Full text: Bodenreform - 41.1930 (41)

welche die Lehranſtalt in ganz außerordentlicher Weiſe vor- 
wärts brac>t2“. Schon 1905 erjolgt2 ihre Erhebung zum 
Po [yte<nifkuin. Die Beſucßerzahl ſtieg in unge- 
ahntem Maße. Foehr ſelbſt freute ſih, daß da>s Kolleg 
über praktiſ&e Cozialpolitik und Bodenreform daS beſt=- 
beſuhHteſte von allen war. 
Dazu richtzte Foehr beſonder? Ferienkurſ2 ein, an 
denen unſere BundeSfreunde Admiral BoeterZ, Dr. 
KSlee, Pohlman und ich mitwirkten. Hundzrtg von 
jungen Ingenieuren aus aller Welt wurden mit unſeren 
(Sedankfen erfüllt. 
AlS3 wir in dem ſchweren Kampf um die Steu2r nach 
gemeinen Wert ſtanden, hielt Fo2hr ein Referat auf 
dem EStädtetag der Provinz Sachſe:i und de3 Herzogtum3 
Anhalt 1903, da3 uns3 als Heft 15 unjeser „Sozialen 
„Zeitfrag en“ gute Dienſte geleiſtet hat. 
AlS unjere anhaltiſc<en Freunde zu einem „Lande3- 
verband“ 1915 Zuſammentraten, wurd? Prof. Foehr ſein 
Vorſitzender. In Der konſtituierenden Landesverſammlung 
Anhalts hat Foehr als Abgeordneter eifrig und erfolgreich 
unjere Gedanken vertreten. 
Die letzten Zahre verlebte Fozhr in Zurücgezogenheit 
in Freiberg in Sachſen, wo er am 24. 4. d. I. geſtorben 
iſt. In einem Briefe ſchrieb er mir: 
„Denken Sie noh jener, beinahe ein Bierteljahrhundert 
zurücdliegenden Tage, als Sie in Wetterſtürmen zu uns in 
den Harz na< Silberhütte famen, um dort die Uebertragung 
Ihrer Gedanken und Ideen in das praktiſche Leben eine28 eng= | 
begrenzten Kreiſes von Arbeitgebern und Arbcitnehmern zu 
beobachten ? 
geitterung auflodern ließen 
der Bodenreform unſer Leben lang heilig zu halten und zu 
verbreiten? 
Wie viele danken Ihnen ihren geiſtigen Lebens=z= 
inhalt und damit ihr Glüde!“ 
Foehr zählte zu den aufrechten, a< ſo ſeltenen 
Menſ<Gen, die auc< im äußeren Erfolg ſiG und ihren 
Idealen treu bleiben. Wir denken ſein in Dankbarkeit! 
Was iſt billiger -- Einfam.lienhaus oder Sto>werk- 
wohnung? Dazu berichtet die bekannte Fachzeitſchrift 
der „Baumarkt“, 1930, Nr. 23: 
„Heber das treppenloſe, ebenerdige Siedlungs- 
haus ſprach im Allgemeinen Sächſ iſ<en Siedler-Verband, 
Kreis Leipzig, Stadtamtz3baurat Feſt. Er führte aus, 
vaß nac<G einem Gutachten de38 Regierungs8baurates 
Rathke von der Berbindungsſtelle des ſtädtiſchen Hoch= 
bauamtes und nach einem eingehend durc<hgearbei=- 
teten Koſtenanſ<hlage mit Sicerheits5zuſ<lag bei 
einem ebenerdigen Siedlungshauſe 62 qm 
Wohnfläche nur 10500 NM koſteten, eine Wohnfläche 
von 62 qm in einem dreigeſ<oſſigen Hauſe dagegen 
14 400 NM. ES ergebe ſich, daß bis zu einem Bodenpreiſe 
von 22 RM pro qm da3 treppenloſe Haus billisz= 
gerſeial3Zein mehrgeſ<oſſigeZ3. 
Die Borzüge für die Hau3zwirtſchaft wüßte jede Sied- 
lerfrau zu ſ<äten. Die architektoniſche Geſtaltung des 
ebenerdigen Hauſe2 laſſe ſi ebenſogut dur<hführen 
wie die bei Häuſern mit Geſchoſſen.“ 
Wirtſchaftspartei und Nationalſozialismus. 
„Remſcheid.“ Sie ſenden uns den „Remſcheider General= 
anzeiger“, Nr. 215, mit einem Aufruf der Wirtſcha ſ tS= 
parker: 
„Bürger und Bauern, wir find ausges- 
auetſ<t wie eine Zitrone! Drohend ſteigt 
die Bodenreform Damaſ<kes8, des wirt= 
IHaſt8fremden Schulmeiſters, am polis= 
tiſchen Horizont auf!“ 
Sie haben rehßt. Die Leute, die dieſe Säßze untereinander« 
jHhreiben, ſind ſih gar nicht far, welH WiderſpruF darin 
liegt! Wenn ſie heut ſhon ausgequetſ<t ſind wie eine Zi= 
trone, ja, wer hat denn daran Schuld? Do<H nicht die 
Bodenreform, die ja erſt „drohend“ auſſteigt, fondern das 
gegenwärtige Re<ht. Und 
jind, was haben ſie dann noFH zu fürchten? 
Aber nun, wir wollten tun, was wir können, damit das 
„drohende Aufſteigen“ ſiH in „fruchtbaren Regen“ für 
den in. der Tat aus edorrten Boden „un eres wirt tli 
3 ' ſaf Den des -Ausſchuſfes, -- 
und ſozialen Leben38. ergießt. 
. Auf: Spalte 301 - der „Bodenreform“ war: "gezeigt 
wie die Angriffe der: „Hausbeſiter. „auf. die National) Zialtſten | 
Age. Cr | 
"lärung, für den. "Erfolg. der NR. S.D. A. 1-P. bedeuten. Sie ſhiden 
wegen“ „Hrer:: :bvdenreformeriſchen.: Stellung. eine -wi 
321 
 
