Full text: Korrespondenzblatt für den akademisch gebildeten Lehrerstand - 17.1909 (17)

 
 
 
 
für den akademiſch gebildeten Lebrerſtand 
(Pädagogiſches Wochenblatt.) 
Erſcheint wöchentlich mit Husnahme der Neujabrs-, Oſter-, Pfingſt- und zweiten J 
 
 
 
 
 
 
Bezugspreis viertelj. 3 Mk. ; Nebenexemplare jährl. 2,50 MX. ; einzeln 30Pf. Unzeigen 30Pf. 
die Petitzeile. -=“ Verlag: C.U. Koh's Derlagsbuchhandlung (5. Ehlers) in Leipzig. 
 
 
Derantwortlich fär die Schriftleitung Prof. Dr. R. Werner in Tempelhof b. Berlin, 
Ulbrechtſtraße 705. =- Dru> von Robert Noske in Borna (Bez. Leipzig). 
 
Alle Manyskripte und Mitteilungen für das Korrespondenzblatt beliebe man an Herrn Professor Dr. Werner in Tempelhof bei Berlin, 
Albrechtstraße 103, zu Senden. Anzeigen und geschäftliche Mitteilungen an CG. A. Koch's Verlagsbuchhandlung in Leipzig, Talstraße 7, 
 
Nr. 30. 
Leipzig, den 18. Auguſt 1909. 
17. Jahrgang. 
 
 
Inhalt: 34. Hauptverſammlung des Philologenvereins für Heſſen-Naſſau und Walde>. -- Bericht über die 26. Jahresverſammlung des ſc<hle3wig- 
holſteiniſchen Philologenvereins. = Pommerſc<her Turnlehrerverein. =- Eine ſächſiſche Miniſterialverordnung. =- Aus Württemberg. =- Zur Frage 
der Nachzahlung. -- Der „Cſſener Fall“ und die Vorſchulen. =- Sculausflüge. =- v. Helmholß' Anſicht über die Notwendigkeit einex Gymnaſial- 
reform (Fortſ.) - Mehr Schulmuſeen! -- Anfrage. = Mitteilungen und Nachrichten. =- Perſonal-Nachrichten. -- Höhere Mädchenſchulen. -- 
Familien-Nachrichten. =- Anzeigen. -- Hierzu Literariſche Mitteilungen Nr. 8. 
 
34. Hauptverjammlung des Philologen- 
vereins für Heſſen-Naſjau und Walde." 
Daß unſer Philologenverein in diejem Jahre eine 
Hauptverſammlung in Corbac<h im Walde>er Lande haben 
würde, das konnte im ſchon in meinem Berichte über 
unſere 33. Hauptverſammlung anführen. Auc<h daß der 
Tag feſtliege, erwähnte ic< dort: Es war der Tag vor 
Himmelfahrt. Ort und Zeit ſind eingetroffen. Die 
Perſonen aber? Unſer Peters iſt nicht mehr. Das war 
das gemeinſame Empfinden, mit dem ſich die Teilnehmer 
aus den verſchiedenen Städten in Corbach begrüßten. 
Der Hauptverſammlung des Philologenvereins gingen 
auc<h diesmal die Verſammlungen der evangeliſchen Re- 
ligionslehrer an den höheren Schulen der Provinz Heſſjen- 
Naſſau und die des Neuphilologiſ<hen Provinzialverbandes 
der Provinz voraus. Die erſtere wurde au< von einer 
großen Anzahl von Geiſtlichen beſucht. Auf der Tages- 
ordnung ſtanden zwei wichtige Gegenſtände : 
1. NeligionSunterriht und Konfirmandenunterricht. 
Berichterſtatter Prof. Landro> vom Königlichen WilhelmS83- 
Gymnaſium in Kaſſel. 
2. Der Religionsunterricht und ſeine Beurteilung durch 
die Provinzialſynoden. Berichterſtatter Prof. Dr. Lohr- 
Wies8baden. Auch in der Verſammlung des Neuphilo- 
logiſ<en Verbandes wurde man an den Tod erinnert. 
Der Vorſißzende, Prof. Dr. Gundla<9 in Weilburg, war 
vorher geſtorben. Direktor BeXmann aus Geiſenheim 
leitete die Verhandlungen. Lektor Dr. Panconcelli-Calzia 
von der Univerſität Marburg führte verſchiedene Gram- 
mophone vor und erörterte die Bedeutung dieſer Appa- 
rate für den Unterricht. Ic<h hätte dieſem Bortrage einen 
recht großen Kreis von Zuhörern gewünſc<t. Eine Be- 
kanntichaft recht vieler Lehrer mit dem Grammophon 
liegt im Intereſſe nicht nur des fremdſprachlichen, ſondern 
auc< des deutſchen Unterrichts. Dr. Panconcelli-Calzia 
erwirbt ſich durch ſeine gründlichen und unermüdlichen 
Arbeiten auf dieſem Gebiet ein entſchiedenes Verdienſt. 
(Es iſt ſehr zu begrüßen, daß er in der Zeitſchrift die 
*) Verſehentlich verſpätet. =- D. Sr. 
 
