Full text: Bodenreform - 52.1941 (52)

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Bodenreform ==. 
| Deutſche Volksſtimme 
. Gründer: Adolf Damaſc<ke 
Ausgabe B 
 
Bodenreſorm Verlag Damaſc<ke KG, Berlin NW 87, Leſſingſtraße 11 / Fernſprecher 39 14 51 
 
. . Bezug dur< jedes Poſtamk vierteljährlic< 1,80RNM, bei direkter Sendung 
52 Jahrgang Nr ) unter Kreuzband 2 RM. / Poſtſhe>kontiv Berlin Nr. 79025 Bodenreform G.m. b. H. 5. Januar 1941 
Poft-Verſandort: Pot2dam 
. / | 
“. Bodenw ertkarten oder Zuſ<lag gema<ht. Da der näher an der 
Trennung von Voden und Bauwerk bei der 
Bewertung 
Daß die Einführung einer Grundſteuer vom rei= 
nen Bodenwert bei gleichzeitiger Befreiung Der 
Häuſer und ſonſtigen Bauwerke von der Steuer 
und bei -ſteuerliher Entlaſtung der Arbeit, des 
Sparen3, de3 BVerkehr8 und des Verbrau<3 von 
großem Borteil für die Volk3wirtſ<Haft ſein würde, 
ſieht man jezt mehr und mehr ein, aber viele glau= 
ben nod, eine ſolHhe reine Bodenwertſteuer jei 
leider niht möglich, weil eine getrennte Bewertung 
de8 Boden3 und de8 mit ihm verbundenen Bau=- 
werk8, die dazu nötig wäre, auf unüberwindliche 
Schwierigkeiten ſtoße. Dieſe38 Bedenken läßt ſich 
nur durh die Erfahrung widerlegen. Auf die Cr=- 
fahrung brauchen wir aber nicht mehr zu warten, 
ſie iſt bereit3 gemacht worden und hat bewieſen, 
daß die Trennung von Boden und Bauwerk bei 
der Bewertung dur<haus niht unmöglich, ja nicht 
einmal ſchwierig iſt, ſondern reibungslo3 für Stadt 
und Land durchgeführt werden kann. Die Erfah= 
rung iſt zwar nicht in Deutſhland gemacht worden, 
aber doch in einem Nadbarlande, wo die Ber= 
hältniſſe nicht weſentlich anders liegen als bei unz: 
in Dänemark. 
Seit 1916 wird in Dänemark der reine Boden= 
wert jedes Grundſtü>s8, geſondert von allen darauf 
befindlihen Bauwerken und ſonſtigen Anlagen, in 
beſtimmten Zeitabſchnitten immer wieder ermittelt. 
Die Bewertung wird von einem Zentralbewer=- 
tung2amt geleitet und von örtlichen Umtsſtellen 
für jeden Bezirk dur<geführt. Dabei iſt man ſchon 
ſeit 1920 auf ein Mittel gekommen, das die Wert= 
ermittlung der Grundſtüde vereinfacht und erleich= 
tert. E38 werden nämlih Bodenwertkarten 
angefertigt, zur Einſicht für jeden offengelegt und 
dann vervielfältigt. Ieder kann ſie kaufen. 
Bor uns liegt ein Abdruck einer ſolHen Boden= 
wertkarte von der Innenſtadt Kopenhagens aus 
'.dem Jahre 1927. Sie zeigt nict die Abgrenzungen 
der einzelnen Grundſtüe, ſondern gibt die für 
jede Straße und jeden Straßenabſchnitt gültigen 
Bodenwerte an. EZ iſt ein Stü> des Stadtplans, 
in den längs der Straßenlinien Zahlen eingetragen 
ſind. Dieſe Zahlen geben den reinen Bodenwert 
je Quadratmeter für eine normale Grundſtücstiefe 
an der betreffenden Straße an. In den älteren 
Teilen Kopenhagen8 gilt als normale Tiefe 20m, 
in den neueren 30m, von der Straßenſront an 
gemeſſen. | 
Der Wert eines einzelnen Grundſtü>s errechnet 
