Full text: Bodenreform - 50.1939 (50)

Bodenreform 
Auggabe B 
Frei Lands 
Deutſ<He Volksſtimme 
Gründer: Adolf Damaſchke 
Bodenreform Verlag Damaſchke KG, Berlin NW87, Leſſingſtraße 11 / Feruſpreeßzer 39 14 8 ! 
- 50. Jahrgang Nr. 36 
Bezug dure<ß jedes Poſtamt vierkeljährli< 1,80 RM, bei direkter Sendung unter 
Kreuzband 2 RM. / Poſtiſ<ekkonto Berlin Rr. 79025 Bodenreform Berlag Damaſc<ke KG. 
13. November 1939 
Boft-Berſandork: Poksdam 
Die nächste Nummer der „Bodenreform“ erscheint am 1. Dezember 
 
Adolf Damaſchke 
geboren 24. November 1865, geſtorben 390. Juli 1935, 
ſchrieb in dem zweiten Bande ſeiner Selibſtbiographie 
„Seitenwende“ Leipzig 1925: 
Gewiß kann es Stunden geben, in denen ohne Shwan- 
ken alles, aber aud alles für das als wahr Erkannte 
geopfert werden muß. Aber das ſind ſeltene Stunden 
voll eigener Geſetze. Wer ſich einmal zu der Rilarheit 
dur<hgerungen hat, daß alles heil des Volkes in ſeiner 
organiſhen Entwi>lung liegt und daß es gilt, plan- 
voll dieſe EntwiKlung zu beeinfluſſen, der muß auch 
die Pflicht erkennen, ſich für dieſes Wirken nach den 
Geſetzen dieſer Zeit ſeine Unabhängigkeit zu wahren. 
Uns es iſt zuletzt au< eine Untreue gegen die eigene 
Sache, wenn manin berauſchendem Gefühlsüberſc<hwang 
die Notwendigkeiten des Lebens überſieht und ſich damit 
ſelbſt ausſ<altet aus den Reihen der ernſten Rämpfer 
für eine beſſere Zeit. 
 
 
 
Die Hundertjahrfeier für Henry George 
Die internationale Konferenz zur Feier des 
hundertſten Geburt8täges Henry Georges, die 
vom 30. Auguſt bi8 zum 2. September in New 
York von der Internationalen Vereinigung für 
Bodenwertſteuer und Freihandel, von der Henry- 
George-Sh<ule für SozialwiſſenſHaft und von 
der Amerikaniſchen Henry-George-Stiſtung ver- 
anſtaltet wurde, war der erſte internationale 
Bodenreformer-Kongreß außerhalb QCuropaS. 
Wegen der Erwartung kriegeriſ<er Ereignijje 
war die Beteiligung aus anderen Ländern als 
Nordamerika begreifliherweiſe nur gering, nichts- 
deſtoweniger iſt die viertägige Konferen3 recht er- 
folgreich verlaufen. Den Vorſitz führte der Präſi= 
dent der Internationalen Vereinigung Bue 
Björner aus Dänemark, deſſen Begrüßung3- 
anſprache unter dem Wotto ſtand: „Die Zukunft 
gehört un38!“ Grüße au38 Auſtralien überbrachte 
E. I. Craigie, Mitglied des auſtraliſr<en Par= 
lament38. Die Bodenreformerverbände der übrigen 
Länder hatten Telegramme geſhi>t. Der Abend 
des erſten und der ganze zweite Tag wurden 
aus8gefüllt von Vorträgen über die mannigſachen 
Probleme, die mit dem Werk Henry Georges 
zuſammenhängen. Darauf folgte am dritten Tag - 
eine Sitzung der Internationalen Vereinigung. 
In dieſer legte der Präſident Bue Björner 
wegen Überlaſtung mit anderen Arbeiten jein 
Amt nieder, und an ſeiner Stelle wurde der 
Abgeordnete E. I. Craigie, Auittralien, zum 
Präſidenten gewählt. Nah dieſer Sißung wurden 
in der Konferenz die Berichte über Bodenbejſit 
und Bodenbeſteuerung aus England, Frankreich, 
Deutſhland, Ungarn und Bulgarien vorgeleſen, 
nachdem die Vertreter Dänemarks und Auſtraliens 
ſelbſt über die Bodenreformbewegung in ihren 
Ländern berichtet hatten. Am 2. September, dem 
eigentlihen Geburts5tag Henry Georges, beſuchten 
+ 
4 . 281 
die Teilnehmer das Grab Henry Georges auf] 
dem Greenwood-Friedhof und legten Kränze 
nieder. Den Abſchluß der Feier bildete ein Feſt- 
mahl. Ein längerer Bericht über die Hundert= 
jahrfeier iſt in der Oktober-Nummer von „Land 
and Liberty“, London, erſchienen. 
Bodenbeſitz und Bodenbeſteuerung 
1 
Eine Statiſtik der Boden eigent umsSpverhält- 
niſſe, die vom Bunde Deutſ<er Bodenreformer 
ſ<on ſeit Jahrzehnten immer wieder gefordert 
wurde, wird gegenwärtig vom StatiſtiſHen Reich5- 
amt bearbeitet, ihre Ergebniſſe ſind aber no< 
niht bekannt. Dagegen werden in Deutſchland 
Fregelmäßig die Zahl und die Größe der land- 
wirtſhaftlihen und forſtwirtſhaſtlihen Bes= 
triebe ermittelt und veröffentliht. Dieje Be=- 
triebSſtatiſtif fälſſOt aber das Bild zugunſten des 
Großgrundeigentum8, das in ihr viel kleiner er= 
ſHeint, al8 e8 wirklich iſt. Es gibt nämlich in 
Weſt= und Süddeutſchland nur wenige landwirt= 
ſH<aftlihe Großbetriebe, aber viel und ſehr großes 
Großgrundeigentum, das in kleine und mittlere 
Pactjtellen aufgeteilt ijt. 
Na<h dem Statiſtiſ<en Jahrbuch für das Deuts= 
ſHe Reih 1938 beträgt die geſamte Fläche des 
Deutſhen Reihs mit Öſterreih, aber ohne das 
Sudetenland, 554 000 qkm = 55,4 Millionen ha. 
Hiervon entfallen naM der Bodenbenußungser=- 
hebung 1937 auf 
Acerland . 1 
Gartenland „= 0 
Wieſn .. u... . 6, 
Viehweiden 4 
Obſtanlagen 
Weinberge? . . . 
landwirtſc<aftlich 
Fläche inS8geſamt 
Forſten und Holzungen . 
land= und forſtwirtſ<Haftlich 
genußte Fläche in8geſamt . 29,2 
Hau3= und Hofräume . . 0,8 » v 
unfultivierte Moorfläden . 0,4 
ſonſtiges Öd= und Unland . 2,3 
Wegeland, Friedhöfe, Sport- 
plätze, öffentl. Barkanlagen, 
Gewäſſer uſw. . . . . . 24,( „ » 
Zuſammen . . . . . . 535,4 Millionen ha 
Im Laufe de8 Jahr23 1938 iſt nac der amt= 
lichen Statiſtik das AFerland um 230000 ha 
kleiner geworden; dagegen haben ſich die Forſten 
und Holzungen um 25000 ha vergrößert und 
außerdem haben die Flächen außerhalb der Land= 
und Forſtwirtſhaft, wie Gebäude- und Hoſ= 
fläßen, Wegeland, .Sport-, Flug- und Übungs- 
pläze um ruß0:200.000: ha: 34. Aen 0 mmen. 
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21,4 Millionen ha 
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