Full text: Arbeiter-Jugend - 19.1927 (19)

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dadurc< erklärt es ſi<, daß beim Gebirgsaufenthalt die 
Cebensprozeſſe lebhafter werden, daß der Menſ< jtärgkeren 
Appetit entwi>elt und eine allgemeine Kräftigung erfährt - 
(bei ganz großen Höhen treten krankhafte Erſcheinungen auf, 
die dur< den niedrigen Luftdru> verurſa<ht ſind, Fig. 15). 
 
 
 
 
5) 8000000 Cordilleren 4400 m 
tf) 7000000 BKroja | 1800 m 
e) 6300 000 Davos 1 560 m 
d) 6.000000 Leyijin 14509 m 
Cc) 5 750 000 Zürich | 32m 
b) 5300 090 Ulitteldeutſ<land 259 m 
Kriſtiania 12 m 
a) 4970000 
 
Fig 15. Sahl der roten Blutkörperchen pro Kubikmillimeter 
in verſ<iedenen Höhenlagen. 
Es iſt alſo gar kein Zweifel, daß Sport, planmäßige Be- 
tätigung im Freien, in geſunder Luſt, die beſte Medizin für 
ſ<wäclic<e Leute iſt, die vom Stubenhocken verkümmert 
ſind. UamentliQ das Berz kräftigt ſim, wie wir geſehen 
haben. . Es gehört zu den Organen, die ſo konſtruiert ſind, 
daß ſie ſ<on etwas vertragen können. Zudem hat das Blut- 
gefäßſyſtem Einrichtungen, die dem Herzmuskel ſelbſt gewiſſe 
Arbeiten erleichtert. Die re<hte Herzvorkammer hat eine nicht 
unerhebliche Anſtrengung zu überwinden, indem ſie aus. dem 
vanzen Blutgefäßſyſtem das Blut anſaugen muß (die linke 
Herzkammer ſtößt, eine leim<tere Arbeit, das Blut . in das 
Gefäßſyſtem Hinaus). Da das Blut, dem Geſes der Schwere 
unterworfen, in den Blutadern nach. unten ſackt, wird die 
Anſaugearbeit der rechten Herzvorkammer um ſo ſ<wieriger. 
Hier wirkt nun dem Rükfluß, der Stauung d2S Blutes, eine 
ſinnreihe Einrichtung entgegen: vön. Zwiſhenraum zu 
Zwiſchenraum finden ſich in den Blutadern, die zur rechten 
Herzvorkammer führen, Klappen (Figur 13), die wie 
kleine EimerHhen im Röhrenſyſtem hängen, das Zurük- 
ſtrömen des Blutes verhindern und ſo dem Herzen die Arbeit 
des Anſaugens erleichtern. | 
- - Troßdem muß der Jugendliche ſim vorſehen, denn ſein 
Herz befindet ſich, wie ſein ganzer Rörper, noZ im Wad<S- 
tam, und ein Organ, das im Wachſen begriffen iſt, in dem 
fortwährend innerlihe Deränderungen ſtattfinden, iſt 
natürlic< gegen Ueberanſtrengungen empfindliQ und erfährt 
leiht eine Schädigung. In Figur 14 iſt dargeſtellt, in welch 
verſ<iedenen Derhältniſſen das Herz in den einzelnen 
TebensSaltern an Maſſe zunimmt. 
Es wächſt im 
2. bis 4. CebenSjahre (a) . 
5. bis 7. LebensSjahre (b) . 
-8. bis 14. CTebenSjahre (c) . 
während der Geſ<ledhtsreife, 
wenn die Entwiklung 5 Ja3- 
re dauert (d) . ..*.. . . 
wenn ſie 2 Jahre dauert (e) 
wenn ſie in einem Iahr voll- 
endet wird, was namentlich 
oft bei Uläden ſtattfindet (1) 
jährlich um - 
9 Kubikzentimeter 
7 Kubikzentimeter 
5,6 bis 7,6 Kubikzentimeter 
19 bis 30 Kubikzentimeter 
47 bis 75 Rubikzentimeter 
33 bis 150 Rubikzentimeter 
Arbeiter-Iugend 
- 
Gerade in dieſen Jahren, und beſonders bei den Ylädhen, 
muß man alſo mit körperlichen Anſtrengungen vorſichtig ſein, 
um ſo mehr, als in dieſem Alter häufig die Ueigung zum 
Jebertreiben ſportlicher Uebungen vorgefunden wird.. Das 
Beſte in dieſer Zeit iſt das Spiel im Freien, ledig jeder 
Haſcherei nah Böcdſtleiſtungen. Erſt, wenn der Körper die 
kritiſmMe Zeit der Entwicklungsjahre hinter ſiM hat, gegen 
das 18. bis 20. Lebensjahr (bei Mädchen vom 17. ab), darj 
mit planmäßigem Sport und zielbewußtem 
Training begonnen werden. 
 