„Neueren Sprachen" fortgeſezt Mitteilungen über ſeine 
Unterſuchungen macht. I< verweiſe alle Vertreter des 
eden und fremdſprachlichen Unterrichts nahdrüclich 
arauf. 
Zu dieſen Verſammlungen kam am Vortage die Ge- 
ſhäftsſigkung des ſtändigen Ausſc<huſſes. Aus dieſer 
dürfte von allgemeinem Intereſſe die Feſtſtellung ſein, 
daß. die Ferienkurſe, die auf Betreiben des Vereins an 
der Univerſität Marburg ſtattgefunden haben, einen ſehr 
befriedigenden Verlauf genommen haben. Und die Mah- 
nung des Prof. Lohr an die Mitglieder, für die Ver- 
breitung der neuen S<hroederſ<hen Zeitſchrift zu ſorgen 
und ſie womöglic< ſelbſt zu halten, mag an ſo viele -/ 
Standesgenoſſen wie möglich gerichtet werden. (Germa- 
niſc<-Romaniſche Monatsſ<hrift. Herausgegeben von -Dr. 
Heinrich Schroeder in Kiel. Heidelberg. Carl Winters 
Univerſitätsbuc<hhandlung. Bezugspreis für den JFahr- 
gang -- 12 Hefte -- 6 Mark.) Auf die geſchäftlichen 
Sißungen folgte die gemütliche: Der Begrüßungsabend 
vereinigte die in beträchtlicher Zahl bereits erſchienenen 
Teilnehmer. 
Die Hauptverſammlung fand in dem Feſtſaale des 
Gymnaſiums ſtatt, das ſchon vor 30 Jahren ſein 
300 jähriges Beſtehen gefeiert hat. Den BVorſitz führte 
der Direktor der Anſtalt, Dr. Wiskfkemann. Groß war die 
Zahl der Vertreter und Abgeordneten. J< nenne nur 
den Vertreter der Walde>ſchen Landesregierung, Präji- 
denten Dr. Glaſenapp. Mit beſonderer Wärme wurde 
der Vertreter der Univerſität Marburg, Prof. Dr. Vietor, 
begrüßt, da ihm zugleich Glükwünſc<he zum 25 jährigen 
Dozentenſubiläum dargebracht werden konnten. Auch 
ein Vertreter des Oberlehrervereins aus dem Großherzog- 
tum Heſſen-Darmſtadt, Prof. Reeb aus Mainz, war -- 
gutem Gebrauche gemäß -- erſchienen. Unter den Ehren- 
'gäſten, die am Erſcheinen verhindert waren, befand ſich 
.Der Direktor unſeres Provinzialſ<ulkollegiums, Ober- und 
Geheimer Regierungsrat Dr. Paehler. Er ſchrieb im letzten 
-Augenblif ab, weil Provinzialſ<hulrat Dr. Baier im 
Sterben lag. So grüßte der Tod die Verſammlung nicht 
nur aus der Vergangenheit, er ſtand auc< dräuend Über 
ihr in der Gegenwart. Die Herren aus Frankfurt, wo 
'Provinzialſ<hulrat Dr. Baier lange Jahre tätig geweſen 
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