Full text: Der Volksschullehrer - 7.1913 (7)

Nr. 48 
Der Bolksſchunllehrer. 
780 
 
.-. 
Ferner wurde mitgeteilt, daß im Laufe der nächſten Wochen 
in Mörs oder Hochheide eine Werbeverſammlung ſtattfinden 
ſoll, die nächſten Vorbereitungen ſeien ſchon erledigt und man 
hoffe mit Unterſtüßung des Krefelder Vereins für die gute und 
gerechte Sache des Deutſchen Volksſchullehrervereins dort ein 
fruchtbares Neuland ſc<affen zu können. 
Ginen wichtigen Punkt bilden die Fragen: Lehrerautovrvität 
-=- Zühtigungs5recHt - und Konferenzredct. 
Beide Punkte ſollen der Gegenſtand einer beſonderen Verhandlung 
werden. Die allgemeine Ausſprache läßt ſich vorläufig etwa ſo zu=- 
jammenfaſſjen: Bei der Lage, in die die moderne Haſt des Unter=- 
richtsbetriebes8 namentlich in unſecen induſtriellen Verhältniſſen, die 
Verarmung an Erziehungswerten in unſeren niederen Schulen, die 
Ueberfüllung der Klaſſen, die zunehmende Unterſc<häßung der Lehrer- 
perſönlichkeit und der ſeeliſche Dru> den geſamten Stand gebracht 
haben, iſt dieſer gezwungen, einmal öffentlih zu dieſem Punkte 
Stellung zu nehmen, zumal die öffentliche Verhandlung mancher Vor. 
fommunijſe die allgemeine Stellungnahme längſt herausgefordert hat. 
Daß bei unſeren Schulverhältniſjen auch die ethiſche Qualität 
eines Lehrer- und Erzieherlebens immer mehr ſinkt, wird noch 
immer nicht genügend betont. 
Bei dem Punkte Konferenzrec<ht beſtätigt ſich die öffentliche Be- 
merkung des „temperamentvollen“ Duisburger Rektor8 aus den 
„Jäederrh. Nachrichten“, daß von dieſem Rechte kaum Gebraud) ge- 
madct werde, ſomit mußte die zweite Frage: „Hat der Lehrer Ber- 
trauen zum Erfolge dieſes Recht5swegen“? vorläufig offen bleiben, 
Veber beide Punkte ſoll eine vorbereitende Reſolution gefaßt werden 
und einer im Induſtriegebiete ſtattfindenden Generalverſammlung 
unterbreitet werden. 
In der Vorſchulangelegenheit wurde beſchloſſen, den Kampf 
na<4 Maßgabe der Erfahrungen beim nächſten Semeſierſ<luß wieder 
aufzunehmen. : 
Nach weiteren Verhandlungen bei denen no< die Ginladung in 
den großen Neubau des Generalanzeigers bekannt gemacht wurde, 
dantſte der Vorſigende den Anweſenden für die treue Mitarbeit 
und nahm dann das Wort zu einec kurzen Gedächtnisrede auf den 
großen Jahrhuaderttag von Leipzig. Dabei gab er dem Bedauern 
Ausdruck, daß es ſig nicht habe ermöglichen laſſen, die geſamte 
Lehrerichaft zu einer machtvollen von einigender Begeiſterung gec- 
tragenen patriotiſchen Kundgebung zu vereinigen. Hoffentlich breche 
ſich der Einheitsgedanke, der bei dieſer Feier ſo oft betont worden 
„Jeti, dex aber, wie Walter Bloem am 18. Oktober ſagte, in der 
politiſchen Ueberempfindlichfeit ver Ichſucht und in der un- 
männlichen Scheu vor dem freien Worts ſeine größten Feinde 
findet, auch in der Lehrerſchaft zum Beſten einer allgemeinen Ge- 
ſundung ſiegreich die Bahn. 
Saarbrücker Volksſ<hullehrerverein. 
Verſammlung 
am Sam sStag den 13. Dezember, abends 5 Uhr, im Alten Kindl 
Saarbrücken 3. 
TageSordnung: 
1. Aufnahme neuer Mitglieder. 
2. Vortrag: Die Einheitsſ<ule. 
3. Beſoldungsfrage. 
4. Berſchiedenes. 
Die Zahylung- der rückſtändigen Beiträge möge nicht verſäum“* 
werden. BVolksſchullehrer ſind als Gäſte willkommen. 
Der Vorſtand. 
eee a 
Brieffaſten. 
Nach Saarbrücken. Von der ſchweren Beleidigung eine3 katho- 
liſchen, mehrere hundert Mann ſtarken Vereins aus Trier, der im 
dortigen Chrental am 3. Auguſt eine kleine, andächtige Feier abhielt, 
durch den Ausruf des Dr. S.: „Wa3 tun denn dieſe Nömlinge 
hier!“ iſt uns Mitteilung gemacht worden, ebenſo davon, daß Hexr 
Stadt- und Kreisſchulinſpektoy Niemann in der Angelegenheit den 
Lehrer Reuter, der den Vorfall in Gegenwart des Rekior3 Zimmer 
auf dem Schulhofe erzählt hatte, vernommen, es aber anſcheinend für 
angebracht gehalten habe, ſich vorſichtig wieder aus der Affäre zu ziehen. 
GC3 wird uns zudem verſichert, daß die Sache dem Herrn Oberbürger- 
meiſter Mangold und den Redakteuren zweier dortigen Tagesblätter 
bekannt ſei. Wenn aber dieſe ſih in Schweigen hüllen, dann fühlen 
wir nicht den Beruf in uns, die Sache in die Oeffentlichkeit zu bringen, -- 
Sh. in S. Wir werden die Arbeit prüfen und ZJIhnen unſere 
Entſcheidung in Kürze mitteilen. 
L. S. Wir geben Ihnen brieflich Beſcheid. . 
Aan unſere Mitarbeiter. Wir- müſſen aber doh bitten, uns 
keine mit Bleiſtift geſ<riebenen Sachen zuzuſenden. Gin 
Setzer iſt doH auch ein Menſ<, und man ſoll ihm nichts zumuten 
was die reine Tierquälerei iſt. 
ſtatt. 
 