 
vn Pp 
1. e2--284, 27-285; 2. Sg1-fF3, d7--d6. Dieſe Art, den 
8-Bauern zu verteidigen, rührt vom dem franzöſiſchen Vleiſter- 
F. A. D. Philidor ber. Sie wird heute weniger ang2wandt, 
ergibt aber vin ſicheres, wenn auc< etwas bewegtes Spiel 
für Sd<war3, wel<es dadurd) entſteht, daß dem ſ<warzen 
Königsläufer. der Ausgang über d6 verſperrt iſt.. 3. d2--d4 
iſt die beſte „Fortſezung. Z. ..., e5%Xd4. Dieſes Schlagen 
bietet dem: Shwarzen die meiſten Kusſichten, ein glei<es 
Spiel zu bekommen. 4. Dd1 X d4, Sg8-Ff6; 5. Sb1--c53, Lf8--27; 
6. Cc1--23, 0--0; 7. 0--0--0, Sb8--c6; 8. Dd4--d2 und Weiß 
ſteht etwas beſſer, weil er auf dem Königsflügel raſcher und 
leichter. zum Angriff kommen wird, als tor S<warze auf 
dem Damenflügel. 
I. 4. Dd1Xd4, Sb8--c6; 5. Sf1--b5, Cc8--d7; 6. Tb5Xc6, 
Cd7 Xc6; 7. Lc1--g5, Sg8--F6; 8. Sb1--c3, Lf8--27; 9. 0--0--0, 
0-0: Weiß ſteht“ etwas beſſer. | | 
IL 4. Sf3xXd4, Sg8--ſ6; 5. Sb1--c3, Sf8--27; 6. Lf1--d3, 
0--0; 7. 0-0, Cc8--d7; 8. LCcl--FJ4, Sb8--c6; 9. 5d4Xc6, 
Cd7Xc6; 10. Dd1-=22,“- Sfe--d7; 11. Sc3--d1, Sd7-e&5 mit 
etwa gleichem Spiel. 
III. 4. Sf3xXd4, Sg8--f6; 5. Sfü--c4, Sf6Xe2e4; 6. Sc4Xf7+, 
Kes Xf7; 7.-Dd1--b5+, Kf7--27 ; 8. 0--0, 97-96; 9. Dh5--422, 
-K27-F7; 10. De2Xe4 und Weiß ſteht etwas beſſer. Wenn 
7. . . , 87--u6 ſo 8. Dh5--d5-, KRf7--97; 9. Dd5Xe24, LT8-47; 
10. 0-0 mit dem gleichen Ergebnis. . SEEN 
IV. 4. Sf3Xd4, Sg8--f6; 5. Sf1--4, Cf8-47; 6. Sb1-c53, 
0--0; 7. 0-0, Sf6X24; 8. Sc3X24, -d6--d5; 9. Lc4xXd05, 
208205; 10. Se4--43Z, Dd5--d8; 11. Lc1--4823, CTc8--d7. Gleiches 
* Philidors Eröffnung. . Weiß: UU. S<hwarz: Boden. 1.e22--e4, 
07-25; 2. Sg1-F53, d7--d6; 3. c2--c3, ſ7-f5; 4. Lf1--c4, 
Sg8--F6; 5. d2--d4, 55X24; 6. daXe5, e4Xf3; 7. 25Xſ6, 
Dd8 XF6; 8. 82Xf3, Sh8--c6; 9. ſ3-ſ4, Lc8--07; 10. LcI--23, 
0--0--0; 11. SbI--d2, Td8--e8 (droht Dxf4); 12. Dd1--F3, 
Cd7--F5!; 13. 0--0--0. Die Ro<hade iſt in dieſem Falle mög- 
li<. Da nur der Turm und ni<t der König über das an- . 
gegriffene Feld b] ziehen muß. Der Zug iſt aber fehlerhaft. 
Weiß ſieht den eleganten S<luß, der nun folgt, niM voraus. 
13. .. d6--d5!; 14. Cc4Xd5, Df6 Xc3Z+1!; 15. b2Xc3, Lf8--a3X. 
Cöſung zu Aufgabe Ur. 3. 
Die Cöſung dieſer Aufgabe wird den weniger gewandten 
Cöſern mandes Kopfzerbrehen gemacht haben. Die Poſition 
iſt ſo einfach und der Sc<hlüſſelzug für den Uneingeweihten jo 
ſ<wer! Digſer Aufgabe liegt die Idee Turtons zugrunde, deren 
Höhepunkt der „kKritiſcHe Zug“ iſt.. Der KritiſMe Zug bezweckt 
die Brauchbarmadchung des Kritiſchen Feldes. (Im allgemeinen 
zur Ausnußung einer Derſtellung; hier aber zum Rangieren 
der Kräfte.) Bei dem Dreizüger Löbels ſoll der Dame Ge- 
legenheit verſchafft werden, im Schuße des Ld4 mattzuſeßen: 
1. Sd4-a7! Der Täufer überſchreitet das RKritiſce Feld b6. 
(Schnittpunkt der Wirkungslinie des Läufers und der Dame.) 
1. ..., f6-f5; 2. Dg6-b6! Der Zwed des erſten Zuges iſt 
jeßt klar erſichtlic<. Wohl kann nun der Sg3 mehrere, zum 
Teil gefährlich ausſehende Sprünge machen, aber die Kraft 
der Dame kann er nicht bändigen. Es erfolgt Matt, entweder 
auf f2 (nac; SXC) oder dur&< Da1 (Se4!) 1. ..., h5--h4; 
2. Da4 und 3. Df3+. Eine ſc<harf pointierte Idee. Derführeriſch 
Ür. 7 
wis 
mw 
iſt 1. KXf6!1? h5--h4! 2. Dg4?7? Schwarz iſt patt, alſo nicht 
matt!
	        

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