Full text: Bodenreform - 50.1939 (50)

nötigt; die anderen 500 FK.i(l muß er an die Ge= 
meinſchaft abgeben. 
Eine Teilwahrheit ſtet in dem angegebenen 
Saß: EZ iſt ni<Ht rihtig, die höhere Belaſtung 
De38 Boden3 durd Übertrieben hohe Bemeſſung 
de3 EinheitS3werteS5 zu erzielen. Denn ein 
hoher Steuerwert erwe&t allerdings bei Ber= 
käufer und Käufer den Glauben, daß ein hoher 
Preis berechtigt ſei. Um dem vorzubeugen, haben 
wir die Mitwirkung des Steuerpflihtigen, die 
Feſtſtellung des Steuerwertes auf Grund der 
Selbſteinſ<Häßung vorgeſchlagen. Wenn der 
Eigentümer den Steuerſaß weiß, dann wird er 
jein GrundſtüFf nicht höher einſchätzen, al8 daß 
aus dem Ertrage ſowohl die Steuer wie die Ver= 
zinfung getragen werden kann. 
X X I 
Dieſer Auſſaß war ſhon für die Nummer 45 
vom 18. Dezember gejezt worden, mußte aber 
wegen Raummangel3 zurü&Fgeſtellt werden. Wäre 
er damals bereit3 erſchienen, ſo wäre die eilige 
Erwiderung Helmut Richardis im „Berliner Tage= 
blatt“, Nr. 597 vom 18. 12.1938, auf unſere Be= 
merkungen unter der Überſchrift „Mangelhafte 
Einheit5werte ?“ in Nr.45 der „Bodenreform“ 
gegenſtand3lo8 geweſen, denn alle ſeine Ein= 
wendungen ſind hier widerlegt. 
Die Betreuung des Kleinſiedlers, 
Aufgabe des Deutſchen Siedlerbundes 
Um den deutſ<hen Menſ<;en wieder mit dem 
Heimatboden zu verbinden und ihn zugleich zu 
befähigen, ſeine LebenShaltung zu verbeſſern, ge= 
nügt e8 noh nicht, Siedlungen richtig zu planen, 
geeignete Bewerber auszuwählen und ein beſſeres 
Bodenreht zu ſ|<Haffen. Hand in Hand mit dieſen 
Maßnahmen muß eine ſtändige Shulung und 
Beratung der Siedlerfamilien gehen. E83 gehörte 
zu den ſchwerſten Fehlern früherer SiedlungsSart, 
daß man den Siedler mit jeinem Haus und 
Garten im allgemeinen ſeinem Schifal überließ. 
Das mußte ſich im Lauf der Zeit um ſo ungünſti- 
ger für den Siedler ſelbſt wie für den SiedlungS5- 
gedanfen überhaupt auSwirken, al8 es ſich faſt 
Dur<weg um wirtſchaftlich ſH<wac<he Kreiſe han= 
delte und die Geeignetheit zum Siedeln nur in 
Den ſeltenſten Fällen vorher feſtgeſtellt wurde. 
DaZ iſt jezt anders geworden. 
Auf Veranlaſſung des Stellvertreter38 Des 
Führers wurde 1935 der Deutſ<e Siedlerbund 
e. B. gegründet. In ihm ſind die Heimſtätten- 
ſiedler und die Eigenheimſiedler zuſammengefaßt. 
Vom ReichSarbeit5miniſterium wurde der Bund 
als alleinige Organiſation aller deutſchen Klein- 
ſiedler anerkannt und ihm die Durchführung der 
Betreuung und Wirtſ<haft5beratung der Klein= 
ſiedler übertragen. 
Während das Reichsheimſtättenamt der DAF 
und ſeine Untergliederungen hauptſächlich mit 
der Siedlung3planung und der Auswahl der an= 
'zuſezenden Siedler befaßt iſt, richtet ſic) die 
Tätigkeit des Deutſchen Siedlerbundes auf die 
Betreuung der bereits angeſetzten Siedler. 
Er erfüllt ſeine Aufgaben dur< ſtändige Shu= 
lung in ſämtlichen Fragen der Gartennutzung 
und Kleintierhaltung, dur&ß Wirtſjſc<aftsberatung, 
RechtSbetreuung, Verſicherung8ſhutß und BWer=- 
breitung aufklärenden Schrifttums. 