"Erinnern Sie ſiH noch, wie Sie uns in Be=- 
--= wie wir gelobten, die Gedanken 
wenn ſie jſ<on auSsgequetſcht 
Dann ſollten 
ſie ſi) doH freuen, wenn etwas Neues am Horizont auſſteigt. 
 
die „„BergiſH<e Hausbeſitzerzeitung“, Nr. 18, die in ihrem 
Leitaufſatß die Nationalſozia,ujten ſo bekämpft: . 
' „Nach ihrem Parteiprogramm fordern die Nationalſozi= 
aliſten (Nazi) in Artikel 17 „eine unferen nationalen Bedürſ= 
niſſen angepaß:e Bodenreform, Schaffung eine8 Geſetzes 
zur unentgeltlichen Enteignung von Boden für gemeinz 
nüßige Zwede, Abſchaffung des Bodenzinjes und Verhinderung 
jeder Bodenſpekulation“. Da8 iſt im vollen Umfange das 
ausgeko<hte Programm der radikalen Boden= 
reformerDamaſ<keſ<er Richtung. Daß die Nazi 
hier niht nur eine theoretiſHe Forderung auſſtellen, haben ſie 
im vergangenen Neich8tag dadurH bewizoſen, daß jie für' die 
Borlage eines Wohnheimſtättengeſeßze838 imGSGinne 
des Wohnheimſtättengeſeßentwurfes von Da= 
ma ſ<ke cinge.reten jind, der alle ihre Programmforderungen 
in umfangreichſter Weiſe enthielt.“ 
Auf die Unwahrheit: Unjer Entwurf eines Wohnheim 
ſtättengeſeße8 fordere eine unentgeltli<e Enteignung, 
brau<Hen wir hier nicht einzugehen. Nun, das Wahlergebnis 
bat gezeigt, welHen Eindru> derartige Vorwürfe maHen: das 
Gegenteil des Erhofften. Wer heut als Bodenreſormer dem 
Bolke dargeſtellt wird, we>t ledigl ih Zuſtimmung! 
Pr., 
Unſer Ort8gruprenvorſitzender in König3b2rg i. 
A. Neumann, Oberingenieur, hat einzn „Bund23= 
marſ<“ gedi>tet und vertont, der auFH durH den Kö= 
niagSberger Rundfunk vom 8. 9. verbreitet wurde: 
Für di<, du deutſ hes Vaterland, 
Zu kämpfen gilt'8 in unſer'm Bunde, 
Damit der d2zutſc<2 Boden frei, 
Und unſer Bolk geſunde. 
Drum Brüder ſteht in Treue feſt; 
- In Nord und Süd, in Oſt und Weſt! 
Ergreift die treue Bruderhand: 
Dem deutſhHhen Bolk das freie Land! 
Zu Nuß und Frommen aller |<Huf 
Uns Gott den Boden, ſrei für jeden; 
Iſt frei das Land gibt's keine Not, 
Die Erde wird zum Eden. 
Drum Brüder ujw. 
O Vaterland, wie ſehnſucht8voll 
Verlangt, mein Herz na< Heimaterde, 
Damit auß mir de8 Meni<h<en Recht 
Auf Land und Urbeit werde. 
Drum Brüder uſw. 
Vorbildlihg28. „Die Angriffe auf da8 Berufs= 
