Full text: Bodenreform - 50.1939 (50)

lie in einem Raum untergebracht war. BiS5 zu 
10 Köpfen hauſen in einem Zimmer einer der= 
artigen Siedlung, deſſen Einrichtung neben der 
Kohvorrichtung aus zwei Betten, einem Tiſch 
und vier Stühlen beſteht. Die deutſche Verwal=- 
tung wird auh auf dieſem Gebiet ſowohl durch 
Beſeitigung der Arbeitsloſigkeit als aur< dur 
Beſſerung der Wohnverhältniſſe Abhilfe ſ<affen. 
Der bisherige Landbeſitz der Deutſchen in Lettland 
Bon den aus Lettland umſiedelnden VolkS= 
Deutſ<en haben, wie die „Sc<leſiſme Zeitung“, 
Breslau, Nr. 578 vom 18. 11. 1939 au8 Riga 
berihtet, rund 11000 auf dem Lande gelebt. 
In ihren Händen hat jiHg rund 1,3% des ge= 
famten in Lettland vorhandenen Landbeſitzes be= 
ſjunden. Der Anteil des 350 bis 100 Hektar 
großen Landbeſitßzes ſtellte fim auf 21vv des ge= 
ſamten deutſchen Landbeſitze3; 16% des Deutſchen 
Landbeſitzes hatte einen Umfang .von 30 bis 
35 Hektar und 1495 einen Umfang von 20 biSs 
30 Hektar. Der Reſt verteilt fſiHh auf einige 
wenige über 100 Hektar große Hoſfſtellen und 
ſonſt auf Landparzellen unter 20 Hektar. InS- 
geſamt wurden von Volks8deutſhen 1187 Höfe 
und Landparzellen bewirtſHaftet. Bon ihnen 
waren nur 55 über 100 Hektar groß, 388 über 
50 Hektar und 303 über 30 Hektar. Die größte 
Anzahl der von den Volks8deutſ<hen bewirtſchafs= 
teten Höfe, nämlic<? 761 oder 40", befand ſich 
in Livland, 694 Höfe oder 37%vv lagen in 
Kurland und 393 Höfe oder 21", in Sems2z 
gallen. Am geringfügigſten war der deutſche 
Landbeſitz in Lettgallen, im Oſten Lettlands, 
wo nur 39 in deutſhen Händen befindliche Höfe 
gezählt worden jind. 
Schrifttum 
Biologie der Landſchafi. 
ther OÖhoenichen. 133 Geiten mit 95 Abbil-= 
dungen. Berlag I. Neumann=-Neudamm. Preis in 
Leinen gebunden 7,50 XZX.. 
Profeſſor Shoenichen, ein Vorkämvfer des Natur= 
und Landſ<>aſt8iHuße3, behandelt in Dieſem mit vielen 
iHönen Bildern geyhmücdten Buch Fragen der Land= 
iDaſtsSpvpfſiegg und Landſchaftsgeſtaltung in bioſoziolo= 
gaticher Beirahtiungsweiſe. Landſc<haft8geſtaltung hängt 
eng zuſammen mit NRaumforſHhung und Raumord= 
nung. Von dieſer fordert der Berfaſſer, daß ſie bei 
Der „TDisponterung“ Über die einzelnen Teil2 der 
Landichaft auch zur Befriedigung der ſeeliſchen und 
geſundheitlichen Bedürfniſſe des Menſchen all: Maß= 
nahmen ütreffs. Die Befürchtung, ſagt er, ſei nicht 
ganz von der Hand zu weiſen, daß im Einzelfalle jene 
ideellen Werte nicht immer ausreichend gewürdigt 
werden. Das ſ<sn auSgettattete Buch bildet den 
3. Band der Sammlung „Landſchaft8ſc<uß und Land= 
iMafſtsSpflege“. 
Wegweiſer fär das Land zur Geſtaltung und Be= 
reicberung des döorflihen Lebens. Von Prof. Dr. h.c. 
Heinrich Sohnrey. 380 Seiten. Berlag Deutz 
iche „geandbuchhandlung, Berlin SW 11. Preis 
8,-- KRM. 
Aus Heinrich SohnreyS8 ſeit vierzig Iahren bekann= 
tem „Wegweiſer für ländlihe Wobhlfahrt8- und 
Heimatpflege“ iſt jetzt in der fünften Auflage der 
„Wegweiſer für das Land“ geworden, der das gute 
Alte mit vielen neuen Beiträgen zu einem neuen 
einheitlihen Ganzen zujammenfaßt. Das Buch be= 
handelt jetzt alle Fragen des ländlichen Leben28 in der 
Weiſe, daß 288 zum Verſtändnis und zur Vertiefung 
des Gemeinſc<aft8bewußtſeins und der Gemeinſ<afts8= 
arbeit im Dorfe führt. Nicht nur für den Bauern, 
jondern au<g für den Landbürgermeiſter, den Lehrer, 
Bon Prof. Dr. Wal- 
den Ingenieur und den Baumeiſter bringt 2S einc 
Fülle von Anregung und Belehrung. Auch zur 
Frage der Landflucht finden jiM darin gute und auf= 
klärende Gedanken. Zn der Hand der Jugend, an die 
