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die Hierarchie, außer dur< Sciller's Gemälde von der Schlacht
bei Lügen, ni von der Confeſſion und amtlichen Stellung des Herausgebers,
Von den eignen Gedichten und Auffäßen Viehoffs in dieſem
Lefebuch heben wir als beſonders gelungen und treffli< hervor
die Legende von dem Säulenheiligen und dem Mimen (14, 37),
Rabbi, Nathan's Gattin (1, 43), die Fabel von der Nacti-
gall, dem Hahn und der Taube (3, 64), die Lieder auf Alex,
v. Humboldt und auf Goethe (11, 23 und 26), die drei epi-
ſchen Geſänge Dornsrös Reihe von Räthſeln, Gnomen, Epigrammen und Lehraufſäßen,
-- Der Inhalt beider Bücher zerfällt ziemli<ß glei einen poetiſm güFe unter die gewöhnlichen Rubriken geordnet z; auß ohne
daß Religion und Vaterland Gegenſtand beſonderer Abtheilun-
gen find, iſt überall auf fie Bedac bilde der Kunſt bleiben nicht außer Betracht, wie denn nament:
liM das herrliche Fre8cogemälde des Cornelius von der Zer-
ſtörung Trojas in Schorn ſeinen guten Beſchreiber und Beur-
theiler gefunden hat.
Zu Einzelem ſei noH Folgendes zur Berichtigung nnd Er-
gänzung bemerkt : Schenkendorfs „Vaterland“ (Il, 8) iſt ver-
fürzt und in Strophe 5 geändert (aber gut), In Strophe 1
würde durch „Jedwedem“" ſtatt „Jedem“ der jambiſche Rhyth-
mus erhalten. IT, 43 ſteht in Rüdert's Gräbern zu Otten-
ſen weggerafft und Frühlingsodem ſtatt hingerafft und
Freiheitsodem. In Müller's „Sie ſollen ihn nicht haben",
find aus den kühnen Knaben und ſ deutſ Gleim's fauler Grille eine muntere; in Simro>'s Druſus
iſt Weſer ſt. Elbe geſeßt und „da ſie kaum geſprochen, |.
ſo ; Baur*s Pipin. der Kurze iſt ſtark geändert und beſchnit-
ten. In Rücert's epiſcher Dichtung „die Erfroxnen“, ſind die
Verſe: „Für feinen Fürſten ſterben iſt treuen Kriegers Brauch“
und „Ihr junges Herz erwachte, der Fürſt, der warm geruht“,
arg entſtellt durch: einen Fürſten und Ihr junger Herr er»
wachte 3; auch Str. 4 iſt Winternacht zu leſen ſt. Wintersnaht,
Beachtenswerth iſt, daß dieſer rührende Opfertod deutſcher Krie»
ger für ihren Fürſtenſohn, der na< einer Anmerkung Viehoffs
Wilhelm, Kronprinz von Württemberg war, in derſelben Weiſe
auch hbeſſiſ den Prinzen Emil, mit ihren Leibern vorm Erfrieren ſchükten
und für dieſen Preis ihr eignes Leben hingaben. Dieß hat
Künzel in ſeiner Geſchichte von Heſſen beſungen. -- Zu den
ſ Caſtelli's Schulgang, Für leßteres würden Pocei's Kinder im
Walde einen guten Erſaß geben. In der Screibung iſt nicht
zu rechtfertigen Egypten, egyptiſ<, Fittig, Curtmann, Rudolph
neben Adolf, Zieten neben Ziethen. Des Turners Wanderlied
(3, 106) iſt von W. Müller, Haus Gruit van Steen (XT, 148)
von K&K. Barth, dem tüchtigen Kupferſtecher, das Leben in den
Straßen Neapels (XT, 256) von Dr. K. A, Mayer.
