das Richtige angibt. Schaumburg-Lippe, Lippe und
Schwarzburg-Rudolſtadt ſcheinen nur die theologiſchen
Prüfungstermine anzugeben, während Sc Sonders8hauſen, Gotha und Anhalt nur die philologiſchen
Termine angeben oder beſondere Noten beifügen. Könnte
die Redaktion des Kunze nicht hier auf die Landesvereine
einen Dru ausüben, damit dieſe für einheitliche Un-
gaben ſorgen ?
Derſelbe Herr Einſender macht ferner Mitteilung von
zwei Tatſachen, deren Richtigkeit er verbürgt. Ginem
Gymnmnaſialdirektor in der Provinz Brandenburg und dem
Direktor einer Königlichen Höheren Mädc Kunze völlig unbekannt geweſen jein!
IH möchte troß der beſtimmten Verſicherung des
Herrn Amtsgenoſſen annehmen, daß hier ein Mißver-
ſtändnis vorliegt. Die beiden Direktoren ſind do< nicht
als ſol dings bisweilen: director nascitur, non Hit!), jondern ſie
ſind mal ganz gewöhnliche Oberlehrer geweſen. Daß ein
ſolher aber den Kunze nicht kennt, iſt ausgeſchloſſen.
Vielleicht haben die Herren nicht gewußt, daß ſeit einiger
Zeit auc< Staaten außerhalb Preußens im Kunze ver-
treten ſind. Auch das wäre ja bedauerlich, aber immer-
hin doh nicht ſo arg wie völlige Unkenntnis.
Zur Organiſation der Philologenſchaft.
Wenn i< die Anfrage des Herrn Prof. Dr. Fink in
Nr. 47 dieſes Blattes richtig verſtanden habe, ſo erwartet
er die Erwiderung darauf von mix, und da eine höf-
liche Anfrage immer eine Antwort verdient, jo glaube
im mich der Pfliht, zu antworten, nicht entziehen zu
dürfen. Anderſeits iſt es ein mißlich Ding, jic< in fremde
Angelegenheiten einzumiſchen, von denen man, jelbſt im
günſtigſten Falle, nur die Oberfläche kennt.
Vermutlich erklärt ſich die Tatſache, daß die Kollegen
von den iſraelitiſ Mitglieder zu dem Verein akademiſc< gebildeter Lehrer
Frankfurts zugelaſſen werden, aus irgend welchen jach-
lihen Gründen, die ſic< meiner Kenntnis entziehen. Denn
daß bei wiſſenſc ſachliche Gründe gelten ſollten, möchte iM nicht glauben.
Wenigſtens habe ich nichts davon gehört, daß beim
Richterverein und beim Ürzteverband die Mitgliedſchaft
von dem religiöſen Bekenntnis abhängig wäre, und jo
möcte ich es au< bei einem Philologenverein nicht für
möglich halten.
Schon aber, daß dieſe Deutung nicht ausgeſchloſſen
iſt, ſollte dazu veranlaſſen, dieſen Zuſtand, der doh
jedenfalls -- was immer für Gründe dazu geführt haben
-- bedauerlich iſt, ſo bald als mögliic< zu beſeitigen.
Und ich gebe mich der Hoffnung hin, daß auc< der
Jrankfurter Philologenverein über kurz oder lang zu
Satzungen gelangen wird, wie ſie der Remſcheider Philo-
logenverein am 1. Juli 1908 in Nr. 17 der „Blätter für
höheres Schulweſen" veröffentliht hat und wie jie der
Lüdenſcheider Ortsverein in der nächſten Nummer dieſes
Blattes veröffentlichen wird, zu Sazungen nämlich, nach
denen die Mitgliedſchaft beim Ortsverein einzig und
allein von der Zugehörigkeit zur Oberlehrerſc dem betreffenden Provinzialverein abhängig iſt. Wer
dieſelbe Bildung genoſſen hat und denſelben Beruf aus-
übt wie wir, der muß uns do anſtändiger Menſ< iſt, als Mitglied unſerer Vereine
willkommen ſein.
Daß die Kollegen an den iſraelitiſchen Realſchulen

