Full text: Zeitschrift für pädagogische Psychologie und Jugendkunde - 10.1908/1909 (10)

ſeitsch riit 
Pädagogische PSvchologie, 
Patbologie und Hygiene. 
Begründet 
. von 
Ferdinand Kemsgies. 
 
Jahrgang X. Leipzig, Dezember 1909. Heit 6. 
 
Determinismus und Erziehung. 
Von 
S. BODANSKY. 
Nicht immer entscheidet die Kraft der Gründe, ob eine philo- 
' SophisSche Anschauung in die Geister der Menschen Eingang 
findet; von größerer Wichtigkeit ist oft der Eindruck, den Sie 
auf das Gemütsleben macht, und je mehr sie mit eingewurzelten 
Gefühlen in Konflikt gerät, um So Schwerer wird es ihr, gich 
durchzusetzen. So ging es auch dem Determinismus, der Lehre 
von der Bestimmbarkeit des Willens. Die Freiheit des Willens 
war etwas, was als Vorzug des Menschen vor dem Tiere be- 
trachtet wurde. Auch glaubte man, daß die Grundlage der Sitt- 
lichkeit erschüttert, die Möglichkeit jeder Erziehung verneint 
würde, wenn man das mensSchliche Wollen dem in der Natur 
allgemein herrschenden Kausalgesetze unterwürfe. Es läßt gich 
aber zeigen, daß der Determinismus nicht nur nicht die Möglich- 
keit erzieherischer Einwirkung ausschließt, Sondern diese vielmehr 
geradezu begründet. 
Vorher wird es notwendig Sein, die Anschauung des Deter- 
minismus kurz darzulegen, da sie vielfach mißverstanden und in 
extremer Richtung erweitert worden ist. Unter Determinismus 
verstehe ich die Lehre, welche die Freiheit des mengchlichen 
Zeitschrift für pädagogische Psychologie, Pathologie u. Hygiene, 1
	        

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