beamtentum haben ein jolHes Maß von ſtaatsbürgerlicher 
Unkenntnis auf allen wich.igen Gebieten, namentlich auch 
auf dem Gebiet de8 GS:euerweſen8, enthüllt, daß ſich unſer 
Ortsfartell entiſ<lojſen bat, eine ft aatsbür gerlic<e 
Bücherei einzurichten. Sie ſoll dazu helfen, unjzre Mit= 
glieder möglichſt ſtark zu madchen, allen Berdrehungen und 
Berdunkelungen ſchlauer Intereſſenten entgegenzutreten. Zuerſt 
möchten wir ſämtliche BodenreformſFzZhriften in 
unſere Bücherei einſtellen, wzil ſie als polit. iſ?) und religiös 
neutral beſonders geeignet ſind, bei allen Mitgliedern gleich= 
mäßig Beachtung zu finden.“ WelHe Beamtenorgani= 
ſation folgt dieſem Beiſpiel aus der Provinz Sachſen? 
Kleingärtner S. Wir empfehlen Ihnen in erſter Reihe 
den „Deutſchen Kleingar:en“a'2Mmder 1931“, den im Auftrage 
de3. Neihs8verband28 der K: zingartenvereine Deutſ<Hlands Rek= 
tor Förſter heraus8gegeben hat, und der auf Grund langer, 
vielſeitiger Erfahrungen, die beſten Ratſchläge gibt. - 
NaH der Wahl, das heißt bei dem Verſuch grunds= 
ſäßli< er Reformarbeit, wird viel über. Bodenreform. gere= 
Det werden. Das iſt die Zeit, um die Programmi<rift unſeres 
Bundes zu verbreiten. 
Adolf Damaſ<ke: Die Bodenreform. Grundſäg- 
lihe8 und GeſchihtiiHhes zur Erkenntnis und Ueberwindung 
der ſozialen Not. 138. . Tauſend, 524. Seiten, 3,30 M. .Poſt= 
freie Zujendung gegen Einſendung, des Betrags auf PoſtſHe> 
Berlin 79 025, Bodenreform G.m.b.H. Soziale Prarxris: 
Dieſes Werk iſt nicht bloß für Zehntauſende, ſondern bald 
für Hunderttauſende deutſcher Leſer eine Art volk8= 
wirtſ<haftlihes Bekenntnis8bud geworden. | 
Württemberg. Einladung zur LandeSverjammlung, Stutt= - 
11. Oftober, 15 Uhr, Bahnhofsturm (Auffahrt frei). 
T Tages8orönung:. „“, Wahl der beiden“ Borfi tenden und 
Kaſſenbericht, - 3. :-Geſchäftsbericht-:4ind 
gart, 
 
 
 
"Bericht über“ den - VundeStag in - - Würzburg.“ -Regiermitgsrat 
Q.- D.. Rettich. - a KEH 7 SEE . "Di GERI RE a 
5. Anzeige: - Eiäſs beide: Bert 
-'Veiantworti.. Ff. d. ' red. Teil: "Tr. Er EISEN f + "Heide 
in .“ Druck: Robert Mäller, Potsd a SEEREISE R SE 
322
	        

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