Full text: Bodenreform - 41.1930 (41)

Podene 
Leitung: Adolf Damaſchke 
Deutſche Volksſtimme 
efotm 
+ + Frei Land 4 4 
 
Verlag Bodenreform G. m. b. H., Berlin NW 87, Leſſingſtraße 11, Fernfprecher : Moabit 1451 
41 .* Jahrgang. Nr. 9 
 
 
 
Inhalt: 33. Bodenreformtag. = „Unpraktiſche“ Bodenreformardeil in Bayern. 
= Dur< Selbſthilfe zur Heimſtät e. =- W. Gutſche. =- Arbeitsloſe avarheſter, -- Ulm. 
- Die norddeutſche Tiefebene - eine Oeiprovinz der Standard»Oil-Co.? 
- „Bauernbeſitz iſt Sklaverei." = Ein volkskirhliher Abend. = Zwieſpruch. 
 
 
Einladung 
zum 33. Bundestag der deutſchen Bodenreformer 
vom 25.--28. April in Würzburg. 
In ſeinem Wittelpunkt ſtedt natürlich das Wohn - 
heimſtättengeſeß. Daneben werden wir von be= 
rufenſter Seite über den ruſſiſchen Verſuch, den Kom= 
muniSmus8 in der Landwirtichaft durc<zuführen, unter- 
richtet werden. 
Vorläufige Tagesordnung: 
Freitag, den 25. April: 
Vormittag8 10--1 Uhr: Borjtandsſizung. | 
Nachmittag von 3 :8 Uhr: Mitgliederverſammlung. 
Abend8 81/5 Uhr: Fränkiſcher Abend. 
Sonnabend, den 26. April: - 
Bormittag 9 Uhr: Begrüßungen durc Reich, Staat und 
firHlihe Gemeinſchaften. 
Damaſ<Hke: „Unſere Arbeit und unjere Aufgaben.“ 
Prälat Dr. Kreuß, Präſident des deutſHen Caritas 
verbandes: „Die Wohnheimſtättenfrage in ihrer reli= 
gidSZ= ſittlichen Bedeutung“. 
Nachmittag: 
Sonntag, den 27. April: 
Jeſtgottesdienſte- 
orträge, Begrüßungen und Erklärungen dur< Orgas 
niſationen. 
Ernſt und dringend ergeht an alle Freunde Die 
Bitte, ſelbſt am Bundestag teilzunehmen. Kein Bericht 
fann erſeßzen, was allein perſönliche Fühlungnahme 
gibt mit Freunden aus allen Teilen des Reiches und aus 
allen Lagern und Berufen! 
„Unpraktiſche“ Eodenreform in Eayern. Unſere OriZ3- 
gruppe Schweinfurt ſieht auf eine zehnjährige 
praktiſche Bodenreformtätigkeit zurück. Da- 
zu fpraHh Dr. Wagenbad im vollbeſezten größten 
Saal der Stadt. Einberufer waren unter anderem 
der Deutſ<nationale Handlungsgehilfen=Berband, 
der Chriſtliche Verein Junger Männer, 
der GewerkſHaft8bund der Ungeſtellten, 
Bund der Kinderreichen, 
Kleingartenvereine, 
Mietervereine, 
Bau-= und Notgemeinſ<Haſt. . 
Sowohl das „Fränkiſ<he BVolksblatt“ (Ur. 
29), das der Bayeriſchen VolkSpartei naheſteht, ſpracß 
von einem „großen Tag der Bodenreformer“, 
wie auch der ſozialdemokratiſche „Fränkiſ<e Bol FZ = 
freund“ (Nr. 29). Zahlreihe Anhänger der ver- 
ſHiedenſten Iugendgruppen füllten den Saal. Sehr 
jtarf waren vertreten der katholiſHe und evangeliſche 
Kleru8. Eine beſondere Bedeutung gewann der Abend 
dadur<, daß der Oberbürgermeiſter Dr. Me rkle im 
Namen der Stadt die dur<z die Shweinfurter Boden- 
reformer geleiſtete praktiſc<e Arbeit würdigte. Seit Krieg3- 
ende habe Scweinfuürt 2038 Wohnungen erſtellt, 
ſo daß e3 an der Spitze der ſüddeutſchen Städte 
ſteht. Dieſe Arbeit zu leiſten, - ſei nur möglich geweten, 
weil Freunde .der- Bodenreform in all 
  
 
Stadtparlame iS" 7emen ſtarken Cinfl| eſißen. Lorz 
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Bezug dur< jedes Pojtamt viertkeljährlic< 1,80 Mark, bei direkter Sendung unter 
Kreuzband 2.-- Mk. Poſtichekkonio Berlin NW 7, Nr. 79025 Bodenreform G. m, b. H, 
Poſt-Verſandort: Potsdam. 
 
