Full text: Arbeiter-Jugend - 16.1924 (16)

vonein geni ie inn Arbeiter-Jugend 
melsrichtungen ſchleußerte, nicht zuletzt aud) 
jein „aktiver Dienſt“ in der Arbeiterjugend» 
bewegung der Vorkriegszeit. Soy weiß er 
dem Fühlen und Wollen des zielklaren mo» 
dernen Proleturtkers aus eigenem Erleben 
Worte zu verleihen, ſeinem Empörertrotz wie 
jeinem Zukunftshoffen. Alt und 
unjerer Arbeiterſchaft wird 25 daher mit 
Freuden begrüßen, das ihnen der Dichter in 
der vorliegenden, von ihm ſelbſt zuſammen- 
geſtellten Sammlung eine Auswahl ſeiner 
wertvollſten Dichtungen bietet. Der Arbeiter» 
jugend-BVerlag hat das Büchlein troß ſeines 
geringen Rreiſes in origineller, geſchma>- 
volſer Aufmachung herausgebracht, ſo daß 
es Jic) vorzüglich auch zum Geſchenk eignet. 
Die rote Paleite. Gedanken und Skizzen 
von Dtto Krille. Oskar Wöhrle Verlag, 
Konſtang am Bodenſee. 
Nach vielen Jahren des Schweigens gibt 
Dito Krille, der mit ſeinen Liedern und Ge» 
Arbeiterjugend 
dichten den Aufſtieg der 
jubelnd begrüßte, ein neues kleines Buch 
heraus, in dem die kleinen Arbeiten der 
lezten Zeit geſammelt ſind: Gedichte, kleine 
Ektizzen, ein Jugendſpiel, eine größere Er- 
zählung, Auch in dieſem Buch finden wir' 
den alten Krille, den Lobſinger des Lebens 
und des Eozialismus, den Schönheits» und 
Wahrheitsſucher. In 
„Spziaglismus“ Jagt er: 
Die Vic bekämpft in Haß und irrem Wahn, 
Zöſaren, Könige und Narren modern, 
Doch deine hellen Siegesfa>eln lodern 
Den Erdgebornen zu der Götter Bahn, 
Viele ſeiner Proſaſtücke eignen ſich trefflich 
zum Vortrag an den Gruppenabenden und 
mäadjen das Büchlein empfehlenswert. Aber 
das wichtigſte iſt: Otto Krille lebt noch und 
beweiſt, daß er den alten Idealen 
blichen iſt. 
„Wir ſind jung . . .!/“ Gedichte von IJ ür» 
gen Brand. Berlin 1924. Preis kar» 
toniert 0,35 Mk., in Halbleinen geb. 0,70 Mk. 
Arbeiterjugend-Berlag, Berlin SW. 68, Lin» 
denſtr. 3. 
Der Name Jürgen Brand, unter dem der 
frühere Bremer Lehrer, Genoſſe CE. Sonne» 
mann, als Griftijteller zeichnet, hat in der 
ſeinem Schlußgedicht 
 
ſozialiſtiſchen Arbeiterſchaft einen guten Klang. . 
Jürgen Brands Bücher, vor allem das jetzt 
wieder neu aufgelegte „Uhlenbrook“, haben 
dem werktätigen Großſtadtvolk die Augen 
geöffnet für die intimen Reize der deutſchen 
Landſchaft, oder haben, wie das „Jsland»- 
buch“, ihre Leſer in die lo>ende Ferne ge» 
führt und ihnen aus dem naturkundlichen 
Wiſſensſchatz ihres Verfaſſers wertvolle Kennt» 
niſſe vermittelt, Weiteren Kreiſen iſt unſer 
Genoſſe bekannt geworden durch ſeinen mann- 
haften Kampf gegen die Schulreaktion, die 
jung in 
treu ge 
3859 
ihn im Jahre 1912 als den Vorkämpfer der 
freiheitlichen Bremer Lehrerſchaft maßregelbe. 
Unter den Gründen, die den Vorwand zu 
ſeiner Entlaſſung abgaben, mußte ſein 
Wirken. in unſerer ſozialiſtiſchen Jugend in 
erſter Linie herhalten. In Rede und Schrift 
iſt Jürgen Brand unſerer Jugendbewegung 
ſozuſagen ſeit ihrem Entſtehen als getreuer 
Ert zur Seite geſtanden, am unerſchro>enſten 
zu einer Zeit, als die proletariſche Jugend» 
bewegung von allen Bütteln und Schergen 
des wilhelminiſchen Obrigkeitsſtaates aufs 
brutalſie verfobgt wurde. Jürgen Brand iſt 
der Jugend aber nicht bloß als Freund und 
Helfer und geiſtiger Wegbereiter nahegetreten 
-- auch als Dichter hat er ihrem Wollen und 
Sehnen packenden Ausdru> gegeben, Unſere 
Kameraden werden darum die vorliegende 
'Sammlung ſeiner Lieder und Gedichte mit 
Spannung entgegennehmen. 
Eine neue Sciiller-Ausgabe, eingeleitet vom 
Genoſſen Studienrat E. Marquardt, Dozent 
der Berliner Volkshochſchule, erſchien ſoeben 
in der Volkshühnen-Verlags- und Vertriebs» 
G. m. b. H. (Berlin NW. 40). Sie zeichnet 
ſic) dadurch aus, daß ſie glücklich alles ver- 
einigi, was von Schiller heute noch lebendig 
iſt. Eine qute Einführung und ein Schaß 
wertvoller Anmerkungen ſuchen die Schiller» 
ſchen Dichtungen jedermann verſtändlich zu 
- machen. Aeußerlich zeigen ſich die vier Bände 
in denkbar beſtem Lichte. Jeder Band iſt 
eiwa 500 bis 600 Seiten ſtark, auf holz» 
freicm Papier gedruckt und in einem künſtle» 
rijſc) gehaltenen Ganzleinen-Einband gebun» 
den. =- Dieſe Schiller-Ausgabe iſt die erſte 
einer Reihe von Klaſſikerausgaben, die der 
junge Volksbühnenverlag in den nächſten 
Wochen und Monaten herausbringen will, 
Das vom Verband der deutſchen Volksbühnen- 
vereine begründete und getragene Unter» 
nehmen, das keinerlei Gewinnabſichten ver» 
jolgt und als gemeinnüßig anerkannt iſt, will 
mit ſeinen Klaſſikerbänden durch geſchic>te 
Auswahl und volkstümliche Einführungen 
eine neue Brücke zwiſchen Volk und Dichtung 
ſchlagen. In dieſer Abſicht iſt auc der Preis 
der- Ausgaben ſo gering wie irgend möglid) 
bemeſſen. Jeder Band koſtet im Buchhandel 
4,20 Mk. Beim Bezug unmittelbar vom Ver» 
lag oder durch die Ginkaufszentrale des Ver? 
bandes der Arbeiterjugendvereine wird aber 
ein Verzugspreis von 3 Mk, gewährt. Außer» 
dem. iſt ein neuartiges. Teilzahlungsſyſtem ein- 
geführt: Jeder Intereſſent kann eine vom 
Verlag herausgegebene, unentgeltlich zu be 
ziehende „Buchkarte“ übernehmen, um dann 
auf dieſer in bHelicbigen Zwiſchenräumen. 
„Buchmarken“ zu kleben, die zum Preiſe von 
je 1 Mark in allen Orten in zahlreichen Ver» 
faufsſtelſen, die vom Verlag namhaft ge« 
madt werden, erhältlich ſind. Jedesmal, wenn
	        

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