Full text: Zeitschrift für pädagogische Psychologie und Jugendkunde - 7.1905 (7)

Kinderzeichnung und Kunstkanon. 
Von 
Marx LobsSsien, Kiel. 
Vorbereitendes. 
Zu den nachfolgenden Untersuchungen wurde ich veran- 
laßt, durch die Arbeit des Leiters des Antwerpener pädolo- 
giSchen Laboratoriums Prof. Schuyten: De oorsprondelijke 
„Ventjes“ der Antwerpsche sSchoolkinderen. Deerde deel: Ont- 
wikkelung von het Schoonheidsgevoel.t) 
Die Methode der Untersuchungen Schuytens läßt 
Sich in Kürze So beschreiben: Ende Februar und Anfang 
März 1901 besuchte Schuyten eine Anzahl Schulen und 
Klassen, um insgesaimt 40 Serien von Je 100 Zeichnungen 
ganzer menschlicher Figuren nach freier Erfindung anfertigen 
zu lassen. Es handelte Sich um Kinder, Knaben und Mädchen, 
im Alter von 3--13 Jahren. Jedes Kind bekam ein recht- 
eckiges Stück Zeichenpapier im Maßstabe 16: 10,5, um darauf 
die Zeichnungen zu entwerfen. Die Untersuchungen ſanden 
meistens des Vormittags statt im Laufe von zwei Wochen. -- 
Die Zeichnungen wurden eimer doppelten Analyse unterworfen, 
einer qualitativen und einer quantitativen. Die letztere geschah 
mittelst einer einfachen Meßvorrichtung und hatte zur Auf- 
gabe, den millimetrischen Proportionen zwischen den einzelnen 
Körperteilen nachzugehen. -- Das dritte Kapitel, das uns 
hier allein interessiert, Setzte dann diese Proportionen in Be- 
ziehung zu dem Kunstkanon. Die Künstler haben von 
jeher eine Idealgestalt des menschlichen Leibes geformt und 
in bestimmten Proportionalzahlen das Verhältnis der einzelnen 
Teile angegeben. Schuyten, beschränkt sich auf folgende Ver- 
1) Paed. Jaarboek. Vijfde Jaargang 1904. Antwerpen,
	        

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