Full text: Der Volksschullehrer - 7.1913 (7)

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Der Volksſc<nllehrer. 
Nr. 50 
 
Begeiſterung eine3 einheitlichen Volkes geſchaffen wird. Das iſt die 
allgemeine Volksſchule in unſerm Sinne. . 
Die Familie und das kommunale Leben mögen auf dem Lande 
und in Kleinſtädten bildend und erzieheriſch wirken, in der Groß- 
ſtadt abſolut nicht mehr. Dieſent Umſtande muß Rechnung ge- 
tragen werden. 
Lauter Beifall lohnte die vorzüglichen Ausführungen des Herrn 
Referenten, der in der Diskuſſion no< viele ſchöne Gedanken brachte. 
Weiter berichtete Herr Mich el3 über das paſſive Wahl- 
re<t des Lehrers. Seine Ausführungen waren ſo intereſſant und 
dürften von ſo allgemeiner Bedeutung ſein, daß wir ſie demnächſt 
im Volksöſ<ullehrer finden möchten. Auch ihm ſagte der Vorſitzende 
herzlichen Dank. Es wurde eine Kommiſſion gebildet, welche in 
dieſer Angelegenheit die weitern Schritte tun ſoll. 
Allen Kollegen wurde dringend ans Herz gelegt, im eignen 
Intereſſe und im Intereſje unſerer Sache, bei den Weihnachtzöein- 
käufen do< in erſter Linie die Firmen zu berückſichtigen, die im 
* „Volksſ<ullehrer" annoncieren. 
Düſſeldorfer Volksſchullehrer-Verein, 
Berſammlung 
am Samzsztag den 13. Dezember, abend35 5!/2 Uhr, im Deutſchen 
Hauſe, Bisömarckſtraße 80. | 
TageöS5ordnung: 
1. Aufnahme neuer Mitglieder. 
2. Mitteilungen. 
3. Monatsſchau. 
4. Vortrag: „Das Perſönlichkeit8problem und der BWVolks- 
ſGullehrer.“ | 
5. Zur Beratung des Volksſchuletats in der Stadtverordneten- 
jißung. 
6. Verſchiedenes. 
Der Vorſtand. 
 
Saarbrücker Volksſchullehrerverein. 
Verſammlung 
am Sam 3tag den 13. Dezember, abends 5 Uhr, im Alten Kindl, 
Saarbrücken 3. 
| TageSordnung: 
1. Aufnahme neuer Mitglieder. 
2. Vortrag: Die Einheitsſchule. 
3. Beſoldungsfrage. 
4. Verſchiedenes. in 
Die Zahlung der rüdſtändigen Beiträge möge nicht verſäumt 
werden. Volksſchullehrer ſind als Gäſte willlommen. 
| . Der Vorſtand 
 
| Geſchäftliches. 
Krandfaſſe weſtdentſher Lehrer a. SG. in Bodum. 
Ankündigung der Hauptverſammlung. 
- Der Vorſtand hat beſchloſſen, daß die nächſte ordentliche Haupt- 
verſammlung am 14. Februar 1914 in Eſſen-Ruhr ſtattfinden ſoll. (8 18). 
Anträge zur Hauptverſammlung ſind nach 8 19 bis SamzsStag den 
20. Dezember 1913 an -den Vorſtand einzureichen. . 
Bochum, ". den 1. November 1913. 
, | Häniſch. 
Ginridtung und Stand der Rranfenfaſſe deutſcher Lehrer 
(Siß Zorimund). 
Auf der letzten Mitgliederverſammlung am 2. Januar 1913 wurden 
in der Einrichtung der Kaſſe Aenderungen von ſolH einſchneidender 
Bedeutung vorgenommen, daß dadurch die Kaſſe auf eine ganz andere 
Grundlage geſtellt wurde. Während früher ein Beitrag von 3 Mark 
zur Erhebung kam, der ſich auf 6 Mk. ermäßigte, wenn Mann und 
Frau gleichzeitig der Kaſſe angehörten, beſchloß die Verſammlung mit 
583 gegen 122 Stimmen: Alle Mitglieder zahlen den gleichen Beitrag. 
Dann wurde die Höhe des jährlichen Beitrag3 . gegen 4 Stimmen auf 
10 Mk. für das Mitglied feſtgeſezt. Statt der vierteljährlichen wurde 
die halbjährliche Zahlung eingeführt. Der Eintritt in die Kaſſe konnte 
früher in beliebigem Alter bei einem Eintrittsgeld von 3 Mk. erfolgen. 
Das Eintritt3geld beträgt bis zum 25. Lebensjahre 3 Mk., vom 
25. bis zum 30. Jahre 5 Mk.; dann erhöht es ſich in jedem Jahre um 
1 Mk. bis zum eiter Jar von 20 Mk. bei einem Alter von 45 
Jahren. In höherem Alter kann die Aufnahme nicht mehr erfolgen. 
Bi8 zum 1. April 1913 iſt die Aufnahme ohne Rückſicht auf das Alter 
zu einem Eintritt8geld von 3 Mk. möglich. Kollegen, die im 1. Dienſt- 
jahre eintreten, haben nur 1 Mk. Eintritt3geld zu entrichten. - 
Während durch dieſe Beſtimmungen der Kaſſe erhöhte Ginnahmen 
Klöne. 
. ausSzutreten. 
 