Berichtigung. In Nr. 47 de3 „Volksſchullehrer“ muß es in dem 
Berichte des „Düſſeldorfer Volk8ſ<hullehrer-Verein3“ Seite 762, 1. Spalte, 
Zeile 19 von unten heißen: „nicht von allen gefordert“, ſtatt: 
„nicht von allen geſondert". 
 
Preußiſc<er Beamten-Verein zu Hannover, Leben3- 
verſiherung3verein auf Gegenſeitigkeit für Beamte, 
Wechtganwälte, Aerzte, Geiſtliche, Lehrer, Ingenieure und Brivat- 
angeſtellte. 
2 Im Jahre 1913 wurden bis Ende Oktober in allen Abteilungen 
des Bereins 4542 Verſicherungen Über 26 488 260 Mk. Kapital und 
38 980 Mk. jährliche Rente beantragt. Geſamter Verſicherungs8be- 
ſtand Ende Oktober 1913: 99252 Verſicherungen über 436 925 740 
Mk. Kapital und 1 352758 Mk. jährlihe Rente. Die ſeit Beſtehen 
des Vereins bis Ende Oktober 1913 geleiſteten Zahlungen aus Ver- 
ſicherungsverträgen ergeben rund 108240 724 Mk. Die den Mit- 
gliedern ſeit Errichtung des Vereins zugewieſenen Jahre3dividenden 
und Schlußdividenden beliefen ſihß auf rund 39 882 900 Mk. Der 
BVermögensbeſtand betrug Ende Oktober rund 165 090 000 Mk. 
Im Cafe Runge, Hoheſtraße 9, findet am Donner3tag den 27' 
November ein 4. großes Sinfonie-Konzert (Italieniſche Komponiſten) 
Dasſelbe wird ausgeführt von 32 Muſikern des 5. Weſtf. Inft.- 
Regts. Nr. 53 unter perſönlicher Leitung des Kgl. Muſikdirektor35 Herrn 
Marx Granzow. Pier haben die Herren Opernſänger Alfred 
König und Heinrich Kiefer ihre Mitwirkung zugeſagt. 
 
 
410 wo 
 
Wp 
     
Du Mont's Pasforentabak 
ein hochfeiner, besonders milder und 
äusSersSt preiswürdiger GrobschnittTabak 
zu 35,45 1.535 Pfg. das Viertelpfundpaket 
 
 
 
 
 
OCbergäriges Braubaus für eigenen Bausbedar?. 
Beſizer : Heinrich Hilgers. 
Göln, fleine Sandfaul 4-6, Telephon 1 102). 
Neuerbaute, echt altkölniſche Brauhau3-Kneipe. 
Gegenüber dem Gürzenich und dem neuen Stadthaus. 
 
 
 
 
' Immer noch von 
einſchneidender Bedeutung!!! 
Jenkschrift 
Deutſchen Klaſſenlehrervereins 
; 
So betreffend 
> Fie Shulauffiht und Shülleitung 
| ſowie 
| die Beſoldung der Vollsſc<hullehrer. 
Gegen Voreinſendung von 55 
 
Pfg. zu beziehen von dem Kaſſierer 
des Deutſchen Volksſchullehrer- 
vereins, 
Herrn Lehrer Heinr. Schäffers, 
Cöln-Bayenthal, Cäſarſtraße 15. 

	        

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