jim HeinriH Sohnrey im Borwort beſonders wendet, 
kann das Buch reich2 Früchte tragen. 
Die Stadt. Ihre Pflege und Geſtaltung. 
HerauSgegeben vom ReichSorganiſationsSleiter der 
NSDYUP durc die Arbeit8gemeinſHaſt „Heimat und 
Haus“ unter Mitwirkung und Förderung der Neichs-= 
und Staats8miniſterien, der Deutſchen Arbeitsfront, 
des DeutſHhen Heimatbundes, der Stiftungen für 
Forſhungen im Wohnung8=- und Siedlungsweſen, 
des Generalinſpektor8 für das deutjhe Straßenweſen, 
des NS=-Bundes Deutſher Technik, de8 Deutſchen 
Gemeindetages, des NS=Lehrerbundes8 u. a. m. Be= 
arbeitet von Werner Lindner und Erich Bö ler. 
Quart, 288 Seiten mit 787 Abbildungen. München 
1939. Verlag Georg D. W. Callwey. Geb. 15, - N.1,. 
fart. 13,25 X. 
NaH dem im vorigen Jahr erſchienenen 1. Bande 
der Gammlung „Die landſhHaftlihen Grundlagen des 
deutſPen Bauſchaffens8“, der da8 Dorf, jeine Pflege 
und Geſtaltung behandelt, liegt jeßt als ſein Gegen= 
ſtü& der 2. über die Stadt vor. Das |c<ön aus-= 
geſtattete Buch gliedert ſich in zwei Teile. Der erſte 
bringt Abhandlungen über die ſoziale und kulturelle 
Entwiklung der deutſHen Stadt mit Plänen und 
Bildern. Daß den ſachkundigen Bearbeitern auch 
bodenreformeriſ<e Gedanken geläufig ſind, 
ſehen wir boſonder8 in dem Abſ<hnmtt über den 
Bodenwucher, wo ſich folgende Ausführungen 
finden: 
„Das Steigen der Bodenwerte in jeder Stadt ent= 
ſteht zweifello8 nicht entſcheidend durF die Arbeit 
der einzelnen Beſitzer. C8 wird hauvtſächlich hervor- 
gerufen dur< die Arbeitsleiſtung des ganzen Bolkes. 
Jede Hafenanlage, die gebaut wird, jeder Bahnhof, 
jede KircHe, jede Schule, jedes Theater, jede Kaſerne, 
jeder Beorkehr8weg hat Anteil an der Wertſteigerung 
der Grundſtüfs. Der Gewinn, der dur<4 ſolche 
Leiſtungen der Allgemeinheit eintritt, hat bei ver= 
nünftiger Erfenntnis aur der Allgemeinheit zu gJe= 
hören. Die Tatſache, daß das nicht der Fall war, iſi 
die eigentliche Urſa<ße dafür, daß aus all unſeren 
Städten das geworden iſt, was uns heute ſo häuſig 
begegnet: fein naH völkiſchen, ſozialen, wirtic<haſft= 
lichen und fünſtleriſMzn Forderungen aufgebautes 
Gebilde, ſondern ein zufälliges Nebeneinander, beſſer 
Dur<Hbeinander verſchiedener Arten von Häuſern und 
Straßen. Eine Leitlinie iſt niht zu erkennen, außer 
dem bhemmungsloſfen Gewinnſtreben. Die engen 
Straßen, die kleinen Wohnungen, die lichtloſen 
Hinterhöfe und Seitenflügel, die minderwertige Bau= 
weiſe und vieles mehr ſind die Folge.“ 
Im zweiten Teil werden in lehrreichen Beiſpielen 
und Gegenbeiſpielen die Bauſünden einer früheren 
Zeit dargeſtellt und gezeigt, wie die Mißbildungen 
verbeſſert und Neue8 ſc<on geſtaltet werden kann 
und foll. Allen, die an der Kultur= und Heimats= 
pflege beteiligt ſind, beſonder8 den Studierenden der 
Fach- und HohjſHulen wird das ſchöne Buch ein zu= 8 
verläiſſiger Führer ſein. Dr. Kurt Schmidt. 
Leipzig: Ieden erſten Freitag im Monat Orts8grups= 
penabend. 20 Uhr, Kleiner Ratskeller, Martinz 
Luther-Ning 1. Nächſter Abend: 5. Januar. 
Die „Bodenreform“ durch Feldpoſt 
Wenn Sie der Geſchäftöſtelle des BDB, Berlin 
NW 87, Leſſingſtr. 11, Namen und Feldpoſt- 
Nummer angeben, erledigt ſie alles übrige. 
Koſtenloſe Probenummern 
verſ<i>t der Verlag an die Anſchriften von In=- 
tereſſenten, bei denen AuSſicht beſteht, ſie für die 
Bodenreform zu gewinnen. 
 
 
Hauptſchriftleiter : Dr. jur. Kurt Schmidt, Berlin-Lankwitz, Frankentaler Ufer 152; | | 
Druck Rebert Müller Pots8dam; Bodenreform Verlag Damaſchke KG, Berlin NW 87, Leſſingſtr. 11 
311 
312
	        

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