Frankfurts Mitglieder des Provinzialvereins geblieben


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ſind, verdient unter den obwaltenden Umſtänden be-
ſondere Anerkennung. Sie hätten ja au<, wie ſo mancher
andere, denken können: Mögen die anderen zahlen,
fämpfen und arbeiten, wenn wir nur die Früchte ein-
heimjen -- und hätten an der Zurükweiſung durch den
Ortsverein wahrli< eine gute Entſ „Sie haben das nicht gedacht, ſondern die Sache höher
geſtellt als ihr perſönliches Empfinden. Und deshalb
mödte ich ihnen raten, jedenfalls zunächſt ſich ſelber zu
einem Berein zujammenzutun und ſo auc< an ihrem
Teile den angeſtrebten engeren Zuſammenſchluß zu
fördern. Jſt dieſer erſt erreicht, ſo wird gewiß manches
anders werden. Bis dahin heißt es: Geduld haben!
Lüdenſcheid. Richard Jahnke.
Die preußiichen ProvinZialinitruktionen
für die Direktoren, Ordinarien und Oberlehrer der
höheren Schulen (1856--1885)
erſcheinen demnächſt neu herausgegeben von Oberlehrer
Dr. A. Matſchoß in Ei>el-Wanne i. W.
Wir machen ſc werte als wichtige Buc< aufmerkſam, das wirklich einem,
ah, wie lange ſchon gefühlten Bedürfniſſe entſpricht.
Wir erinnern daran, daß die Delegiertenkonferenz
am 25, Oktober 1908 in Berlin den Beſchluß gefaßt hat:
„Es iſt wünſchenswert, daß die Rechte und Pflichten
Der Direktoren und Lehrer dur< eine Dienſtanweiſung
einheitlich geregelt, vorher aber die Beteiligten
gutahtlic Morſc< hatte ſchon 1905 in ſeinem „Höheren Lehr-
amt“ auf das Unhaltbare, zum Teil Demütigende Des
jezt herrſ anderes gute Wort, freilih auch manches ſchlechte, iſt
dann dazu gejagt worden. Wenn es aber beſſer werden
joll, dann muß man zunächſt genau wiſſen, worin die
vorhandenen Mängel beſtehen. Wieviele Amtsgenoſſen
fennen aber bloß die in ihrer Provinz geltenden Be-
ſtimmungen? Ob es 5?/, ſind? JI< glaube kaum!
Daher erwirbt ſich Oberlehrer Matſchoß ein wirk-
liches Verdienſt um unſern Stand, wenn er die ſämt=-
lien Provinzialinſtruftionen neu herausgibt. Wir ſehen
ſeiner Arbeit mit Spannung entgegen. Wr.
Die Seibſtbetätigung der Schüler in
Verwaltung und Unterricht.
(Schluß.)
Der BVorſißende des Vereins Prof. Be>er ſprach
ſic dann darüber aus, wie dem Schüler Gelegenheit zu
geben jei, fic) auch auf allen andern Gebieten der Schule
zu betätigen. Mit der praktiſchen Betätigung der Schüler
in dem naturwiſjenſ der Chemie und Phyſif, hat man überall die beſten Er-
fahrungen gemacht und es immer wieder beſtätigt ge-
funden, daß hier die Art und Weiſe, wie man zu Wiſſen
gelangt, wichtiger iſt als das Wiſſen ſelbſt.*) Der Redner
führte aus, wie der Unterricht in der Mathematik, in
den Sprachen, in der Geſchichte und Erdkunde außer-
ordentli Schüler untereinander. Der Lehrer gebe dazu die leitenden


*) Vergleiche Georg Kerſchenſteiner, Grundfragen der Sc ſation, Teubner 1907.

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