erſchloſſen wurden, erfuhren auch die Kaſſenleiſtungen weſentliche Ab- 
änderungen, die ſich am beſten aus der Gegenüberſtellung der ent- 
ſprechenden Beſchlüſſe ergeben. Für das Rechnungsjahr 1912 galten 
folgende Beſtimmungen : - . 
Jede3 erkrankte anſpruchsberechtigte Mitglied erhält von dem Tage 
ab, an dem es in ärztliche Behandlung tritt, bis zum Schluſſe der 
ärztlichen Behandlung die Koſten für Arzt und Arznei aus der Kaſſe 
erſtattet, jedoM; mit der Beſchränkung, daß die Leiſtung der Kaſſe im 
Durchſchnitt 2 Mk. für den Tag nicht-überſteigen darf. (Bei ärztlich 
angeordneter Krankenhau3behandlung erhält das erkrankte- Mitglied bis 
zu 2 Mk. für den Tag. Für Badekuren werden nur dann Entſchä- 
digungen gezahlt, wenn ſie vorher vom Vorſtand genehmigt ſind. Für 
Nachkuren und Trinkkuren wird in der Regel keine Entſchädigung ge- 
zahlt, in Au3nahmefällen nur dann, wenn der Vorſtand ſie vorher be- 
willigt hat. In allen dieſen Fällen beträgt die Gntſchädigung bis zu 
2 Mk. für den Tag. Für zahnärztliche Behandlung und normal ver- 
laufenes Wochenbett zahlt die Kaſſe nichts. Die Höchſtleiſtung der 
Kaſſe beträgt im Jahre, vom erſien Tage der Krankheit an gerechnet, 
180 Mk. für ein Mitglied). In ganz beſonders ſc<wierig gearteten 
Fällen iſt der Vorſtand berechtigt, über den Durchſchnitt8ſatz von 2 Mk. 
hinauszugehen. 
Die Mitgliederverſammlung vom 2. Januar ds. J8. aber ſaßte 
dieſen Beſchluß : 
Jedes erkrankte anſpruchs8berechtigte Mitglied erhält von dem Tage 
ab, an dem es in ärztliche Behandlung tritt, bis zum Schluſſe der 
ärztlichen Behandlung 70?/0 der Koſten für Arzt und Arzneien aus der 
Kaſſe erſtattet. (Der Satz gilt alſo auch bei Operationen). 
GS3 folgen dann die oben in Klammer geſetzten Punlte. 
Dieſe neuen Beſchlüſſe bedeuten gegenüber den früheren eine viel 
gerechtere Entſchädigungsweiſe. Wurde früher ein Mitglied operiert 
und nach vielleicht 14 Tagen als geheilt aus der ärztlichen Behandlung 
entlaſſen, ſo hatte die Kaſſe von den Koſten, die 200 MT. betragen 
konnten, ganze 28 ME. zu tragen. Heute zahlt die Kaſſe im gleichen 
Falle 140 Mk. Starb ein Mitglied, das vorher nicht in ärztlicher Be- 
handlung geweſen war, am Tage der Operation, ſo hatte die Kaſſe gar 
nur 2 Mkt. an die Hinterbliebenen zu zahlen. Wer es andererſeits 
früher verſtand, die ärztliche Behandlung möglichſt lange hinzuziehen, 
der befam ſeine ſämtlichen Ausgaben wieder. Hatte etwa ein Mitglied 
für eine 14tägige ärztliche Behandlung 50 Mk. zu zahlen, ſo brauchte 
es ſich nur nach 8, 14 oder 20 Tagen dem Arzte zu zeigen, um den 
Nachweis zu erbringen, daß es von dem Tage, bis zu dem, alſo ſo 
und ſoviel Tage in ärztlicher Behandlung geweſen war. Um alſo zu 
den ganzen Koſten zu kommen, brauchten nur die Koſten erhöht zu 
werden. Jetzt aber hat jede3 Mitglied ſelbſt auch 30 Prozent der Koſten 
zu tragen, wird alſo die ärztliche Behandlung nicht künſtlich verlängern. 
Die neue Regelung (70 Prozent der Koſten für Arzt und Arzneien) be- 
deutet für die Kaſſe eine weſentliche Erſparnis, die voll und ganz aber 
erſt im nächſten Jahre in die Grſcheinung treten kann, weil in dieſem 
Jahre no alle aus dem vorigen Jahre ſtammenden Anſprüche nach 
der alten Weiſe geregelt wurden. Der jetzigen Yegelungösweiſe iſt aber 
deShalb unbedingt der Vorzug zu geben, weil ſie weit mehr den wirk- 
lichen Bedürfniſjen entſpricht und auch dem Vorſtand in der Feſtſezung 
der Entſchädigung durchaus feinen Spielraum läßt. Die Erhöhung der 
Beiträge veranlaßte nun ein paar Dutzend Mitglieder, aus der Kaſſe 
Dabei dürfte es im ganzen Reiche kaum eine Krankenkaſſe 
geben, die bei gleich niedrigen Beiträgen die gleichen Leiſtungen aufzu- 
weiſen hat. Im Jahre 1911 wurden für 150 Krankheitsfälle 5653,79 
Mk. ausgezahlt, 1912 für 648 Fälle 21 214,37 Mk. und vom 1. Januar 
1913 bis 31. Oktober für 690 Krankheitsfälle 23678,45 Mk. JInsge- 
ſamt hat die Kaſſe in der verhältniSmäßig kurzen Zeit ihres Beſtehens 
ſchon für 1488 Krankheitsfälle 50 546,61 Mk. an erkrankte Mitglieder 
gezahlt. Für jeden Krankheitsfall beträgt die durchſchnittliche Entſchä- 
digung 33,97 Mk. 
Dieſe Leiſtungen ſind bei den niedrigen Beträgen möglich, weil 
nur geringe Verwaltungskoſten entſtehen. Darunter ſind hier alle Koſten 
außer der Entſchädigung für Krankheit gemeint, alſo die Koſten für 
Rechnungen, Porto, Sißungen, Reiſen uſw. Die Verwaltungskoſten 
betrugen im Gründung8jahr 1910, in welchem die Kaſſe am 1. Juli in 
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