Volltext: Bodenreform - 50.1939 (50)

Ausgabe B 
Frei Lands 
Deutſche Volksſtimme 
Gründer: Adolf Damaſchke 
Bodenrefor 
Bodenreform Verlag Damaſchke KG, Berlin NRW 87, Leſſingſtraße 11 / Fernſprecher 39 14 51 
Bezug durc< jedes Poſtamk vierkeljährlie< 1,80 RM, bei direkter Sendung unter 
Kreuzband 2 RM. / Poſtſchekkonto Berlin Nr. 79025 Bodenreform Verlag Damaſc<ke KG. 
Pofſt-Verſandort: PBoksdam 
 
50. Jahrgang Nr. 32 17. 5eptember 1939 
 
Die nächsie Nummer der „Bodenreform“ ersdieint am 1. Oktober 
Bodenr ef OTINET / In dieser ernsten Zeit muß jeder all Sein Wissen und Können in 
den Dienst des Vaterlandes Siellen. Wer die Bodenreformlehre Adolf Damasdikes ver- 
Standen hat und zu der Überzeugung gelangt isi, daß die unseren deutschen Bedürfnissen 
angepaßie Bodenreform eine der allerwidhtigstien Vorausseizungen iSt für die dauerhafie 
und innige Verbindung des deufschen Mensdhen mit dem deutshen Heimatboden und 
damit für eine glückliche Zukunft unseres Volkes und unseres Vaterlandes, - der erkennt 
es als Seine Sitflihe Pflicht, mit den Gleichsftrebenden zusammenzuhalten im Bunde 
Deuisher Bodenreformer. Nur wenn wir zuseammenhalten, können wir die Lehre, die 
Adolf Damasdike hinterlassen hai, lebendig erhalten, den Punkt 17 des national- 
SOozielistisShen Parteiprogramm Ss „eine unSeren nationalen Bedürfnissen angepaßte Boden- 
reform“ verwirklichen helfen und damit unseren Nachkommen auf dieser Grundlage 
die Zukunfi unSserer Nation Sichern. 
 
Aufſtieg der Landwirtſchaft 
Die deutſche Landwirtſchaft iſt dur4g die Maß= 
nahmen der Regierung und durch die Gejeß= 
gebung ſeit 1933 ſo tatkräftig gefördert worden, 
daß ſie imſtande iſt, unſere Volksernährung zu 
ſiHhern. Sie hat ihre Leiſtungen in jolHem Maße 
ſteigern können, daß auc<h im Kriege niemand in 
unſerm Volke zu hungern braucht. Die wijjen= 
ſhaftlihe Ugrarpolitik und die Betriebsforſihung 
dürfen ſig aber mit dem Erreichien nicht be- 
gnügen, ſondern müſſen au<h jett weiter arbeiten, 
um die Vorausſezungen für einen no< höheren 
Aufſtieg der deutſ<en Landwirtſchaft zu ſchaffen. 
De3halb verdient gerade in dieſer Zeit die von 
un3 ſhon kurz beſprochene Abhandlung von Prof. 
Dr. Max Shönberg, Berlin, über „UNuſ=- 
ſtieg und Formung der Landwirtſchaft dur< den 
völkiſc<-politiſh<en Betrieb“ (Berlag 3. Neu- 
mann, Neudamm) beſondere Beachtung. 
Profeſſor Schönberg von der landwirtjc<aft- 
lihen Fakultät der Univerſität Berlin hat ſich 
bei dieſer Arbeit die Aufgabe geſtellt, die GrundD- 
züge einer neuen landwirtſchaftlihen Betriebs- 
lehre zu entwerfen. Im Hinbli> auf die Siche- 
rung der Volks8ernährung und der Erzeugungs5=- 
ſteigerung behandelt er die Fragen der BetriebS5- 
größe, der Arbeitsbewertung, des gerechten 
Preiſe38 und der bäuerlichen Perſönlichkeit. Bom 
Standpunkt der Bodenreform au3 iſt beſonders 
bemerken3wert, daß Schönberg dabei auf die 
Shaffung eines einheitlihen Boden- 
rehFt3 für den geſamten landwirt=- 
ſHaftlihen Boden hinzielt. Gegenwärtig 
iſt e38 doh ſo, daß etwas mehr als die Hälfte -- 
58,40% -=- des landwirtſ<aftlich genußten Bodens 
im Altreich unter Erbhofreht ſteht, während der 
große Reſt -- 41,6% -- noh, allerdings inner=- 
halb der Grenzen der. Grundſtü>sverkehröbekannts=- 
madung, frei veräußert und frei mit Schulden 
belaſtet werden kann. Nur im Nordwejten des 
Altreichs iſt der Erbhof die vorherrj<Hende 
Bodennuzungs8form, während der Süden und 
Südweſten dur< den Kleinbetrieb, der Oſten dur< 
den Großgrundbeſit <FHarakteriſiert wird. Das 
erſtrebenöSwerte Ziel aber iſt na; Cdöndvbergs 
Meinung, der wir grundſäßlih zuſtimmen kön= 
nen, „daß die deutjHe Landwirtſ<aft in ihrer 
ganzen Breite und AuS8dehnung ihre Betriebe 
zur höheren Stufe des HofeS2 im Lauſe 
der Zeit entwidelt.“ 
Um dieſen Saß richtig zu würdigen, muzz man 
zunächſt wiſſen, daß Schönberg das Wort „HoT“ 
für einen ganz beſtimmten, von ihm neu gefaßten 
Begriff verwendet. Nicht jeder landwirtſ<aſtliche 
Betrieb, nicht einmal jeder Erbhof, iſt im Sinne 
Schönbergs ein „Hof“, ſondern nur derjenige 
Betrieb, bei dem „Betriebsleiſtung und biologi= 
ſche Leiſtung im Gleichklang“ ſind, wobei unter 
„BetriebS3leiſtung“ die Erzeugung landwirtſchaft= 
liher Güter und unter „biologiſcher Leiſtung“ 
die Aufzucht tühtiger landwirtſ<Haftliher Fami= 
lien zu verſtehen iſt. Schönberg ſagt: „Der Ho] 
iſt ſomit eine Aufſtiegsform des Betriebs, die 
erreicht iſt, wenn der bäuerlihe Betrieb nicht 
nur arbeitet, ſondern au< in ſeinen jungen 
Menſchen lebt. In dieſem Sinne iſt Derjenige 
Erbhof noh kein Hof, deſſen Arbeit und LebenS5- 
funktion geſtört oder unvollkfommen iſt. CS ilt 
ſomit von größter Widtigkeit für die richtige 
Erkenntni8: des Weſen8 vom Hof, daß er hod>= 
wertige Arbeit mit hochwertiger biologiſcher 
Leiſtung verbindet.“ 
Die Zdee vom „Hof“ führt Schönberg weiter 
zu der Idee eines neuen HofrehtS, dejjen 
Zeim im ReichSerbhofgeſetz liege. Dieſes, jagt er, 
„ſtellt dur<& die anerbenrehtlihe Bindung des 
Hofes an die Sippe, durhH die Beſtimmung der 
faatsdibliothek] 
“0 7 
19.SEP 4939 1, 
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