2. März 1930 
 
u. + meweremtendaetetetemeteen, emwemmtementt mentene enn amteeettmmeen <eeeeZeeeeenemeeenmmrtnte 
terhin habe die Stadt gerade aus bodenreformeriſche 
Erkenntnis heraus genügend billiges Gelände zur 
Verfügung geſtellt: 800 000 Quadratmeter in Erbbaus=- 
reHt, 30000 Quadratmeter in ;Form der ReihS- 
heimſtätte. -- 
Unſer Würzburger Bundestag wird von Der 
Wichtigkeit ſolcher Heimſtättenarbeit gerade in Bayern 
noF manches zu ſagen haben! 
Durch Selbſthilfe zur Heimſtätte. Heft 1 des „Zahr- 
buch8 der Bodenreform“, das in den nächſten Tagen er= 
ſheint, bringt einen Bericht über die Bremiſche ECigen- 
heim=Notgemeinſ<haft aus berufener Feder, d. h. von 
ihrem Gründer und Vorſitzenden des Aufſjichtörats, Al - 
bert Snoek. Häuſer, die ſonſt 15000 MW. koſten. 
wurden für 7900 M. erſtellt, und Familien, die nie zu 
einer Heimſtätte gekommen wären, wurde der Weg zur 
Zeimſtätte erſchloſſen! Eine tapfere, ſegenbringende Tat! 
Gerade in ſeiner durhaus wahrhaftigen, nichtz3 verſchlei- 
ernden Darſtellung und mit allen ihren genauen Adb- 
re<ßnungen, die der allgemeinen Nachprüfung unterliegen, 
wird dieſer Beitrag gewiß auch weit über Bremen hinaus 
wertvolle Anregungen geben und Nacheiferung weden! 
Wilhelm Gutſche, der Führer der <hriſtlich-nationalen 
Eiſenbahner, iſt am 18. Februar im Alter von nur 
530 Jahren geſtorben. 
Welche Stellung er ſi< in der <Hriſtlichen Arbeiter- 
bewegung erworben hatte, zeigt die Tatſache, Daß Brü- 
ning ſelbſt ihm einen Leitaufjaß im „Deutſchen“ (Nr. 43) 
widmet, in dem er u. a. bezeugt: 
„Wenn man von irgend jemandem, die in jungen 
Jahren in den ſchweren Kämpfen der letzten 3wei Jahr=- 
zehnte ihr Leben hingegeben haben, jagen kann, er i1t 
unerſeßlich, ſo gilt das ganz gewiß inerſter 
Linie von einem Wanne, wie Wilhelm Gutij<e. 
Er hatte neben einem klugen Verſtand und einem fabel= 
haften Inſtinkt für das wirklich Politiſche die Fähigkeit, 
ſich ſelbſt und ſeine Perſon immer zurüczuſtellen und 
Ehre und Erfolge anderen zu überlaſſen. Gerade in 
einer Zeit der völligen Umwälzung niht nur der |[09=- 
zialen und politiſ<en Berhältniſſe, ſondern au<h der ſitt= 
lihen Begriffe iſt ein ſolher Charakter von ganz beſons= 
derer Bedeutung. Er bindet Wenſc<hen verſchiedenſter 
Auffaſſung und entgegengejeßter Richtung zu gemein= 
ſamem Handeln; das Sich-Selbſt-Zurüdſtellen, das Sich- 
Selbſt-Opfern iſt der einzige Weg, in einem revolutio= 
nären Zeitalter einen Kern de3 Widerſtandes zu Fchaffen, 
aus dem neuer Aufbau erwachſen kann.“ 
Wie dieſer Arbeiterführer zu uns ſtand, mag er 
ſelbſt bezeugen. Am 24. November 1915 ſhHrieb er mir: 
„Gott gebe Ihnen no< Jahrzehnte zum Wirken! 
Dieſes mein Wunſ<h, zugleih auH im Namen unſerer 
„Elberfelder“ Eiſenbahner-Organiſationen, für die Die 
Bodenreform ein weſentlihes Stü> Gegenwart35= 
und noHF vielmehr Zukunfts3programm bedeutet. 
Eine fleine (oder große?) Epiſode aus meinem perſön« 
lichen Leben der letzten Woden: Seit vielen Woden 
arbeitete iH mit Leidenſchaft an den „inneren“ Kriegs 
zielen unſerer Verbände: Gehalt, Lohn, LebenSmittels, 
Wohnungsfrage, alle8 im bodenreformeriſchen 
Sinne behandelt. Ein Telegramm: Mutter im Sterben -- 
 
arteien des 
ZT meiner Frau. Lettere vor ihrer Niederkunft. 
0 6. 
PY mm m x emm u ur ÄÜ
	        

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