Full text: Arbeiter-Jugend - 19.1927 (19)

 
 
 
 
  
 
"& wanzig Jahre ſind nur der Bruchteil einer Vlinute 
A in dem Ablauf der WMenſd 'heitsgeſ<iMte. Sie jind 
aber ein gutes Stü> Weg im kleinen menſj<ligen 
EX 
| Ceben und in der Welt, die die Menſ<en in ihren 
Werken ſich zu geſtalten ſuchen. Wir Haen darum ein 
Recht dazu, nad) zwanzig JIahren internationaler ZU- 
ſammenarbeit einen Kugenblik rückwärts zu blicken, 
Minuten der Beſinnung auf das Kommende einzufügen 
in den gleichmäßigen Ablauf unſeres Alltages. 
Wenn am 28. Kusuſt die Internationale ihre groß? 
Feier-in Stuttgart veranſtaltet, wenn zu gleicher Stunde 
die ſozialiſtiſQe Iugend ihre Gedanken in die ſchöne ſüd- 
deutſche Stadt ſchi>t, um im Geiſte dabei zu ſein, dann 
ſind, faſt auf den Tag genau, zwanzig Ighre ſeit der 
Gründung der „Internationalen Derbindung ſozialiſtiſaer 
Jugendorganiſationen“ verfloſſen. Es war eine kleine 
Schar von Männern und Frauen, die damals dieſen Be- 
ſ&luß faßten, und hinter ihnen ſtanden nur einige 
Tauſende begeiſterter und gläubiger junger Proletarier, 
aber ſie wagten es, weil ſie feſt überzeugt waren von 
der Sieghaftigkeit der internationalen Idee au< unter 
der proletariſchen Iugend. Sie haben recht behalten, ja, 
die internationale Idee hat ſich ſtärker erwieſen, als 
wir in den ſ<warzen Iahren des Krieges zu hoffen 
wagten. 
Troß Krieg, troß Spaltung, troß namenloſem Elend 
der ProletariſMen Waſſen iſt unſere Sozialiſtiſ<e 
Jugend-Internationale Heute feſter denn je gegründet. 
- UNeberall, wo ſozialiſtiſ<me Iugend lebt und wirkt, iſt jie 
verbunden durd) die internationale Organiſation mit d2r 
großen internationalen Bewegung des SozinliSmuSs. 
Dichter denn je iſt heute der Bund zwiſchen Iugend und 
Elter. Sozialiſtiſme -Arbeiter-Internationale, Inter- 
nationaler Gewerkſc<aftsbund und Sozialiſtiſche Iugend- 
Internationale ſtehen in einer Front im Kampf gegen 
Kriegsgefahr und Dölkerverhegung, 
für Jugendi<hug 
und Jugendreht. 
Die deutſc<he ſozialiſtiſche Iugend grüßt die Dertreter 
der Internationale, die zu dieſem Feiertag in Stutt- 
gart weilen werden. Uur ein Kleiner Teil von uns 
wird in Stuttgart dieſe Grüße ſelbſt überbringen können, 
aber wir wiſſen es alle voneinander, daß der inter- 
nationale Gedanke heute in uns ſtärker lebendig iſt als. 
jemals zuvor. 
Der Internationale 3 zum G 
 
Die deutſ<he ſozialiſtiſc;e Iugend iſt ſtolz darauf, daß 
die Geſ<ichte der SozialiſitiſMen JTugend-Internationale. 
jo untrennbar mit der deutſchen ſozialiſtiſmen Iugond- 
bewegung verknüpft iſt. Stuttgart 1907 und Hamburg 
1923 bezeicnen die wichtigſten Lbſhnitte in dem biS- 
herigen Derlauf der internationalen Bewegung. Dem 
deutſchen Derband iſt jeit der Gründung der geginigten 
Internationale auh die Geſchäftsführung der Sozlaliſti- 
ſ<en Iugend-Internationale anvertraut. 
Für uns iſt dieſe führende Stellung in der Intor- 
nationale nicht nur eine Ehrung, ſondern vor allem 
eine Derpflimtung. Darum wollen wir der Inter- 
nationale neben iden herzlichen Grüßen des deutſ<cn 
Jungproletariats von neuem das Gelöbnis unj2r2r 
Organiſation überbringen, daß wir in dem nädqſten 
Jahrzehnt noH inniger mit der Internationale vor- 
wachſen, ihr noh hingebender 'dienen wollen. 
Wir wollen unſere Organiſationen ſtärken und aus- 
bauen, denn wir wiſſen, daß die Internationale? nur dann 
ſtark und leiſtungsfähig iſt, wenn die Derbände es ſind. 
Dir werden teilnehmen an allen internationalen 
Bktionen, damit in der jungen deutſ<en Generation die 
Jdeen des SozialisSmus und der Dölkerrerſtändigung feſt 
verankert werden in ihrem Jühlen und Denken. In 
unſeren Herzen und Hirnen wollen wir ſtarke Bollwerke 
aufrichten gegen UationalisSmus und KriegSheße., 
Wir NLelteren, die wir den Wahnſinn des Weltkrieges 
miterlebt und mit dur<hungert haben, die wir mit der 
Aufgeſchloſſenheit des jungen FMenſ<en in der Sturm- 
flut des blinden UationalisSmus geſtanden Haben, wir 
kennen unſere beſondere Derantwortung g2genüber der 
Internationale. Wir müſſen Wädter ſein gegen die 
Kräfte, die, ſpekulierend auf die Dergeßlic<hkeit der 
WVenſc<hen, jeßt ſhon wieder beginnen, den Jüngſten, die 
ſ&on ni<ts mehr wiſſen aus eigener Erinnerung von 
der erbarmungsloſen Grauſamkeit moderner Kriege, die 
Uotwendigkeit der Kriege, ja die Herrlichkeit dieſes 
Mordens zu lehren. Wir müſſen die wiſſenden Rufer 
- bleiben in dem großen Streit um die neue Ordnung der 
Dinge, die Krieg und Dölkerverheßung nicht mehr kennt. 
So iſt denn unſer Gruß an Stuttgart das Gelöbnis 3u 
unermüdlicher Qrbeit für die Ideen des internationalen 
SozialismuSs, für das große Menſ<heitsziel der Dölker- 
verſöhnung und des Weltfriedens
	        

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