Full text: Zeitschrift für pädagogische Psychologie und Jugendkunde - 14.1913 (14)

656 Literaturbericht * 
 
logen, Sondern auch für den Pädagogen, vor allem den Religions- und Gegsehichts- 
lehrern die Yoriträge von der größten Bedeutung Sind. Für ihren Unterricht, der 
ja im besonderen auf die Nöte und Anforderungen der Gegenwart Rückzgicht 
nehmen muß, werden gie viele wertvolle Anregungen in den Reden finden. 
Leipzig. Lie. P. Krüger. 
Die ehristliche Schule. Pädagogische Studien und Mitteilungen. Organ des 
Landesverbandes der katholischen geistlichen Schulvorstände Bayerns. Hichstätt, 
Brönnersche Buchdruckerei. 
Der erste Jahrgang der Zeitschrift „Christliche Schule“ umfaßt neun Hefte. Die 
Tendenz der Zeitschriff geht dahin, bei strenger Wahrung der katholischen An- 
Schauungen und unbedingter Anerkennung der kirchlichen Autorität die modernen 
pädagogischen Bestrebungen und Forschungen für die alte Erziehungs- und Unter- 
richtstechnik nutzbar zu machen. Wie Sehr aber die kirchliche Gebundenheit die 
freie wissenschaftliche Arbeit hemmt, zeigt Sich, um ein Beispiel anzuführen, in den 
über das Alter der Erstkommunikanten handelnden Aufsätzen (Heft 6-9): Kinder- 
PsSYchologische Betrachtungen, die für diese Frage von der größten, dem die Erst- 
kommunion ins Siebente (ungefähr) Jahr Setzenden Dekret freilich nicht günstigen 
Bedeutung gind, lassen jene Aufsätze vermissen. 
Unter den Artikeln zeichnen gich diejenigen über psychologische Themen 
besonders aus. Die übrigen bieten pädagogische Arbeiten, die teils in die Gesghichte 
der Pädagogik führen, teils die Gegenwartsprobleme dieser Wissenschaft behandeln, 
Von den dargebotenen ausgeführten Katechesen und Probelektionen zeigt nur die 
historische, über die Burgruine Wülzburg bei Weißenburg i. B. (Heft 2, 3. 76ff.), 
bis zu ginem gewissen Grade Neigung und Bestreben, der freien Arbeit und Ligen- 
tätigkeit der Schüler Raum zu gewähren. Außerdem enthält die Zeitschrift noch 
Nachrichten aus dem Leben des Landesverbandes, eine Bücherschau und reichliche 
Schulpolitische Mitteilungen. 
Leipzig. Lice. P. Krüger, 
Prof. Dr. August Stadler, Logik, Herausgegeben von J-. Plattner. Leipzig 1912 
Yoigtländers Verlag. 256 5. 
Genau genommen müßte dieses Buch nicht als Logik Sondern als Leitfaden 
der Logik bezeichnet werden, denn es hat weniger Systematische als führende 
Abgichten. Es ist ausgezeichnet durch klaren und fesselnden Stil und gucht über- 
all den Anschluß an das Leben und die Wissenschaften zu finden, ingondernheit Sind 
an Yielen vtellen die Beziehungen zur Pädagogik hervorgehoben. Als einen 8eigen- 
artigen Yorzug des Werkes erachte ich das am Anfang befindliche Resgum6, in dem 
auf 12 Seiten kurz dargestellt wird, was in den folgenden Kapiteln ausführlich 
behandelt wird. Erkenne ich aber ginersgits die Vorzüge dieses Buches bereitwillig 
an, 80 kann ich nicht umhin auch festzustellen, daß mich ein kurzer Satz in dem 
Buch Sehr unangenehm berührt hat. Ich Stimme mit dem VYerfasser völlig überein 
in der energischen Verwerfung des Pragmatismus und in der Bekämpfung der 
philosophischen und kulturellen Tendenzen, die Ostwald vertritt, aber ich kann es 
nur bedauern, wenn gich Stadler zu folgender Äußerung hinreißen läßt: „Ihr (der 
Ppragmatistischen Richtung) Hauptagent in Kuropa ist der Chemiker und Esperantist 
W. OQstwald.“ So Spricht man von einem Charlatan aber nicht von einem ehrlichen 
Gegner, und wenn man Seine Lehre und geinen Einfluß auch für noch 80 verderb- 
lich hält. 
Was den Standpunkt Stadlers betrifft, 80 ist er ein gemäßigt psYychologistischer. 
Er hält zwar die Logik nicht für einen Teil der Psychologie, zieht aber doch aller- 
wegen die Psychologie zur Begründung heran. Namentlich berührt er Sich in der 
Begründung der Notwendigkeit gehr Stark mit den PpSychologischen Richtungen. 
Aber wenngleich ich auch den Standpunkt des Verfassers nicht teilen kann, S0 
möchte ich das Buch doch Seiner vielen Vorzüge halber dem Kritischen Leger 
empfehlen. 
München. Werner Bloch. 

	        

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