
Zeſu Chriſti an Seine Kirche, die Reinheit des evangeliſchen
Seelforgeramtes, die Religionsfreiheit und die reine Lehre auf-
recht zu erhalten.“ Im Jahre 1847 conſtituirte fie fich als-
dann durc; eine von der „Syvode constituant“ entworfene
und am 12. März d, J. veröffentlichte Kirhenverfaſſung. Nach
dem Art, 2 derſelben, ſ Glaubens, an die apoſtoliſche Kirche, an die Kirchen aller Zeiten,
welche die Lehre von dem frei dur<ß Chriſti Blut geſchenkten
Heile bekennen, ebenſo an die evangeliſchen Kirchen, welche im
16, Jahrhundert ihren Glauben in ihren ſymboliſchen Büchern
und insbejondere in dem helvetiſchen Glaubensbekenntniſſe ein-
ſtimmig ausgeſprochen haben, an.“
Es iſt befannt, wie die freie Kirc unter allerlei polizeilichen Verfolgungsmaßregeln ihren Weg
machen fonnte, No< im Jahre 1849 (durch das berüchtigte
Decret vom 7. Juni) wurden „bis auf weiteren Befehl die
dur< die Conſtitution nicht gewährleiſteten und durc< das Geſet
nicht anerfannten religiöſen Verſammlungen“ d. jh, wie es wei-
terhin beſtimmt hieß, „vornehmlich die Verſammlungen der ſoge-
nannten freien odex unabhängigen Kirche“ unter dem Vorwande,
daß „ſie fortführen, die öffentliche Ruhe zu ſtören und daß ſie
einen politiſchen, dem religiöſen Bedürfniß fern liegenden Cha-
rafter hätten“, bei allen möglihen Polizeiſtrafen verboten,
Cbenſo iſt bekannt, daß troßdem die Kirche ſich ruhig fortent-
wickelte und auferbauete , daß ſie gegenwärtig nicht nur eine
geſicherte und ungeſtörte Exiſtenz hat, ſondern daß, wie ich es
in meinem Briefe vom 7, Juni in dieſen Blättern erzählte,
der von ihr verfo bereits von der Commiſſion der neuen Conſtituante anerkannt
und in den neuen Conſtitutionsentwurf aufgenommen worden
iſt. Weniger bekannt iſt, was die junge Kirche in den 15
oder eigentli Staate unabhängiges Schulweſen gethan hat, Darauf ſei es
uns nun vergönnt, die Aufmerkſamkeit der Leſer zu lenken.
Der Art, 17 der oben exwähnten Kirchenverfaſſung hatte
die Synode bevollmächtigt, einigen Specialeommiſſionen die
Darmſtadt, 31. Auguſt.
1861,
eme mrt eten ===
== Zz =

Erledigung der laufenden Geſ gen. Zu dieſen Commiſſionen oder Ausſchüſſen gehörte vox -
nehmlich :
Die Studiencommiſſion (Commissioa des Etudes).
An deren Spiße ſiand im Jahre 1843 der Profeſſor
Andr6 Gindroz, Verfaſſer eines intereſſanten Werkes :
„Geſchichte des öffentlichen Unterri In demſelben Jahre veröffentlichte dieſer Ausſ führlihes Reglement. Er erklärte ſim darin „beauftragt, Pa-
ſtoren für die Kirche zu bilden“ und „zu dieſem (Endzwe&e
betraut mit der Direction einer zu begründenden theologiſchen
Facultät." Außerdem ſollte ihm eine allgemeine Ueberwachung
der durF; die Kirchenkaſſe unterhaltenen Schulen obliegen.
Rücfichtlim ſeiner Stellung zur Synode, hatte er derſelben
alljährlich) einen Rechenſc dem unter der Aufſicht des Synodal-Ausſ misSiop SyDodale) ſtehen. Er beſtand aus 5 Mitgliedern ;
ſeine innere Einrichtung, ſeine Sißungen und ſein Verwaliungs-
gang folgten den gewöhnlichen Einrichtungen derartiger Aus-
ſchüſſe. Zuglei< mit dieſen Beſtimmungen wurden in 52 Ar=
tikeln die Grundlinien der
Theologiſ dargelegt. JIm Jahr 1852 wurde dann ein neues „projet de
reglement“*, im Jahre 1860 ein definitives Reglement für die-
jelbe veröffentlim Die Profeſſoren der Facultät (gegenwärtig 5, Chappuis, Cl6-
ment, Berdez , Vulliemin und "Aſtie) bilden den „Facultäts-
rath“- (Conseil de 1a faeculte); aus ihrer Mitte wählen ſie
ihren Präſidenten, der ſie dex Studiencommiſſion gegenüber
vertritt, Die Studenten bilden eine Corporation , die durch
eines ihrer Glieder bei der Studiencommiſſion und dem Faculs-
tätsrathe feine Vertretung findet. Dieſe Corporation ſorgt
auc nicht vor die beiden Behörden gehören.
Was die Studien anbetrifft, ſo kann man die Facultät
eine ganz und gar bibliſche Inſtitution nennen. „Der Unter-
rxi das bibliſc tät beſchäftigen ſich weſentlih mit der Theologie in ihren vier
Zweigen: 1) Bibelexegeſe nebſt Studium der heiligen Spra-
hen, 2) 4) Baſtoraltheologie und Homiletik (Exereice du mivpister e
6vangelique). Dazu iſt denn in neuerer Zeit nom Geſchichte

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