Auf dem Gebiete ' der Wirtſchaft35beratung 
arbeitet er nach den vom Reichs8bauernführer. ge-= 
gebenen Richtlinien. Für die Fragen der Hanu3- 
wirtſchaft beſteht eine enge Zuſammenarbeit mit 
dem Deutſchen Frauenwerk. . Seine Abteilung 
Volkswirtſc<aft-Hauswirtſ<aft betreut alle hauSs= 
wirtſchaftlichen Arbeiten, die mit Gartenbau und 
Kleintierhaltung in Zuſammenhang ſtehen. Eine 
nüßbli<he Arbeit3gemeinſch<haft beſteht auc mit dem 
Reichs8verband deutſcher Kleintierzühter. Ferner 
ſind eine Reihe weiterer Abkommen getroffen, 
die für beſtimmte Gebiete die Mitwirkung be= 
rufener Fachkräfte ſichern, ſo mit dem Reih3bund 
für Bogelſhutz, der ReichSarbeits8gemeinſc<haft 
Shadenverhütung u. a. m. 
Seine Haupttätigkeit ſieht der Deutj<e Sied= 
lerbund, der heute bereit3 mehr al8 200 000 
Mitglieder in mehr als 4000 Siedlergemein= 
ſHaften umfaßt, in der Pflege des Gemeinſc<aſt3-= 
geiſtes. Gemeinſames Wollen, geſeſtigtes Kön= 
nen und gegenſeitiges Helfen werden Menſ<en 
ſHaffen, die nicht nur ſelbſt mit dem Heimat= 
boden verbunden ſind, ſondern durch vorbildliche 
Haltung dem Siedlungsgedanken immer neuen 
Auftrieb geben ſollen. Der Deutſc<e Siedlerbund 
weiß, daß zu erfolgreicher ErziehungSarbeit ein 
artgemäßes Bodenred<ht unentbehrlich iſt. DeS5= 
halb fördert er unbedingt die geſicherten RehtS5- 
formen des CigentumS3, vor allem das Rei<hS5=- 
heimſtättenre<ht. Dr. Armin Graebert. 
Wie wird Deutſchlands Voden genutzt? 
NacFG dem Bericht des Statiſtiſc;en ReichSsamts 
in „Wirtſhaft und Statiſtik“, Ür. 23, ſind im 
Jahre 1938 im alten Reichs8gebiet rund 120 000 
Hektar Moor= und Vdlandflächen dur<h Kultivie= 
rung der Landwirtſchaft zugeführt worden. Troß= 
dem hat ſich die landwirtſ<haſtlic<he Nuß= 
fläche um rund 185000 Hektar vermindert. 
Innerhalb der landwirtſ<haftlihen Nutzfläche 
ſind beträhtlihe Änderungen eingetreten: Das 
AFerland iſt um 230000 Hektar kleiner ge- 
worden, ebenſo haben abgenommen: die Wieſen 
um 20200 Hektar und das Rebland um 200 
Hektar; dagegen ſind größer geworden: die 
Fläche der Kleingärten und privaten Parkanlagen 
um 36000 Hektar, die Obſtanlagen um 15000 
Hektar, die Baumſ<ulen um 2000 Hektar, die 
Viehweiden um 11000 Hektar und die Korb= 
weidenanlagen um 34900 Hektar. 
Die Forſten und Holzungen haben ſich 
um 25000 Hektar vergrößert. 
Die Flächen außerhalb der Land= und Forſt= 
wirtſhaft, wie Gebäude- und Hofflächen, Wege= 
land, Sport», Flug- und ÜbungS8pläßze 
haben um etwa 200 000 Hektar (die Fläche von 
20 000 mittleren Bauernhöfen) zugenommen. 
-- Wa3 au3 den übrigen rund 75 000 Hektar 
geworden iſt, iſt aus dem Bericht nicht zu erſehen. 
Der heutige Stand iſt folgender: geſamte Wirt= 
ſ<afts5fläche des alten ReihS8gebiets 47 Willionen 
Hektar, landwirtſc<haftliche Nutzfläche 28,54, Aer= 
land 19.18, Wieſen 5,59, Forſten und Holzungen 
12,94 Millionen Hektar. 
Die Siedlungsſtatiſtik wird verbeſſert 
Auf Grund des ReichsſiedlungS8gejezes jind 
aus dem Beſitzſtand großer Güter veſtimmte 
Landmengen für die Zwe&Xe der Neubildung deut= 
ſHen BauerntumsZ bereitzuſtellen. Die biSher über 
dieſe Bereitſtellung dem Statiſtiſ<en ReichsSamt 
für die Reichsſiedlungsſtatiſtik zugegangenen 
Unterlagen haben ſich als niht ausreichend er-- 
wieſen. Ein Erlaß des Reichsminiſters für Er= 
nährung und Landwirtſchaft ordnet desShalb an, 
daß die Landlieferungs8verbände mit Wirkung 
vom 1. Januar 1939 ab bei der Einreichung des 
Antrage3 auf Anrechnung von Flächen auf das 
Landlieferungsſoll die gleichen Zählkarten au8ge= 
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