ſic) aus der Frontlänge und der für den betreffen= 
den Straßenabſchnitt eingetragenen Zahl. Hat ein 
Grundſtü> eine größere oder eine geringere Tieſe 
al8 die normale, ſo wird -ein entſprechender Ab=.... „fü 
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Straßenfront liegende Teil eines Grundſtü>3 wert= 
voller iſt als der weiter hinten liegende Teil, fo 
wird ein GrundſtüFX von halber Normaltiefe mehr 
al3 einhalb mal ſo viel wert ſein als ein Grund=- 
ſtüf von normaler Tiefe an derſelben Stelle. Cin 
EFgrundſtü> iſt mehr wert als ein Innengrundſtü> 
von gleicher Tiefe; ſein Wert berehnet jiH nach 
den für beide Straßen gültigen Werten und den 
Frontlängen an beiden. Auf Grund der praktiſchen 
Erfahrung ſind Tabellen aufgeſtellt worden, aus 
denen man die Wirkung der verſchiedenen Grund= 
ſtüstiefen auf den Bodenwert und die Wirkung 
der Straßene>Fen auf den Wert der EFgrundſtü>e 
erſehen kann. 
Der Bewertung8beamte errehnet hiernach den 
Wert jedes Grundſtü>s8, wobei er Nb« oder Zu= 
ſchläge mat, je nachdem, ob die genannten oder 
au<ß noh andere Umſtände vorliegen, die Den 
Wert mindern oder erhöhen. Da die Werte je 
Quadratmeter veröffentliht ſind, können die 
Grundbeſitzer die Bewertung nachprüfen und nöti= 
genfalls berichtigen. Iſt ein Eigentümer mit der 
Bewertung ſeine3 Grundſtü>38 nicht einverſtanden, 
ſo kann ihm das Bewertung8amt die Bewertung5= 
grundlage erflären und einen etwaigen Fehler 
verbeſſern. . 
Dur< dieſes Verfahren ſind Zufall38ſ<äßzungen 
au38geſchloſſen. Der Bewertung3beamte hat ſichere 
Anhalt3punkte, die er natürlih mit Umſic<t und 
Verſtändnis benutzen muß. 
Auf unſerem Kartenſtü> findet man den höchſten 
Bodenwert mit 1700 Kronen je Quadratmeter in 
der Nygade, die vom Marktplatz auSgeht. In eini= 
gen Fällen ſteht keine Wertzahl an der Straßen- 
front. Hier handelt e3 ſih um Grundſtüde, die 
nicht dem gewöhnlihen Grundſtü>ks5handel unter= 
liegen, wie die GrundſtüEe de3 Rathauſes und der 
Tivoli-Gärten, die der Stadt gehören. In ſolchen 
Fällen wird der Dur<ſ<hnitt3wert je Quadratmeter 
für die ganze Fläche feſtgeſtel!t und innerhalb 
eines Kreiſes eingetragen. DieZ3 ſind aber ſeltene 
AuSnahmen. 
Ähnlihe Bodenwertkarten gibt es au< von 
Newyork. Dort wird aber der Wert gemäß der 
dortigen Verkehrsſitte in Juß naH der Frontlänge 
angegeben, wobei eine normale Grundſtüdstiefe 
von 100 Fuß angenommen wird. Im übrigen iſt 
die Einrichtung die gleiche wie in Dänemark. 
Dur< die Bodenwertkarten iſt der augenfällige 
Beweis geliefert, daß die Trennung von Boden 
und Bauwerk bei der Bewertung praktiſH dur<h- 
führbar und nicht allzu ſ<wierig iſt. Da es in 
Dänemark und in Newyork gelungen iſt und ſich 
bewährt hat, wird e3 ſiherliHh au< in Deutſchland 
möglich ſein. Hat man aber erſt die reinen Boden= 
werte ermittelt, dann gibt es kein Hindernis mehr 
T die reine Bodenwertſjteuer. - 
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