Um mit einem Wort der Anerkennung und Empfehlung zu
ſ ren Stufen zu Viehoff's Leſebuch für die oberen Claſſen höhe-
rer Lehranſtalten oder das Handbuch der deutſchen National-
literatur (2. Aufl.) bilden, ſo ſprechen wir unſeren Dank für
die Erhebung und den Genuß aus, den uns viele Beſtand-
theile dieſes Leſebuc au 68
an einen Freund, worin der Geiſt weht, der unſere Jugend,
unjer Volk beſeelen muß, wenn es ſeine Freiheit bewahren
will. K
.
Handbuch zum kleinen Katechismus Luther's für Lehrer in
Schule und Kirche von K, Euler, Lehrer an der Rec-
toratsihule zu S theilung: Die Einleitung und das erſte Hauptſtü> ent-
haltend, Gießen 1861, I. Ricker'ſhe Buchhandlung,
Vorliegendes Buch verdankt ſeine Entſtehung einem fpeciel-
len Bedürfniſſe, In - dem engern Vaterlande des Verfaſſers,
dem Großherzogthum Heſſen, war nämlic< der lutheriſche Ka-
tehismus ſeit einer langen Reihe von Jahren nur neben dem
jogenannten badiſchen Katechismus, ja in. vielen Gemeinden
gar nicht mehr im Gebrauß, bis ihn ein Erlaß des
Dberconfiſtoriums vom 24. Februar 1860 in ſein altes
ausſchließliches Recht wieder einſeßte und demgemäß anordnete,
daß derſelbe nach der in der heſſiſchen Kirbenagende von 1724
befindlihen Redaction mit einem dem lutheriſchen Bekenntniß
entſprehenden Spruchbuche in den ſämmtlichen lutheriſchen Ges
meinden des Landes äls alleinige Grundlage des Religions-
unterri ſen Erlaß unter der Lehrerwelt Heſſens ein ziemlich allgemei-
nes Fragen nac paſſenden Handbüchern zum lutheriſchen
Katechismus entſtand, Nun fehlt es ja daran keine8wegs, Die
Bearbeitungen von Kurz, Niſſen, Caspari u. A., und beſonders
die alte, trefflihe von Ph. IJ. Spener, find bewährt genug.
Aber es war ein Handbuc den ſog. hejfij< en Katechismus Luthers, der bekanntlich eine
Erweiterung des urſprünglichen iſt, aufs genaueſte anſchloß,
Dieſem Bedürfniſſe iſt abgeholfen durc; obiges Werk, deſſen
erſter Theil uns hier vorliegt, deſſen beiden andern Theile im
Laufe des Winters nachfolgen werden, Der Verfaſſer hat mit
großem Fleiß und richtigem pädagogiſ aus der Erfahrung heraus, da er ſelbſt Lehrer an einer Volks-
ſchule iſt, das Beſte und für feinen Zwe> Geeignetſte aus
andern Bearbeitungen --- nicht etwa zuſammengeſ dern jim angeeignet und dur hat ſo ein Werk geliefert, das nic legen, jondern Allen, die den lutheriſc tiren haben, willkommen fein dürfte, Es unterſcheidet ſil das-
ſelbe von den bisher erſchienenen Katechismusbzarbeitungen
weſentlich, indem es keine ausgeführten Katechiſationen, ſondern
meiſt nur klare, fihßere und kurze Begriffsbeſtimmungen und
Dispofitionen enthält, wodurc< es dem Lehrer eine feſte, logi-
ſche Ordnung für feinen UnterriHt darbietet und ihn doh in
der freien Bewegung nicht hindert, Dazu iſt das Buh ſehr
. vollſtändig, ſo daß die meiſten Lehrer in ihren Shulen noch
Manches werden bei Seit? laſſen müſſen. Der Verfaſſer hat
eine f<öne Gabe, mit wenig Worten viel zu ſagen, ſo daß
man oft frappirt iſt, wie ſo kurz und ſc den Kopf getroffen iſt. Und was das Beſte iſt, man fühlt es
dem Werke an, daß es aus demſelben Glauben geboren iſt,
der im lutheriſchen Katehi8Smus bekannt wird. Da iſt kein
Wenden und Drehen an den Katehismusworten, um etwas

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